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Ursachen
Polyarthrose

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Die Polyarthrose bezeichnet das Auftreten der Arthrose an mehreren Gelenken gleichzeitig.

Der altersbedingte Verschleiß ist nicht die Ursache einer Arthrose, sondern am Anfang der Gelenkzerstörung steht meist eine akute Schädigung des Gelenkknorpels durch ein Trauma oder eine Infektion.

Bei der Arthrose kann man folgende Pathomechanismen beobachten:

  • Arthrose durch übermäßige Belastung des Gelenks
  • Arthrose durch minderwertigen Knochen bzw. Knorpel

Eine primäre Arthrose entsteht infolge direkter oder indirekter Überbelastung der Gelenke.
Eine direkte Überbelastung tritt bei schwerer Arbeit, Sport oder durch Adipositas auf. Indirekte Überbeanspruchungen sind unter anderem die Verminderung der Knorpelregeneration infolge von Alterung oder Stoffwechselstörungen.

Eine sekundäre Arthrose kann auftreten infolge von:

  • Kongenital/Fehlbildung
  • Fehlstellung (Varus – Valgus)
  • Endokrinologische Störungen/Erkrankungen
  • Metabolische Störungen/Erkrankungen
  • Entzündlichen Gelenkerkrankungen
  • Chronische, entzündliche und nicht entzündliche Arthropathie (Gelenkerkrankung)
  • Rheumatische Gelenkerkrankungen
  • Posttraumatisch (nach Gelenktrauma/Gelenkverletzung; Luxation – Verrenkung/Auskugelung)
  • Operationen

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung durch Eltern, Großeltern – wahrscheinlich kann eine Anfälligkeit des Gelenkknorpels für Verschleiß vererbt werden
    • Genetische Erkrankungen
      • Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang mit vermehrter Ablagerung von Eisen als Folge einer erhöhten Eisenkonzentration im Blut mit Gewebeschädigung 
  • Geschlecht – Frauen leiden häufiger unter Arthrose als Männer. Die Fingerpolyarthrose kommt bei Frauen 9-mal häufiger vor. Ursachen dafür sind genetischen Faktoren und die hormonelle Umstellung während der Menopause (Wechseljahre).
  • Hormonelle Faktoren – Menopause/Postmenopause
  • Berufe – Berufe mit lang andauernden schweren körperlichen Belastungen (z. B. Bauarbeiter)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Tabak (Rauchen) – Nikotinmissbrauch fördert den Verlust von Gelenkknorpel im Kniegelenk (Gonarthrose)
  • Körperliche Aktivität
    • Unterbelastung des Knorpels:
      • mangelnde körperliche Bewegung – da der Knorpel seine Mikronährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit bezieht, ist er darauf angewiesen, dass das Gelenk zur Knorpeldurchwalkung bewegt wird
      • nutritive Schädigung (z. B. lange Ruhestellung im Gipsverband)
    • Überbelastung des Knorpels:
      • Leistungs- und Hochleistungssport
      • lang andauernde schwere körperliche Belastungen
  • Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) – führt zu einer Überbeanspruchung der Gelenke

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Kongenital/Fehlbildung
    • Gelenkachsenverschiebung z. B. Skoliose (S-förmige Wirbelsäule), Beckenschrägstand, X-Beine, Plattfüße
  • Fehlstellung (Varus – Valgus)
    • Coxa valga luxans flache Pfannenbildung
    • Subluxation (unvollständige Verrenkung) – z. B. Hüfte, Knie
    • Wachstumsstörungen im Epiphysenbereich Bereich der Wachstumsfugen
  • Endokrinologische Störungen/Erkrankungen
    • Akromegalie – endokrinologische Erkrankung, die durch eine Überproduktion des Wachstumshormons (somatotropes Hormon (STH), Somatotropin) hervorgerufen wird, mit ausgeprägter Vergrößerung der Phalangen bzw. Akren, wie beispielsweise Hände, Füße, Unterkiefer, Kinn, Nase und Augenbrauenwülste.
    • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
  • Metabolische Störungen/Erkrankungen
    • Chondrokalzinose (Synonym: Pseudogicht); gichtähnliche Erkrankung der Gelenke, die durch Ablagerung von Calciumpyrophosphat im Knorpel und anderen Geweben entsteht; führt u. a. zu Gelenkdegeneration (häufig des Kniegelenks); Symptomatik ähnelt einem akuten Gichtanfall
    • Gicht (Arthritis urica/harnsäurebedingte Gelenkentzündung oder tophische Gicht)/Hyperurikämie (Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut)
    • Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang mit vermehrter Ablagerung von Eisen als Folge einer erhöhten Eisenkonzentration im Blut mit Gewebeschädigung 
    • Ochronose – Ablagerung von Homogentisinsäure in der Haut, im Bindegewebe und im Knorpel
    • Rachitis (Synonym: Englische Krankheit) – Erkrankung des wachsenden Knochens mit gestörter Mineralisation der Knochen und Desorganisation der Wachstumsfugen bei Kindern
  • Chronische Arthropathie – eine Reihe von Erkrankungen kann zu einer sekundären Gelenkerkrankung führen. Dabei können sowohl entzündliche als auch nicht-entzündliche Vorgänge eine Rolle spielen. Beispiele sind Gelenkveränderungen bei Gicht – Harnsäure-bedingt –, Diabetes mellitus – Kohlenhydratstoffwechsel-bedingt –, Hämophilie (Bluterkrankheit) oder Lepra.
  • Entzündlichen Gelenkerkrankungen
  • Rheumatische Gelenkerkrankungen
  • Posttraumatisch (nach Gelenktrauma/Gelenkverletzung; Luxation Verrenkung/Auskugelung)

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

  • Hyperurikämie (Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut)
     
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