Weitere Therapie
Juckreiz (Pruritus)

Allgemeine Maßnahmen

  • Vermeiden von Faktoren, die die Hauttrockenheit fördern:
    • häufiges Waschen, Duschen oder Baden (Badezeit maximal 20 Minuten; eher in kühlem oder lauwarmem Wasser baden als in heißem)
    • warme Umgebungstemperaturen
    • trockenes Klima, Sauna.
  • Bei Juckreiz das Kratzen vermeiden:
    • Nägel kurz schneiden
    • Nachts Baumwollhandschuhe tragen
    • bei Juckreiz die Stellen reiben und nicht kratzen
  • Hautpflege:
    • milde Hautreinigungsmittel benutzen (alkoholhaltige Reinigungsmitttel vermeiden!)
    • direkt nach dem Duschen bzw. Baden Feuchtigkeitscreme anwenden, um die Feuchtigkeit vom Duschen bzw. Baden in der Haut zurückzuhalten
    • rückfettende Präparate verwenden
  • Kleidung:
    • Baumwolle statt Wollkleidung
    • eng anliegende Kleidung meiden (z. B. Leggings)
    • leichte Kleidung tragen
  • Überprüfung der Nahrungsmittel, insbesondere der Nahrungsmittelzusatzstoffe, auf allergene bzw. pseudoallergene Wirkung (siehe dazu unter Pseudoallergie)
  • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit
    Hinweis: Auch Arzneimittel und deren Inhaltsstoffe (z. B. Hydroxyethylstärke, HES) können u. a. den Botenstoff Histamin freisetzen, der den Juckreiz auslöst.
  • Vermeidung psychosozialer Belastungen: 
    • Psychosomatische Belastung
    • Stress
  • Vermeidung von Umweltbelastungen:
    • Reizstoffe (Chemikalien, Lösungsmittel)
    • Klimaanlagen (trockene Luft)
    • Überheizte Räume (maximal 21 °C)
    • Trockenes Raumklima → Luftraumbefeucher einsetzen
    • Sonne (häufige Sonnenbäder) → Sonnenschutz!
    • Winter (Kälte) – kalt-trockene Klimabereiche; trockene Heizungsluft (→ Reduktion der Talgdrüsensekretion); dazu folgende Empfehlungen:
      • Luftraumbefeuchter
      • Handschuhe tragen ab < 10 °C Außentemperatur

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (1,5-2,0 l/Tag)
    • Heißes oder scharfes Essen (z. B. Chili) meiden
    • Ernährung reich an der Omega-6-Fettsäure Gamma-Linolensäure (GLA). GLA-reiche Lebensmittel sind Fette und Öle wie Nachtkerzen-, schwarzes Johannisbeersamen- und Borretschsamenöl 
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
    Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
    Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns

Physikalische Therapie (inkl. Physiotherapie)

  • UVB 311 nm-Lichttherapie (Synonym: Schmalspektrum-UVB; 311-nm-UVB; UV (Ultraviolett)-B-Phototherapie) – Die Bestrahlungstherapie mit UV-B führte bei 9 von 10 Patienten mit urämischen Pruritus zu einer deutlichen Verringerung des Juckreizes [1].

Psychotherapie

  • Ggf. Stressmanagement
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Komplementäre Behandlungsmethoden

  • Purgation: Unter Purgation (v. lat. purgare „reinigen“) versteht man die Entleerung des Darms im Sinne einer "Ausleitungstherapie". Diese soll zur Sanierung der Darmflora beitragen.
    Ausleitende Verfahren sind Behandlungsmethoden der komplementären Medizin, die mutmaßlich zur Entgiftung der Körpersäfte dienen sollen. Als Synonyme werden auch die Begriffe Humoraltherapie (von lat. humores „Säfte“) oder Aschner-Verfahren (nach dem Arzt Bernhard Aschner, 1883-1960) verwendet.
    Hinweis!

  • Im Falle einer Dysbiose (Störung der Darmflora) ist eine Therapie mit Probiotika (mikrobiologische Therapie; Symbioselenkung; Nahrungerergänzungsmittel mit probiotischen Kulturen) angezeigt.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. Gilchrest BA, Rowe JW, Brown RS et al (1979) Ultraviolet phototherapy of uremic pruritus. Long-term results and possible mechanism of action. Ann Intern Med 91(1):17-21
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
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