Medizingerätediagnostik
Fettleber (Steatosis hepatis)

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Lebersonographie (Ultraschalluntersuchung der Leber) – zur Basisdiagnostik der nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) [Steatosis hepatis (Fettleber): vgl. Echogenität Leber mit Nierenrinde (normal: isoechogen; Steatosis hepatis: Leber echoreicher); Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Verfahrens erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt) 60-94 %, Spezifität (Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich Gesunde, die nicht an der betreffenden Erkrankung leiden, durch das Verfahren auch als gesund erkannt werden) 66-97 %; der positive Vorhersagewert (PPV) bei einer milden Steatose (Leberzellverfettung) liegt bei maximal 67 %]
    (Sonographische Verlaufskontrolle halbjährlich bei nicht-alkoholischer Steatohepatitis, NASH)
    Beachte:
    • Die Sensitivität der Lebersonographie ist erst für einen Steatosegrad über 30 % akzeptabel.
    • Der Ultraschall erlaubt keinen Ausschluss einer Steatosis hepatis und keine Unterscheidung zwischen NAFLD und NASH (starker Konsens) [1]

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik und obligaten Medizingerätediagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Elektrische Impedanzanalyse (Messung der Körperkompartimente/Körperzusammensetzung) – zur Bestimmung von Körperfett, extrazellulärer Körpermasse (Blut- und Gewebeflüssigkeit), Körperzellmasse (Muskel- und Organmasse) und Gesamtkörperwasser inkl. Messung von Body-Mass-Index (BMI, Körpermassen-Index), Taille-Hüft-Verhältnis (THV) und Blutdruck
  • Ultraschall-basierte Scherwellen-Elastographie-Verfahren – können zum Ausschluss einer fortgeschrittenen Leberfibrose und Leberzirrhose bei NASH herangezogen werden [1]
    Beachte: Eine Unterscheidung zwischen Steatohepatitis und Fibrose mittels Elastographie ist nicht möglich [1].
  • Transiente Elastographie (TE, Fibrosan; Ultraschallverfahren, das den Bindegewebsgrad in der Leber misst) – zur Beurteilung des Leberfibrosestadiums
  • Magnetresonanz-Elastografie – ermöglicht Aussagen zum Fibrosegrad
  • Magnet-Resonanz-Spektroskopie (MR-S) – um Fett in der Leber exakt zu quantifizieren; ist jedoch gegenwärtig auf Grund von mangelnder Implementation entsprechender Hard- und Software in der klinischen Routine noch nicht angekommen. (starker Konsens) [1]
  • Phosphor-basierte Magnetresonanzspektroskopie – zur Unterscheidung zwischen einfacher Fettleber und nicht-alkoholischer Steatohepatitis
  • Leberpunktion (Leberbiopsie; Goldstandard) [1]:
    • zum Auschluss anderer Lebererkrankungen kann eine histologische Sicherung erforderlich sein (starker Konsens) [1]
    • bei Patienten mit NAFLD und positiven Autoantikörpern, wenn ein hinreichender Verdacht auf das Vorliegen einer autoimmunen Hepatitis (AIH; Autoimmunhepatitis) besteht, da sich hieraus spezifische therapeutische Konsequenzen ergeben können. (starker Konsens) (Empfehlung) [1]
  • Laparoskopie (Bauchspiegelung) – bei unklaren Befunden

Weitere Hinweise

  • Eine transienten Elastographie von 3.076 lebergesunden Erwachsene aus der Metropolregion Barcelona stellte eine erhöhte Lebersteifigkeit (≥ 6,8 kPa) bei 9 Prozent der Studienteilnehmer fest. Den Betroffenen wurde eine Leberbiopsie angeboten; 92 von denen stimmten zu. Bei 81 Teilnehmern diagnostizierten die Ärzte eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD) und bei sieben eine alkoholische Lebererkrankung. Die übrigen vier Patienten zeigten keine histologischen (feingewebliche) Auffälligkeiten [2].
  • Berechnung des nicht invasiven Fibrose-Scores (z. B. NAFLD Fibrosis-Score; Parametern Alter, BMI (Body-Mass-Index (BMI; Körpermasseindex (KMI)), Diabetes mellitus, AST (GOT), ALT (GPT), Thrombozyten und Albumin): NAFLD fibrosis score

Literatur

  1. S2k-Leitlinie: Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. (AWMF-Registernummer: 021-025), Februar 2015 Langfassung
  2. Caballeria L et al.: High Prevalence of Liver Fibrosis Among European Adults With Unknown Liver Disease: A Population-Based Study. Clin Gastroenterol Hepatol. 2018 Feb 13. pii: S1542-3565(18)30006-5. doi: https://doi.org/10.1016/j.cgh.2017.12.048

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen. (AWMF-Registernummer: 021-025), Februar 2015 Langfassung
     
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