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Folgeerkrankungen
Subarachnoidalblutung

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch eine Subarachnoidalblutung (SAB) mit bedingt sein können:

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Terson-Syndrom – Einblutungen in den Glaskörper (Corpus vitreum) und die Retina (Netzhaut) durch Drucksteigerung der retinalen Venen; gilt als prognostisch ungünstiger Parameter

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Hyponatriämie (Natriummangel) – in ca. 30 % der Fälle; im Rahmen der Subarachnoidalblutung kann es zu einer mechanischen Irritation des Hypothalamus kommen; in der Folge erhöht sich die Sekretion des antidiuretischen Hormons (ADH), was zu einer Verdünnungshyponatriämie führt.

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen), neurogene
  • Hirninfarkt (20-40% der Fälle)
  • Intrazerebrale Blutung (ICB; Hirnblutung)
  • Kardiogenes Lungenödem (herzbedingtes Lungenödem/Wassereinlagerung in der Lunge)
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
  • Rezidivblutung (erneute Blutung) – die Gefahr einer Rezidivblutung ist in den ersten drei Tagen am höchsten
    • ca. 35 % der Nachblutungen treten in den ersten drei Stunden auf [1]
    • bis zu 49 % in den ersten sechs Stunden [1]
  • Stress-Kardiomyopathie (Synonyme: Broken-Heart-Syndrom (Gebrochenes-Herz-Syndrom), Tako-Tsubo-Kardiomyopathie (Takotsubo-Kardiomyopathie), Tako-Tsubo Cardiomyopathie (TTC), Tako-Tsubo-Syndrom (Takotsubo-Syndrom, TTS), transiente linksventrikuläre apikale Ballonierung) – primäre Kardiomyopathie, die durch eine kurzfristige Einschränkung der Myokardfunktion bei insgesamt unauffälligen Koronargefäßen charakterisiert ist; klinische Symptomatik: Symptome eines akuten Myokardinfarkts mit akutem Thoraxschmerz, typischen EKG-Veränderungen und Anstieg der myokardialen Marker im Blut; bei ca. 1-2 % der Patienten mit der Verdachtsdiagnose eines akuten Koronarsyndroms findet sich bei einer Herzkatheteruntersuchung statt der vermeintlichen Diagnose einer koronaren Herzerkrankung (KHK) eine TTC; bei nahezu 90 % der von einer TTC betroffenen Patienten handelt es sich um Frauen im postmenopausalen Alter; erhöhte Mortalität bei jüngeren Patienten, insbesondere bei Männern, was maßgeblich bedingt ist durch eine erhöhte Rate an zerebralen Blutungen und epileptischen Anfällen
  • Subduralhämatom (SDH) – Hämatom (Bluterguss) unter der harten Hirnhaut zwischen Dura mater (harte Hirnhaut) und Arachnoidea (Spinnwebenhaut)
  • Vasospasmen (Verengung der betroffenen Gefäße) und sekundäre Ischämien (Minderversorgung des Hirngewebes mit Sauerstoff) – zwischen Tag 4 und 14 nach einer aneurysmatischen SAB; sie halten meist zwei bis drei Wochen an; in der Folge kommt es zu einer Ischämie 

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Epileptische Anfälle (Krampfanfälle) (10 % der Fälle)
  • Hirnödem (Hirnschwellung)
  • Hydrocephalus (krankhafte Erweiterung der mit Liquor gefüllten Flüssigkeitsräume (Hirnventrikel) des Gehirns) (25 % der Fälle) – man unterscheidet in diesem Zusammenhang zwei Formen:
    • Hydrocephalus aresorptivus (Synonym: malresorptivus) – die Einblutung beeinträchtigt die Resorption des Liquors cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit, engl  Cerebrospinal fluid (CSF), umgangssprachlich "Nervenwasser")
    • Hydrocephalus occlusus (seltener) – hier bricht die Blutung in das Ventrikelsystem (Hohlraumsystem im Gehirn) ein (intraventrikuläre Blutung (IVB))
    • Ein Hydrocephalus entwickelt sich innerhalb von Stunden bis hin zu Wochen nach der SAB. In manchen Fällen kommt es zu einer spontanen Rückbildung.
    • In der Regel ist eine Ableitung des aufgestauten Liquors (Hirnwasser) notwendig: Anlage einer externen Ventrikeldrainage (EVD)
    • Ist die Ableitung über einen längeren Zeitraum von Nöten, wird operativ ein ventrikuloperitonealer (Ableitung in die Bauchhöhle) oder ventrikuloartialer (Ableitung in den rechten Vorhof) Shunt gesetzt.

Prognosefaktoren

  • Ruptur (Riss) eines Hirnarterienaneurysmas führt bei Cannabiskonsumenten offenbar häufiger zu Komplikationen (zweimal so häufig zu einer verzögerten zerebralen Ischämie (Minderdurchblutung des Gehirns), die auf einen durch die Droge ausgelösten Gefäßspasmus (krampfartige Entstellung eines Gefäßes) zurückgehen könnte) [2].

Literatur

  1. Naidech AM et al.: Predictors and impact of aneurysm rebleeding after subarachnoid hemorrhage. In: Arch Neurol. (2005); 62(3), S. 410-416
  2. Catapano JS et al.: Cannabis Use and Delayed Cerebral Ischemia After Aneurysmal Subarachnoid Hemorrhag stroke. 2022;53:e42–e43 https://doi.org/10.1161/STROKEAHA.121.035650
     
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