Einleitung
Leptospirose (Morbus Weil)

Bei der Leptospirose (Synonyme: Bouchet-Gsell-Krankheit; Canicolafieber; Charente-Fieber; Feld-, Schlamm-, Erntefieber; Fieber durch Leptospiren; Fort-Bragg-Fever;Infektion durch Leptospira interrogans; Infektion durch Leptospira interrogans autumnalis; Infektion durch Leptospira interrogans canicola; Infektion durch Leptospira interrogans hebdomadis; Infektion durch Leptospira interrogans icterohaemorrhagiae; Infektion durch Leptospira interrogans pomona; Infektion durch Leptospiren; Infektion durch Spirochaeta icterogenes; Japanisches Herbst-Fieber; Japanisches Siebentagefieber; Kanikola-Fieber; Leptospirochätale Infektion a.n.k.; Leptospirose durch Leptospira interrogans serovar icterohaemorrhagiae; Leptospirosis; Leptospirosis autumnalis; Leptospirosis canicola; Leptospirosis icterohaemorrhagica; Leptospirosis pomona; Morbus Weil; Nanukayami; Prätibiales Fieber; Schlammfieber; Siebentagefieber; Spirochaetosis icterohaemorrhagica; Stuttgarter Hundeseuche; Sumpffieber durch Leptospiren; Weil-Krankheit; Weil-Landouzy-Krankheit;Schweinehüterkrankheit; ICD-10 A27.-; Schweinehirtenkrankheit, Feld-Fieber, Schlamm-Fieber, Ernte-Fieber, Caicola-Fieber) handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch Leptospiren verursacht wird. Leptospiren sind Bakterien und gehören zu den Spirochäten. 

Die Erkrankung gehört zu den bakteriellen Zoonosen (Tierseuchen).

Erregerreservoir sind Hunde, Haus- und Wildschweine, Rinder und Pfer­de sowie Mäuse oder Feldhamster.

Man kann ca. 200 Serovare der Leptospiren (Leptospira) unterscheiden, zu den humanpathogenen zählen:

  • Leptospira icterohaemorrhagica (Morbus Weil)
  • Leptospira canicola (Canicolafieber)
  • Leptospira bataviae (Feld-, Schlamm-, Erntefieber)
  • Leptospira pomona (Schweinehüterkrankheit)

Vorkommen: Leptospiren kommen weltweit vor.

Die Erkrankung tritt gehäuft im Sommer und Frühherbst (Juli bis Oktober) auf.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) auf den Menschen erfolgt durch Kontakt mit Urin, Blut oder Gewebe infizierter Tiere (natürliche Wirte neben Ratten und Mäusen sind zahlreiche weitere Haus-, Nutz- und Wildtiere).

Der Eintritt des Erregers erfolgt parenteral (der Krankheitserreger dringt nicht über den Darm ein), d. h. hierbei, er gelangt über lädierte Haut (perkutane Infektion) und Schleimhäute (permuköse Infektion) in den Körper.

Gefährdete Personengruppen sind Kanalarbeiter, Tierpfleger oder Mitarbeiter von Klärwerken oder in landwirtschaftlichen Betrieben.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt in der Regel 1-2 Wochen.

Man kann zwei Formen der Leptospirose unterscheiden:

  • Anikterische Leptospirose ‒ Verlauf der Erkrankung ohne Ikterus (Gelbsucht)
  • Ikterische Leptospirose (Morbus Weil; Leptospirosis icterohaemorrhagica) ‒ Verlauf der Erkrankung mit Ikterus

Geschlechterverhältnis: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im Alter zwischen 25 und 39 Jahren auf.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt durchschnittlich 0,08 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Die Leptospirose wird in der Regel aus anderen Ländern eingeschleppt.

Verlauf und Prognose: In der Mehrheit der Fälle (90 %) verläuft die Erkrankung grippeähnlich. Die anikterische Leptospirose dauert meist eine Woche, klingt dann ab, kann aber nach wenigen Tagen erneut auftreten. Bei leichten Verlaufsformen ist die Prognose gut. Morbus Weil hingegen geht mit einer schweren Verlaufsform einher. Hier kann es zu Schädigungen der Leber und Nieren kommen. Unbehandelt kann die Erkrankung auch zum Tod führen.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) der ikterischen Leptospirose liegt zwischen 5 und 15 %

In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis des Erregers Leptospira interrogans nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) namentlich meldepflichtig, soweit die Nachweise auf eine akute Infektion hinweisen.

 


     
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