Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Körperliche Untersuchung
Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien)

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • der Haut und der Schleimhäute
      • Halsvenenstauung?
      • Ödeme (praetibiale Ödeme?/Wassereinlagerungen im Bereich des Unterschenkels/vor dem Schienbein, Knöchel; beim liegenden Patienten: präsakral/vor dem Kreuzbein)
      • generalisierte periphere Zyanose [Blaufärbung der Lippen und der Akren (Finger-/Zehenendglieder, Nase, Ohren)]
      • zentrale Zyanose [bläuliche Verfärbung von Haut und zentralen Schleimhäuten, z. B. Zunge]
    • Auskultation (Abhören) des Herzens, dabei kann man ggf. feststellen:
      • verlagerter (und verbreiterter) Herzspitzenstoß (fühlbares Anstoßen der Herzspitze an die vordere Brustwand während der Systole/Zusammenziehen des Herzens; das Auflegen der Handfläche links parasternal erleichtert das Auffinden des Herzspitzenstoßes; dieser wird mit zwei Fingern beurteilt: Lage, Ausdehnung und Stärke)
      • Auskultationsbefund: vorhandener 3. Herzton (Zeitpunkt: frühe Diastole (Entspannungs- und Füllungsphase des Herzens); ca 0,15 sec. nach dem 2. Herzton; durch das Auftreffen des Blutstrahls auf die steife Wand des (insuffizienten) Ventrikels/Herzkammer)
      • systolische Herzgeräusche bei hypertrophischer obstruktiver Kardiomyopathie (HOCM)?
        Hinweise:
        • Die nicht-obstruktive Kardiomyopathie (HNCM) bleibt meistens auskultatorisch stumm.
        • Ein Valsalva-Manöver (forcierte Exspiration/Ausatrmung gegen die verschlossene Mund- und Nasenöffnung bei gleichzeitigem Einsatz der Bauchpresse), als Provokationstest, muss bei Verdacht auf eine hypertrophische Kardiomyopathie (HCM) obligatorisch durchgeführt werden, da bei einem Teil der Patienten die Obstruktion erst unter Provokation besteht.
    • Auskultation der Lunge [bei Linksherzinsuffizienz:
      • Lungenödem (Flüssigkeit in der Lunge): Tachypnoe (> 20 Atemzüge/min); verschärftes Atemgeräusch; inspiratorisch: bds. feuchte Rasselgeräusche (RGs)/grobblasige Rasselgeräusche; in schweren Fällen schon ohne Stethoskop hörbar ("Brodeln der Lunge"); das Atemgeräusch ist abgeschwächt]
    • Untersuchung des Abdomens (Bauch) [bei Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Hepatomegalie (Lebervergrößerung)?]
      • Auskultation (Abhören) des Abdomens [Gefäß- oder Stenosegeräusche?, Darmgeräusche?]
      • Perkussion (Abklopfen) des Abdomens 
        • Meteorismus (Blähungen)?: hypersonorer Klopfschall
        • Dämpfung des Klopfschall durch vergrößerte Leber oder Milz, Tumor, Harnstau?
        • Hepatomegalie (Lebervergrößerung) und/oder Splenomegalie (Milzvergrößerung)?: Abschätzen von Leber- und Milzgröße
      • Palpation (Abtasten) des Abdomens (Bauch) (Druckschmerz?, Klopfschmerz?, Hustenschmerz?, Abwehrspannung?, Bruchpforten?, Nierenlagerklopfschmerz?)
  • 6-Minuten-Gehtest – standardisiertes Verfahren zur objektiven Beurteilung, Bestimmung des Schweregrades sowie Verlaufsbeurteilung einer Belastungseinschränkung, die auf kardiopulmonale Ursachen zurückzuführen ist (zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung)
  • Beurteilung des Bewusstseins mithilfe der Glasgow Coma Score (GCS)
  • Gesundheitscheck 

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.

Glasgow Coma Scale (GCS) – Skala zur Abschätzung einer Bewusstseinsstörung [1]

  Kriterium Punktzahl
Augenöffnen    spontan 4
auf Aufforderung 3
auf Schmerzreiz 2
keine Reaktion 1
 Verbale Kommunikation     konversationsfähig, orientiert 5
konversationsfähig, desorientiert (verwirrt) 4
unzusammenhängende Worte 3
unverständliche Laute 2
keine verbale Reaktion 1
 Motorische Reaktion      befolgt Aufforderungen 6
gezielte Schmerzabwehr 5
ungezielte Schmerzabwehr 4
auf Schmerzreiz Beugesynergismen  3
auf Schmerzreiz Strecksynergismen  2
keine Reaktion auf Schmerzreiz 1

Beurteilung

  • Die Punkte werden für jede Kategorie einzeln vergeben und anschließend addiert. Die maximale Punktzahl ist 15, die minimale 3 Punkte.
  • Bei 8 oder weniger Punkten ist von einer sehr schweren Gehirnfunktionsstörung auszugehen und des besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Atmungsstörungen.
  • Bei einem GCS ≤ 8 muss eine Sicherung der Atemwege durch endotracheale Intubation (Einführen eines Tubus (Hohlsonde) über Mund oder Nase zwischen den Stimmlippen des Kehlkopfes hindurch in die Luftröhre) erwogen werden.

Literatur

  1. Teasdale G, Jennet B: Assessment of coma and impaired consciouness: a pratical scale, Lancet 2:81-84, 1974
     
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