Einleitung
Hallux valgus

Der Hallux valgus (Ballengroßzehe, Ballenzehe, X-Großzehe, Schiefzehe; ICD-10 M20.1: Hallux valgus (erworben)) beschreibt eine häufig vorkommende Deformität der Großzehe, die dabei im Grundgelenk in allen Dimensionen fehl gestellt ist. Die Großzehe ist nach außen abgewinkelt (lat. valgus = schief) und der erste Mittelfußknochen zum Innenrand des Fußes gedreht.

Der Hallux valgus ist die häufigste Vorfußdeformität bzw. Zehenfehlstellung.

Man unterscheidet je nach Lokalisation der Fehlstellung folgende Formen:

  • Hallux valgus interphalangeus – die Valgus-Deformität befindet sich im Endgelenk
  • Hallux varus – Valgus-Deformität nach medial (im Grundgelenk zum Fußinnenrand hin) 

Geschlechterverhältnis: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im mittleren und höheren Lebensalter auf.
Auftreten häufig nur auf einer Seite, manchmal beidseits. 

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei 23 % der < 65 Jährigen und bei ca. 35 % der > 65 Jährigen. In den westlichen Industrieländern ist die Prävalenz höher als in Ländern oder Kulturkreisen, in denen die Menschen barfuß laufen oder bevorzugt offenes Schuhwerk (Sandalen) tragen. Enge und geschlossene Schuhe begünstigen die Entwicklung eines Hallux valgus.

Verlauf und Prognose: Meist treten nur wenige Beschwerden auf. Der Hallux valgus kann allerdings auch mit Schmerzen und Druckstellen im Schuh einhergehen und damit den Patienten erheblich im Alltag beeinträchtigen. Falls Schmerzen auftreten, sind sie an der Basis der Großzehe lokalisiert.
Unbehandelt verläuft die Erkrankung progredient (fortschreitend). Häufig wird eine Behandlung aus kosmetischen Gründen gewünscht. Im höheren Alter kann der Hallux valgus zu Bewegungsunsicherheiten führen und erhöht somit das Risiko für Stürze.

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Hallux valgus. (AWMF-Registernummer: 033-018), April 2014 Langfassung

     
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