Einleitung
Hautpilzerkrankung (Tinea; Dermatophytose)

Tinea (Dermatophytose) bezeichnet eine chronische oberflächliche Hautpilzerkrankung. Nur selten dringt die Erkrankung in tiefere Hautschichten – Dermis (Lederhaut; unterhalb der Epidermis (Oberhaut)), Subkutis (Unterhaut; unterhalb der Dermis)) – ein.

Die Erkrankung wird meistens durch Dermatophyten (Fadenpilze) verursacht. 

Neben der Tinea kann man noch weitere Formen der Mykosen (Pilzerkrankungen) durch die folgenden Erreger unterscheiden:

  • Trichophytia, Mikrosporie, Favus durch Dermatophyten
  • Candidamykose/Candidosen, Pityriasis versicolor durch Malassezia furfur (Hefe-/Sprosspilze)
  • Onychomykose, Piedra nigra, Tinea nigra durch Schimmelpilze
  • Chromomykose, Sporotrichose, Myzetom als tiefe Mykosen
  • Kryptokokkose, Blastomykose, Parakokzidioidomykose, Histoplasmose, Kokzidioidomykose als systemische Mykosen

Bei der Tinea kann man die folgenden Formen unterscheiden:

  • Tinea barbae, -capitis (ICD-10 B35.0) ‒ Mykose (Pilzbefall) des Bartes (Bartflechte); des Kopfes (Tinea capitis), davon sind meistens Kinder betroffen
    • vor allem durch Tinea rubrum, T. mentagrophytes, M. canis, E. floccosum
  • Tinea unguium (B35.1) ‒ Mykose der Nägel [s. u. dem gleichnamigen Thema]
  • Tinea manuum (B35.2) ‒ oberflächliche akute/chronische Mykose einer Hand, manchmal auch beider Hände [s. u. dem gleichnamigen Thema]
    • durch Tinea rubrum
    • Vorkommen: Die Infektion tritt weltweit auf.
  • Tinea pedis (B35.3) ‒ Mykose der Fußsohlen/Zehenzwischenräume [s. u. dem gleichnamigen Thema]
    • vorwiegend durch Tinea rubrum, Tinea interdigitale
    • kann der Ausgangspunkt für weiteren Pilzbefall des Körpers sein!
    • Vorkommen: Die Infektion tritt weltweit auf.
    • Die Erreger T. rubrum und T. interdigitale sind bei Trockenheit über viele Monate überlebensfähig.
    • Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja, über Schuhe, Strümpfe, Fußbodenflächen
  • Tinea corporis (B35.4) ‒ Mykose des Rumpfes – vor allem an Kontaktstellen an Armen und Oberkörper und in der Anal- und Inguinalregion (Leistengegend)
    • durch T. rubrum, T. mentagrophytes, M. canis, E. floccosum
  • Tinea imbricata (B35.5) ‒ Mykose des Körpers, der durch kokardenartige Herde gekennzeichnet ist
  • Tinea cruris (-inguinalis; B35.6) ‒ Mykose des Unterschenkels
    • durch Tinea rubrum, Tinea mentagrophytes, E. floccosum
    • Geschlechterverhältnis: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  • Sonstige Dermatophytosen (B35.8) – z. B. Tinea genitalis (Mykose des Genitalbereichs)

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt je nach genauer Art (Erkrankung) von Mensch zu Mensch, über zwischengeschaltete Gegenstände sowie von Tier zu Mensch.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) ist unterschiedlich bzw. meist unbekannt.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für Tinea pedis (Fußpilz) liegt bei 30 % und für Tinea unguium (Nagelpilz) bei 12,4 % in Deutschland. Bei Kindern liegt die Prävalenz bei 5-15 %.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) für Kinder beträgt ca. 25 Erkrankungen pro 1.000 Kinder pro Jahr. 

Verlauf und Prognose: Bei adäquater Therapie ist die Prognose gut. Die Erkrankung heilt spurlos ab. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, nimmt sie einen chronischen Verlauf. Bedacht werden muss, dass der Betroffene andere Menschen anstecken kann.
Einen komplizierten Verlauf kann die Erkrankung bei Kindern und immundefizienten (abwehrschwachen) Personen nehmen. Hier können dann auch Organe vom Pilzbefall betroffen sein.

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Tinea der freien Haut. (AWMF-Registernummer: 013-002), Oktober 2008 Dermatologische Gesellschaft

     
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