Mitesser (Komedonen)

Komedonen (lat. comedere "essen‘", "mitessen", "verzehren"; ICD-10-GM L70.0: Acne vulgaris), auch Mitesser genannt, sind primäre, nicht entzündliche Effloreszenzen (krankhafte Veränderungen der Haut). Es handelt sich dabei um erweiterte Haarkanäle (Haarfollikel), die mit Keratin und Talg gefüllt sind.

Komedonen können allein auftreten oder in Zusammenhang mit einer Akne (z. B. Acne vulgaris).

Symptome – Beschwerden

Gehäuftes Auftreten der verschiedenen Effloreszenzen

  • Primäre, nicht entzündliche Effloreszenzen (sogenannte Mitesser) – Mikrokomedonen, geschlossene Komedonen (weißliche kleine Hauterhabenheiten), offene Komedonen (Hauterhabenheiten mit einem dunklen Talgpfropf)
  • Sekundäre, entzündliche Effloreszenzen – Papeln (knötchenartige Verdickung der Haut), Pusteln (Eiterbläschen), Knoten, Abszesse
  • Tertiäre, nicht mehr entzündliche Effloreszenzen – Narben, Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Geschwulst im Körpergewebe), Fistelkomedonen (Verbindungsgänge zwischen den einzelnen Komedonen)

Prädilektionsstelle (Körperregionen, an denen die Veränderungen am häufigsten auftreten)

  • Gesicht

Seltener sind folgende Körperregionen betroffen

  • Hals
  • Dekolleté
  • Rücken 
  • Oberarme

Man unterscheidet zwei Arten der Mitesser:

  • Whitehead – heller, geschlossener Mitesser 
  • Blackhead – offener Mitesser

Die Mitesser sind zunächst noch geschlossen und werden als Whitehead bezeichnet, da sie einen weißen Kopf besitzen. Öffnen sich die Mitesser, färbt sich ihre Oberfläche durch die Reaktion des Hautfarbstoffes Melanin mit Luft, Licht und Bakterien schwarz, sie werden dann als Blackhead bezeichnet.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

In der Haut befinden sich die sogenannten Haarkanäle Haarfollikel, aus denen die feinen Gesichtshaare herauswachsen. Im Inneren dieser Kanäle befinden sich Talgdrüsen. Die Drüsen produzieren Talg, der über den Haarkanal an die Hautoberfläche abgegeben wird, um die Haut vor dem Austrocknen zu schützen.

Wenn der Haarfollikel verstopft wird, beispielsweise durch winzigste Hautpartikel, bilden sich Mitesser. Die Talgdrüse wird verschlossen, der Talg kann nicht mehr abgegeben werden, wodurch der Follikel anschwillt. Normalerweise liegen auch im Inneren der Drüse sogenannte Hornlamellen, die dafür sorgen, dass der Talg abgeleitet wird. Durch die große Talgmenge werden die Hornlamellen jedoch so zusammengedrückt, dass sie verhärten und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können es ist ein Mitesser entstanden.

Diagnostik

Mitesser werden durch Blickdiagnose festgestellt.

Therapie

Allgemeine Maßnahmen

  • Nur mit sauberen Händen ins Gesicht greifen.
  • Keine Manipulation ("Kratzen") an Papeln (von lat.: papula „Bläschen“ oder Knötchen) und Pusteln (von lat.: pustula; Eiterbläschen)
  • Kein Tragen von Stirnbändern 
  • Tipps zur Hautpflege:
    • Aknepatienten sollten maximal einmal am Tag die Gesichtshaut mit einem milden Reiniger (oder besser mit nur reinem Wasser) sanft und ohne großes Reiben von Talg und Fetten befreien. 
      Achtung! 
      Größere Mengen von Waschsubstanzen führen zu Rötungen!
    • Als Waschsubstanz eignen sich seifenfreie pH-neutrale Waschsyndets (zusammengesetzter Begriff aus synthetischen Detergentien; damit werden synthetische waschaktive Substanzen bezeichnet), die sparsam angewendet werden sollten.

Therapieempfehlung

  • Bei einer fachgerechten Behandlung wird zunächst die Haut aufgeweicht mittels Kompressen oder Dampfbädern. Dadurch löst sich die oberste Hornschicht und der Mitesser kann dann mit speziellen Hilfsmitteln entfernt werden.

Eine anschließende Behandlung mit desinfizierenden Mitteln tötet eventuell noch vorhandene Bakterien und beugt so einer Neubildung vor.

Achtung!
Mitesser sollten nicht selbst entfernt werden.
Das „Herumdrücken“ sorgt dafür, dass sich die Bakterien weiter ausbreiten und kann zu schmerzhaften Entzündungen führen.


     
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