Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) – Differentialdiagnosen

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Angina pectoris (Brustenge) bei koronarer Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße) (KHK) – belastungsabhängiger retrosternaler Schmerz (Schmerz hinter dem Brustbein), der ösophageale Beschwerden (Beschwerden der Speiseröhre) imitieren kann
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt) – akuter retrosternaler Schmerz mit möglicher Ausstrahlung, vegetativer Symptomatik (Begleitbeschwerden des unwillkürlichen Nervensystems) und Dyspnoe (Atemnot)

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Candida-Ösophagitis (Pilzinfektion der Speiseröhre) – infektiöse Ösophagitis (entzündliche Erkrankung der Speiseröhre), vor allem bei Immunsuppression (geschwächter Abwehrlage), mit Odynophagie (schmerzhaftem Schlucken) und Dysphagie (Schluckstörung)
  • Cytomegalievirus-Ösophagitis (virale Speiseröhrenentzündung durch Cytomegalievirus) – virale Ösophagitis, vor allem bei schwerer Immunsuppression, häufig mit Ulzera (Geschwüren) und Odynophagie
  • Herpes-simplex-Virus-Ösophagitis (virale Speiseröhrenentzündung durch Herpes-simplex-Virus) – virale Ösophagitis mit akuter Odynophagie, retrosternalem Schmerz und Ulzera

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Barrett-Ösophagus (Schleimhautumbau der Speiseröhre) – metaplastische Schleimhautveränderung (umgewandelte Schleimhautveränderung) im distalen Ösophagus (unteren Abschnitt der Speiseröhre), meist auf dem Boden einer chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit (Rückflusskrankheit)
  • Diffuser Ösophagusspasmus (krampfartige Bewegungsstörung der Speiseröhre) – Motilitätsstörung (Bewegungsstörung) mit intermittierender Dysphagie und retrosternalem Schmerz
  • Eosinophile Ösophagitis (allergieartige Speiseröhrenentzündung) – chronisch immunvermittelte Ösophagitis mit Dysphagie, Bolusobstruktion (Nahrungseinklemmung) und ringförmigen beziehungsweise fibrotischen Veränderungen (narbigen Veränderungen)
  • Gastroösophageale Refluxkrankheit – Reflux (Rückfluss) von Mageninhalt mit Sodbrennen, Regurgitation (Zurückfließen von Nahrung oder Flüssigkeit), retrosternalem Schmerz und möglicher Dysphagie
  • Hyperkontraktiler Ösophagus (Nussknackerösophagus) (übermäßig kräftig kontrahierende Speiseröhre) – Motilitätsstörung mit retrosternalem Schmerz und Dysphagie
  • Magenulkus (Magengeschwür) – epigastrische Schmerzen (Schmerzen im Oberbauch), Übelkeit, Blutung oder Gewichtsverlust als mögliche Differenzialdiagnose (Abgrenzungsdiagnose) bei oberbauchbetonten Beschwerden
  • Ösophagitis – entzündliche Schleimhauterkrankung des Ösophagus mit Odynophagie, Dysphagie und retrosternalem Schmerz
  • Ösophagusachalasie (Entleerungsstörung der Speiseröhre) – Motilitätsstörung mit fehlender Relaxation (Erschlaffung) des unteren Ösophagussphinkters (unteren Speiseröhrenschließmuskels), progredienter Dysphagie für feste und flüssige Nahrung sowie Regurgitation
  • Ösophagusdivertikel (Aussackung der Speiseröhre) – Aussackung der Ösophaguswand (Speiseröhrenwand) mit Dysphagie, Regurgitation, Foetor ex ore (Mundgeruch) und Aspirationsneigung (Neigung zum Verschlucken in die Atemwege)
  • Ösophagusring (ringförmige Engstelle der Speiseröhre) oder Ösophagusweb (häutchenartige Engstelle der Speiseröhre) – benigne mechanische Engstelle (gutartige mechanische Verengung) mit intermittierender Dysphagie, vor allem für feste Nahrung
  • Ösophagusstriktur (Verengung der Speiseröhre) – narbige oder entzündliche Einengung, meist peptisch (säurebedingt), postradiogen (nach Bestrahlung), postoperativ (nach Operation) oder nach Verätzung
  • Ösophagusulzera (Geschwüre der Speiseröhre) – Schleimhautdefekte (Schleimhautschäden) mit Odynophagie, retrosternalem Schmerz oder Blutung
  • Schatzki-Ring (ringförmige Engstelle am unteren Ende der Speiseröhre) – distaler mukosaler Ösophagusring mit intermittierender Dysphagie für feste Nahrung
  • Zenker-Divertikel (Aussackung im Übergang vom Rachen zur Speiseröhre) – pharyngoösophageales Pulsionsdivertikel (durch Druck entstandene Aussackung am Rachen-Speiseröhren-Übergang) mit Dysphagie, Regurgitation unverdauter Nahrung, Husten und Aspirationsneigung

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Systemische Sklerose (Bindegewebsverhärtung) – Kollagenose (Bindegewebserkrankung) mit ösophagealer Motilitätsstörung, Reflux, Dysphagie und Strikturbildung (Bildung einer Engstelle)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Benigne Ösophagustumoren (gutartige Tumoren der Speiseröhre) – z. B. Leiomyom (gutartiger Muskelgeschwulst) oder Polypen (Schleimhautwucherungen) mit mechanischer Dysphagie
  • Hypopharynxkarzinom (Krebs des unteren Rachens) – maligner Tumor (bösartige Geschwulst) des unteren Rachens mit Dysphagie, Globusgefühl (Kloßgefühl), Gewichtsverlust oder Halslymphknotenmetastasen (Tochtergeschwülsten in Halslymphknoten)
  • Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) – maligner Tumor des Kehlkopfs mit Heiserkeit, Dysphagie, Globusgefühl oder aspirativen Beschwerden
  • Lungenkarzinom (Lungenkrebs) mit mediastinaler Infiltration (Einwachsen in den Mittelfellraum) oder Kompression (Druckwirkung) – kann Dysphagie, retrosternale Beschwerden oder Gewichtsverlust verursachen
  • Magenkarzinom (Magenkrebs), insbesondere Kardiakarzinom (Krebs am Mageneingang) – kann Dysphagie, Gewichtsverlust, frühes Sättigungsgefühl und obere gastrointestinale Blutung (Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt) verursachen
  • Mediastinale Tumoren (Tumoren im Mittelfellraum) – Raumforderungen (Gewebevermehrungen) mit extrinsischer Kompression (Druck von außen) des Ösophagus und Dysphagie
  • Metastasen (Tochtergeschwülste) im Mediastinum (Mittelfellraum) – können durch Lymphknotenvergrößerung (Vergrößerung der Lymphknoten) oder Infiltration eine Dysphagie verursachen

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Funktionelle Dysphagie (funktionelle Schluckstörung) – Schluckstörung ohne nachweisbare strukturelle, entzündliche oder major-motorische Ursache (schwere Bewegungsstörung)
  • Globus pharyngis (Kloßgefühl im Hals) – nicht schmerzhafte Fremdkörper- oder Kloßempfindung im Hals ohne relevante Passagebehinderung (Durchgangsbehinderung)
  • Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche) – neuromuskuläre Erkrankung (Erkrankung von Nerven und Muskeln) mit belastungsabhängiger Schwäche der Schluckmuskulatur und fluktuierender Dysphagie
  • Neurogene Dysphagie (nervenbedingte Schluckstörung) nach Schlaganfall – zentrale Schluckstörung mit Aspirationsrisiko (Risiko des Verschluckens in die Atemwege)
  • Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung) – neurodegenerative Erkrankung (fortschreitende Nervenerkrankung) mit oropharyngealer Dysphagie (Schluckstörung im Mund-Rachen-Bereich), Speichelfluss und Aspirationsneigung

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Bolusobstruktion des Ösophagus – akute Nahrungseinklemmung, häufig bei zugrunde liegender Stenose (Verengung), Ringbildung oder eosinophiler Ösophagitis
  • Fremdkörper im Ösophagus – akute Dysphagie, Odynophagie oder retrosternales Druckgefühl
  • Verätzungsbedingte Ösophagusstriktur – narbige Einengung nach Säure- oder Laugenverätzung mit progredienter Dysphagie

Medikamente

  • Medikamenteninduzierte Ösophagitis (arzneimittelbedingte Speiseröhrenentzündung) – Schleimhautschädigung durch lokal haftende Arzneimittel, z. B. Bisphosphonate, Doxycyclin, Kaliumchlorid oder nichtsteroidale Antirheumatika (entzündungshemmende Schmerzmittel)