Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Folgeerkrankungen
HPV-Infektion

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Infektionen mit humanen Papillomaviren (HPV) mit bedingt sein können:

Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)

  • Atemnot bei Neugeborenen mit Larynxpapillomatose

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Anogenitale Karzinome
    • Analkarzinom (Analkrebs; 5 % aller bösartiger Neubildungen im Gastrointestinaltrakt; Inzidenz: 1-2 pro 100.000 Einwohner pro Jahr; 90 % der Fälle als Plattenepithelkarzinom; assoziierte HPV-Typen: HPV-16; Entwicklung des Analkarzinoms in über 90 % der Fälle aus einer persistierenden HPV-Infektion) (5-Jahres-Überlebensrate: ca. 66 %)
    • Cervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) (5-Jahres-Überlebensrate: ca. 66 %)
    • Peniskarzinom (Peniskrebs); insbesondere für HIV-positive Männer, die Sex mit Männern haben (engl. men who have sex with men (MSM)) (5-Jahres-Überlebensrate: ca. 47 %)
    • Vulvakarzinom (Vulvakrebs; Krebs der äußeren Genitalorgane der Frau) (5-Jahres-Überlebensrate: ca. 66 %)
  • Maligne Entartung von Hautveränderungen
  • Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereiches (KHPK)
    • Mundhöhlenkarzinom
    • Oropharynxkarzinom (Mundrachenkrebs; ca. 80 % ist HPV-assoziiert: HPV 16 (in 90 %), 18, 31 (je 3 %; deutlich seltener) diese haben eine günstigere Prognose als Oropharynxkarzinome anderer Genese; bei kleineren Tumoren können Überlebensraten von > 90 % erreicht werden)
      Die Radiochemotherapie (gleichzeitige Verabreichung einer 
      Strahlenbehandlung und einer Chemotherapie) stellt dabei eine entscheidende Therapiesäule dar.
      Beachte: 
      • Es sterben inzwischen mehr Menschen an HPV-assoziierten oropharyngealen Tumoren als an Cervixkarzinomen. (5-Jahres-Überlebensrate: ca. 51 %)
      • Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) des humanen Papillomavirus-positiven Oropharynxkarzinom steigt weltweit stetig an.
    • Verhaltensweisen, die zum Krebsrisiko beitragen: besonders gefährdet waren Teilnehmer, die [2]
      • jemals Oralsex hatten (Odds Ratio [OR] 4,4)
      • bereits in jungen Jahren (< 18 Jahre) Oralsex hatten (1,8)
      • bereits beim ersten Geschlechtsverkehr Oralsex gehabt hatten (1,8),
      • besonders intensiv Oralsex gehabt hatten, das heißt mehr als fünf Partner innerhalb von zehn Jahren (2,8),
      • mit mehr als zehn Partnern tiefe Zungenküsse ausgetauscht hatten (2,6) und
      • angaben, dass ihr Partner fremdging (3,6).
  • Plattenepithelkarzinome der Lunge (Bronchialkarzinom), HPV16/18-Infektion [1]

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Ablehnung von Sexualität
  • Krebsangst
  • Schuldgefühle
  • Soziale Isolation

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Condylomata gigantea können den Geburtsweg verlegen
  • Frühgeburten ↑ (HPV-Infektion in Verbindung mit der Schwangerschaft: 5,9 % versus Schwangere mit HPV-Test negativ: 4,6 %) [3]

Literatur

  1. Kan Zhai, Jie Ding, Huan-Zhong Shiemail: HPV and lung cancer risk: A meta-analysis. Journal of Clinical Virology doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.jcv.2014.09.014
  2. Drake VE et al.: Timing, number, and type of sexual partners associated with risk of oropharyngeal cancer. Cancer 11 January 2021 https://doi.org/10.1002/cncr.33346
  3. Wiik J et al.: Associations of treated and untreated human papillomavirus infection with preterm delivery and neonatal mortality: A Swedish population-based study. Plos Medicine May 10, 2021 https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003641

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitoanalregion und des Anus – Genitalwarzen und Krebsvorstufen der Vulva, des Penis und der peri- und intraanalen Haut . (AWMF-Registernummer: 082-008), September 2017 Kurzfassung Langfassung
     
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