Medikamentöse Therapie
Basalzellkarzinom (Basaliom)

Therapieziel

  • Heilung

Therapieempfehlungen

  • Therapie der ersten Wahl ist die vollständige operative Entfernung des Tumors
  • Lokale Therapie bei superfiziellem Basalzellkarzinom bzw. Basalzellnävussyndrom mittels Immunmodulatoren (5 % Imiquimod-Creme) bzw. Zytostatika (5 % 5‑FU [5-Fluorouracil]-Creme)
  • Hedgehog-Signaltransduktionsweg-Inhibitoren: Vismodegib, Sonidegib; Indikationen: Patienten mit symptomatischem, metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, bei denen eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet ist.
  • Beachte: wg. Teratogenitätsrisiko [3]:
    • Bei Frauen im gebärfähigen Alter müssen innerhalb von sieben Tagen vor Behandlungsbeginn sowie monatlich während der Behandlung Schwangerschaftstests durchgeführt werden.
    • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung sowie noch 20 Monate nach Behandlungsende zwei empfohlene Methoden der Schwangerschaftsverhütung anwenden, falls sie nicht auf Geschlechtsverkehr verzichten.
    • Männliche Patienten müssen während der Behandlung sowie noch sechs Monate nach Therapieende beim Geschlechtsverkehr mit Frauen ein Kondom (ggf. mit Spermizid) benutzen.
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie" (z. B. Photodynamische Therapie (PDT), Indikationen: dünne Basalzellkarzinome (BZK); oberflächlich-multizentrische BZK)

Weitere Hinweise

  • Bei Patienten mit Basalzellkarzinomen in Niedrig-Risiko-Lokalisationen kann ggf. zuerst ein Therapieversuch mit dem topischen Imiquimod erfolgen (5 % Imiquimod-Creme 1 x tgl. für sechs Wochen bei superfiziellen Tumoren/zwölf Wochen bei nodulären Tumoren). Nur im Fall eines Rezidivs erfolgt dann eine chirurgische Behandlung mit histologischer Kontrolle der vollständigen Resektion im Gesunden. Dieses Vorgehen führte zu folgenden 5-Jahres-Erfolgsraten: weder frühes Therapieversagen noch späteres Rezidiv, hatten 82,5 % und 97,7 %. Hinweis: Die meisten Fälle von Imiquimodversagen sind dabei bereits im ersten Jahr aufgetreten [2].

Wirkstoffe (Hauptindikation)

Topische Wirkstoffe

Immunmodulator

  • Wirkweise von Imiquimod: bindet an die Toll-like-Rezeptoren 7 und 8 auf dendritischen Zellen und Makrophagen; indirekt antiviral und antitumorös durch Modulation der Immunantwort
  • Geringe Resorption, rasche Elimination
  • Indikationen: kleine superfizielle Basalzellkarzinome; Basalzellnävussyndrom
  • Dosierungshinweise: Die lokale (örtliche) Therapie sollte mit einer Creme (5 % Imiquimod) fünf Tage/Woche für insgesamt sechs Wochen durchgeführt werden (nach Einwirkzeit von mind. 8 h mit Seife abwaschen)
  • Kontraindikationen (Gegenanzeigen): Therapie an Risikolokalisationen wie Ohren, Augenlider, Nase, Hände und Füße sowie anogenitale Region
  • Nebenwirkungen: lokale Reaktionen, Myalgie (Muskelschmerzen), grippe-ähnliche Symptome

Zytostatika

  • Wirkweise von 5-Fluorouracil: Pyrimidinantagonist; Tumorzellproliferation-hemmend und apoptoseinduzierend
  • Indikationen: superfizielle Basalzellkarzinome, die
    • operativ oder radiologisch nicht erfolgreich behandelbar waren
    • aufgrund der Lokalisation oder der Vielzahl nicht behandelbar sind
  • Dosierungshinweise: Die lokale Therapie sollte mit einer Creme/Salbe (1-5 % 5-Fluorouracil) zweimal täglich für 3 bis12 Wochen durchgeführt werden, bis eine flache Ulzeration entsteht.
  • Nebenwirkungen: lokale Reaktionen, Stomatitis (Mundschleimhautentzündung); Ulzerationen im GI-Trakt (Geschwürbildung im Magen-Darm-Trakt), Knochenmarkdepression (Knochenmarkshemmung mit mit Aussetzung der Blutbildung) als chronische Toxizität

Effektivität topischer Therapien bei superfiziellen Basalzellkarzinomen (BCC)

Komplette Abheilungen für die nichtoperativen Therapien des superfiziellen BCC [1]

  • Imiquimod 83 %
  • 5-Fluorouracil 80 %
  • MAL-PDT 73 %

Weitere Therapieoptionen

  • Fortgeschrittene Basalzellkarzinome (lokal fortgeschrittene Läsionen oder metastasierende Formen, die für eine Operation oder Radiatio (Strahlentherapie) nicht geeignet sind): 
    • Cisplatin und 5-Fluorouracil 
    • Vismodegib und Sonidegib (Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren)
      Nebenwirkungen: Fatigue, Muskelkrämpfe, Haarausfall, Geschmacksstörungen, Gewichtsverlust, Geschmacksstörungen, Alopezie
  • Derzeit wird die Therapie mit Interferonen beim Basalzellkarzinom getestet.
  • Es werden hier keine detaillierten Angaben zu Wirkstoffen und Dosierungen gemacht, da die Therapieregimes ständig modifiziert werden.

Literatur

  1. Arits AH, Mosterd K, Essers BA et al (2013) Photodynamic therapy versus topical imiquimod versus topical fluorouracil for treatment of superficial basal-cell carcinoma: a single blind, non-inferiority, randomised controlled trial. Lancet Oncol 14:647-654  doi: 10.1016/S1470-2045(13)70143-8. Epub 2013 May 15.
  2. Williams H C et al. Surgery vs. 5 % Imiquimod for Nodular and Superficial Basal Cell Carcinoma: 5-Year Results of the SINS Randomized Controlled Trial. Journal of Investigative Dermatology 2016, online 5. Dezember 2016, doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.jid.2016.10.019
  3. Rote-Hand-Brief zu Odomzo®-Kapseln (Sonidegib) vom 31.01.2018

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Basalzellkarzinom der Haut. (AWMF-Registernummer: 032-021), Juni 2018 Langfassung

     
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