Differentialdiagnosen
Gelenkschmerzen, ein Gelenk (Monarthropathie)

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • Sarkoidose (Synonyme: Morbus Boeck; Morbus Schaumann-Besnier) – systemische Erkrankung des Bindegewebes mit Granulombildung
  • Blutungsneigung aufgrund Faktorenmangel, nicht näher bezeichnet
  • Willebrand-Jürgens-Syndrom (Synonyme: von-Willebrand-Jürgens-Syndrom; von-Willebrand-Syndrom,  vWS) – häufigste angeborene Krankheit mit erhöhter Blutungsneigung; Erkrankung wird überwiegend autosomal-dominant mit variabler Penetranz übertragen, Typ 2 C und Typ 3 werden autosomal-rezessiv vererbt; es besteht ein quantitativer oder qualitativer Defekt des Von-Willebrand-Faktors; dieses beeinträchtigt u. a. die Thrombozytenaggregation (Zusammenlagerung von Blutplättchen) und deren Vernetzung und/oder (je nach Ausprägung der Erkrankung) wird der Abbau des Gerinnungsfaktors VIII nur ungenügend gehemmt. 

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Gonorrhoe (Tripper) – sexuell übertragbare Infektionserkrankung, die besonders die Synovia in Gelenken befällt. Prävalenz: 1-2 % der Bevölkerung; am häufigsten Frauen

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Akute Arthritis bzw. akute septische Arthritis – Gelenkentzündung, die durch Krankheitserreger wie Bakterien (bakterielle Arthritis) entstanden ist; häufig im Kniegelenk
    Risikofaktoren für eine septische Arthritis sind hohes Alter (> 80 Jahre), Gelenkpunktionen, Prothese in Hüfte oder Kniegelenk, Gelenkoperationen, rheumatoide Arthritis, Diabetes mellitus und Hautinfektionen
  • Arthritis psoriatrica – Gelenkbefall im Rahmen einer Schuppenflechte
  • Arthrose – Gonarthrose (Kniearthrose), Koxarthrose (Hüftarthrose); typischerweise sind ältere Personen betroffen
  • Chondrokalzinose (Synonym: Pseudogicht); gichtähnliche Erkrankung der Gelenke, die durch Ablagerung von Calciumpyrophosphat im Knorpel und anderen Geweben entsteht; führt u. a. zu Gelenkdegeneration (häufig des Kniegelenks); Symptomatik ähnelt einem akuten Gichtanfall
  • Gicht/Hyperurikämie (Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut) – Podagra (heftige Gelenkschmerzen im Großzehengrundgelenk) bzw. Befall eines peripheren Gelenkes (Daumengrundgelenk; diese Form von Gicht wird auch Chiragra genannt); andere häufig betroffene Gelenke sind das Knie- und das Sprunggelenk
  • Gonalgie (Knieschmerzen) – s. u. Gonalgie; beachte: Knieschmerzen als übertragener Schmerz bei Kindern
  • Kalzifizierende Periarthritis – Entzündung des Gelenk umgebenden Gewebes
  • Osteochondrosis dissecans – Erkrankung, die häufiger bei Jugendlichen auftritt und zur umschriebenen aseptischen Knochennekrose ("Absterben von Knochen") unterhalb des Gelenkknorpels führt, die mit der Abstoßung des betroffenen Knochenareals mit dem darüberliegenden Knorpel als freier Gelenkkörper (Gelenkmaus) enden kann; dieser verursacht häufig Reizungen.
  • Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung); nicht selten bei Kindern; bei Erwachsenen sekundär nach Frakturen oder Operation am Knochen/Gelenk
  • Patellofemorale Schmerzen bzw. Patellarsyndrom (Synonyme: peripatelläres Schmerzsyndrom, Chondropathia patellae; PFPS = patellofemoral pain syndrome); belastungsabhängiges Beschwerdesyndrom im Patellabereich, welches bei Jugendlichen auftritt und nach Abschluss der Pubertät verschwindet 
  • Periphere Spondyloarthritiden (SpA; pSpA):
    • Gelenkbefall in Form einer Mon-/Oligoarthrtis (Entzündung eines Gelenks/Auftreten einer Arthritis in weniger als 5 Gelenken), asymmetrisch, untere Extremitäten betroffen
    • Enthesitis (Entzündung im Bereich der knöchernen Insertionsstellen von Bändern und Sehnen sowie Gelenkkapselnund/oder Daktylitis (Fingerentzündung)
    • axiale Beteiligung
    • HLA-B27, Morbus Crohn (chronisch entzündliche Darmerkrankung), Psoriasis (Schuppenflechte), vorausgegangene Infektion
  • Pyogene Arthritis – seltene, autoinflammatorische Erkrankung des Kindesalters, die hauptsächlich die Gelenke und die Haut betrifft
  • Reaktive Arthritis (Synonym: postinfektiöse Arthritis/Gelenkentzündung) – Zweiterkrankung nach gastrointestinalen (Magen-Darm-Trakt betreffend), urogenitalen (Harn- und Geschlechtsorgane betreffend) oder pulmonalen (Lunge betreffend) Infekten; bezeichnet eine Arthritis, wobei sich Erreger im Gelenk (in der Regel) nicht finden lassen (sterile Synovialitis).
  • Reiter-Krankheit (Synonyme: Reiter-Syndrom; Morbus Reiter; Arthritis dysenterica; Polyarthritis enterica; postenteritische Arthritis; posturethritische Arthritis; undifferenzierte Oligoarthritis; urethro-okulo-synoviales Syndrom; Fiessinger-Leroy-Syndrom; engl. Sexually acquired reactive arthritis (SARA)) – spezielle Form einer "reaktiven Arthritis“ (s. o.); Zweiterkrankung nach gastrointestinalen oder urogenitalen Infekten, die sich durch die Symptomatik der Reiter-Trias auszeichnet; seronegative Spondylarthropathie, die besonders bei HLA-B27 positiven Personen durch eine Darm- oder Harnwegserkrankung mit Bakterien (meistens Chlamydien) ausgelöst wird; kann sich äußern als Arthritis (Gelenkentzündung), Konjunktivitis (Bindehautentzündung), Urethritis (Harnröhrenentzündung) und teils mit typischen Hautveränderungen.
  • Rheumatoide Arthritis, atypisch verlaufend (Symptome: symmetrischer Befall der kleinen Gelenke; Morgensteifigkeit)
  • Psoriasisarthritis (Arthritis auf der Grundlage einer Schuppenflechte) (Symptome: psoriatische Hautveränderungen)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Tumoren, nicht näher bezeichnet; am häufigsten sind Jugendliche betroffen

Weiteres

  • Gelenktrauma (Gelenkverletzung: z. B. Hämarthrose (Erkrankung eines Gelenkes durch wiederholte und fortbestehende Einblutung), Hydrops (Flüssigkeit im Inneren eines Gelenks); s. u. Anamnese) 
     
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