Einleitung
Brucellose

Bei der Brucellose (Synonyme: Abortus-Bang-Infektion; Bang-Infektion; Bang-Krankheit; Brucella-Infektion; Brucella-Sepsis; Brucellose durch Brucella abortus; Brucellose durch Brucella canis; Brucellose durch Brucella melitensis; Brucellose durch Brucella suis; Endemische Bazillokokkie [Brucellose]; Febris mediterranea; Febris melitensis; Febris undulans; Febris undulans Bang; Febris undulans bovina; Febris undulans melitensis; Gibraltar-Fieber; Infektion durch Brucella abortus; Infektion durch Brucella canis; Infektion durch Brucella melitensis; Infektion durch Brucella suis; Malta-Fieber; Mischform der Brucellose; Mittelmeer-Fieber; Morbus Abortus Bang; Morbus Bang; Neapolitan-Fieber; Pyelonephritis bei Brucellose; Schweinebrucellose; Septische Brucellose; Undulierendes Fieber ‒ s.a. Brucellose; Zypern-Fieber; ICD-10-GM A23.-: Brucellose) handelt es sich um eine Gruppe von Infektionserkrankungen, die durch verschiedene Biotypen des Bakteriums Brucella verursacht werden. Brucellen sind kleine, unbewegliche, nicht sporenbildende, gramnegative, aerobe sowie kokkoide (kugelähnliche Form) Stäbchenbakterien. Zu den wichtigsten Erregern zählen B. abortus und B. suis.

Die Erkrankung gehört zu den bakteriellen Zoonosen (Tierseuchen).

Das für den Menschen relevante Erregerreservoir ist Nutzvieh (B. abortus kommt bei Rindern vor, B. melitensis bei Schafen, Ziegen und B. suis bei Schweinen).

Vorkommen: Die Infektion tritt vor allem im Mittelmeerraum, der arabischen Halbinsel, dem Mittleren Osten, Afrika oder Mittel- und Südamerika auf. In Mittel- und Nordeuropa wurde die Brucellose in Nutztierbeständen erfolgreich bekämpft und tritt nur noch selten auf. Innerhalb Europas sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) insbesondere Portugal, Spanien, Süditalien, Griechenland und die Türkei betroffen. Erkrankungen in Deutschland sind in der Regel auf importierte Tiere zurückzuführen.

Brucellen sind bei Umgebungstemperaturen in Urin, Staub, Wasser, Erde, Milch und Milchprodukten (roher Milch und Rohmilchkäse) mehrere Tage bis zu einigen Wochen stabil und bleiben infektionstüchtig. Allerdings sind sie hitzelabil. Bei Temperaturen von mehr als 60 °C sind sie innerhalb von 10 Minuten abgetötet. Des Weiteren sind Brucellen empfindlich gegenüber Desinfektionsmitteln.

Die Übertragung des Erregers (Infektionsweg) erfolgt durch direkten Kontakt zu infizierten Nutztieren (durch Hautläsionen, auch Mikroläsionen) oder durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch oder kontaminierten Milchprodukten. Selten ist eine Übertragung durch Stillen, Geschlechtsverkehr, Bluttransfusionen sowie Knochenmarktransplantationen beschrieben.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Ja, aber sehr selten.

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) beträgt zwischen 5 und 60 Tagen, durchschnittlich 2-3 Wochen.

Man kann die folgenden Typen unterscheiden:

  • Brucella melitensis (Maltafieber)
  • Brucella suis (Schweinepest)
  • Brucella abortus (Morbus Bang)
  • Brucella canis

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf.

Die Brucellose ist weltweit eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Jährlich werden bis zu 500.000 Fälle neu erkrankter Menschen gemeldet.

Verlauf und Prognose: Die Brucellose wird aufgrund ihrer vielfältigen Symptomatik erst sehr spät diagnostiziert. Rund 90 % der Infektionen verlaufen subklinisch (unterschwellig). In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung akut und ähnelt einer Influenza (Grippe). Es gibt jedoch auch chronische Verlaufsformen, im Rahmen derer die Leber, Lunge, Herz und andere innere Organe befallen werden können.

Die Letalität (Sterblichkeit bezogen auf die Gesamtzahl der an der Krankheit Erkrankten) beträgt bei unbehandelten Brucellosen bis zu 2 %.

In Deutschland ist der direkte oder indirekte Nachweis von Brucella spp., soweit er auf eine akute Infektion hinweist, nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) namentlich meldepflichtig.

 


     
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