Lipoprotein (a)-Erhöhung (Hyperlipoproteinämie) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Atemfrequenz (Anzahl der Atemzüge pro Minute), Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Beurteilung von Allgemein- und Ernährungszustand
    • Beurteilung des kardiovaskulären Gesamtrisikoprofils (Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) anhand klinisch erfassbarer Risikofaktoren, insbesondere arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und Adipositas (starkes Übergewicht)
  • Herzstatus (Untersuchung des Herzens)
    • Palpation (Abtasten) von Herzspitzenstoß (fühlbare Herzbewegung an der Brustwand) und zentralen Pulsen
    • Auskultation (Abhören) des Herzens, insbesondere über der Aortenklappe (Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader) und den Karotiden (Halsschlagadern) zur klinischen Erfassung einer möglichen Aortenklappenstenose (Verengung der Aortenklappe)
  • Gefäßstatus (Untersuchung der Blutgefäße)
    • Palpation der peripheren Pulse (Pulse an Armen und Beinen) mit Seitenvergleich, insbesondere A. femoralis (Oberschenkelschlagader), A. poplitea (Kniekehlenschlagader), A. tibialis posterior (hintere Schienbeinschlagader) und A. dorsalis pedis (Fußrückenschlagader)
    • Inspektion (Betrachtung) der Extremitäten (Gliedmaßen) auf trophische Veränderungen (Gewebeveränderungen durch Durchblutungsstörungen) als klinische Hinweise auf eine manifeste periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Gliedmaßenarterien)
    • Auskultation der Karotiden und peripheren Arterien (körperfernen Schlagadern) bei klinischem Verdacht auf eine arterielle Stenose (Verengung einer Schlagader)

Eine isolierte Lipoprotein (a)-Erhöhung verursacht keine charakteristischen körperlichen Befunde. Die körperliche Untersuchung dient daher vor allem der Erfassung einer bereits manifesten atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (durch Gefäßverkalkung verursachten Herz-Kreislauf-Erkrankung) und einer Aortenklappenstenose sowie zusätzlicher modifizierbarer kardiovaskulärer Risikofaktoren (beeinflussbarer Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen).

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.