Einleitung
MERS-Coronavirus

Das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus ("Nahost-Atemwegssyndrom-Coronavirus"; MERS-CoronavirusMERS-CoV; ICD-10: B34.2 Infektion durch Koronaviren nicht näher bezeichneter Lokalisation, B97.2: Koronaviren als Ursache von Krankheiten, die in anderen Kapiteln klassifiziert sind) wurde im April 2012 erstmals bei Patienten auf der arabischen Halbinsel nachgewiesen.

Die Erkrankung wird durch das MERS-Coronavirus verursacht. Das Virus zählt zur Familie der Coronaviridae (Gattung: Betacoronavirus).

Erregerreservoir sind Dromedare (Zwischenwirt); primäre Wirtsorganismen sind wahrscheinlich Fledermäuse. 

Vorkommen: Die Infektion nimmt bislang seinen Ursprung von der Arabischen Halbinsel (Saudi-Arabien (Mehrzahl der Fälle), den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Kuwait, Oman, Katar und dem Yemen)Einzelne importierte Fälle sind auch aus Ägypten, dem Iran, dem Libanon, der Türkei, Algerien, Tunesien, Malaysia, den Philippinen, Südkorea, China und den USA berichtet worden. In Europa wurden Einzelfälle nach Frankreich, Österreich, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande und Großbritannien importiert.

Die Kontagiosität (Ansteckungskraft bzw. Übertragungsfähigkeit des Erregers) ist gering.
Laut Robert-Koch Institut gibt es allerdings in einem Krankenhaus-assoziierten Ausbruch in Südkorea auch vom Indexfall ausgehende In­fek­tio­nen bis zu drei sich nachfolgend aneinander infizierte Personen (Infektionskette), einschließlich des Indexfalls als 1. Generation.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt bei engem Kontakt mit Dromedaren wahrscheinlich aerogen (Tröpfcheninfektion in der Luft) und durch Kontakt- oder Schmierinfektion (fäkal-oral: Infektionen, bei dem mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger über den Mund (oral) aufgenommen werden, z. B. durch kontaminiertes Trinkwasser und/oder kontaminierte Lebensmittel).

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Nur schwer übertragbar.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel meist weniger als eine Woche (3-4 Tage); jedoch wurden auch Einzelfälle von neun bis zwölf Tagen beobachtet.

Die Dauer der Infektiosität ist bislang nicht bekannt. Sicher ist, dass Erkrankte das Virus nach Ausbreitung der Erkrankung weiterverbreiten können.

Seit 2012 wurden bereits über 1.600 laborbestätigte Fälle von MERS bekannt.

Verlauf und Prognose: Die Krankheit beginnt gewöhnlich mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Husten, Auswurf; ggf. auch Dyspnoe (Atemnot). Des Weiteren können gastrointestinale Beschwerden (insb. Diarrhoe (Durchfall)) auftreten (Begleitsymptom).
Als Komplikation kann im weiteren Verlauf eine Pneumonie (Lungenentzündung) auftreten, die in ein akutes Atemnotsyndrom übergehen kann. Bei schweren Verläufen kann auch Nierenversagen auftreten. Besonders schwere Verlaufsformen betreffen immunschwache Patienten (z. B. nach Organtransplantation; Tumorpatienten) und Patienten mit Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus sowie chronischen Lungen- und Nierenerkrankungen.
Die Infektion kann auch asymptomatisch, d. h. ohne Auftreten von Symptomen, sein.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) bei den labordiagnostisch bestätigten Fällen liegt bei 40 %.

Impfung: Eine Schutzimpfung gegen MERS-Coronavirus steht bislang nicht zur Verfügung.

In Deutschland ist die Erkrankung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig.


     
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