Einleitung
Aktinische Keratose

Bei der aktinischen Keratose (AK; griech.: „aktis“ Strahl und „keras“ Horn; Synonyme: aktinische Präkanzerose; Keratosis actinis; Keratosis solaris; senile Keratose; solare Keratosis; Sun-induced skin changes; ICD-10 L57.0: Aktinische Keratose) handelt es sich um eine chronische Schädigung der verhornten Oberhaut, verursacht durch langjährige intensive Einwirkung von Sonnenlicht (aktinisch = durch Strahlen bewirkt)

Die Hautschädigung schreitet nur langsam fort, kann aber nach Jahren zu einem Plattenepithelkarzinom der Haut führen. Die aktinische Keratose gilt daher als eine fakultative Präkanzerose (Entartungsrisiko ist kleiner als 30 %).

Man kann die folgenden vier Subtypen der aktinischen Keratose unterscheiden:

  • Erythematöser Typ
  • Keratotischer Typ
  • Pigmentierter Typ
  • Lichen planus-Typ

Die aktinischen Keratosen als In-situ-Karzinome gehören zum nicht-melanozytären Hautkrebs (Non-Melanoma Skin Cancer, NMSC).

Aktinische Keratosen (AK) können nach einer längeren Latenzzeit in ein invasives Plattenepithelkarzinom (engl. squamous cell carcinoma, SCC) übergehen.

Die aktinische Keratosen als In-situ-Karzinome, das spinozelluläre Karzinom und das Basalzellkarzinom (BZK; Basaliomwerden zunehmend auch als Keratinozytenkarzinome bezeichnet.

Geschlechterverhältnis: Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend im höheren Alter auf. Zunehmend sind aber auch jüngere Menschen betroffen.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei den über 40-Jährigen bei 15 % für Männer und 6 % für Frauen (in Deutschland). Bei den über 70-Jährigen liegt die Prävalenz bei 34 % der Männer und 18 % der Frauen. Die hohe Prävalenz bei Männern wird auf eine zum Teil ungeschützte Sonnenexposition bei beruflicher Tätigkeit im Freien zurückgeführt.
Häufig betroffen sind hellhäutige Menschen (
Hauttyp I/II nach Fitzpatrick) und Menschen mit blauen Augen. In Regionen mit hoher UV-Belastung ist die Prävalenz höher. So haben in Australien in der Altersgruppe der 30- bis 70-Jährigen fast die Hälfte der Männer und jede dritte Frau eine aktinische Keratose.

Verlauf und Prognose: Die aktinische Keratose kann sich spontan (von selbst) zurückbilden. In der Regel bleibt die Erkrankung jahrelang bestehen. Meist ist der Verlauf gutartig, vor allem dann, wenn die Therapie rechtzeitig erfolgt.

Die aktinische Keratose kann rezidivierend (wiederkehrend) auftreten. Nach einer Lasertherapie liegt die Rezidivrate bei 10 %.

Da die aktinische Keratose eine Präkanzerose (Krebsvorstufe; KIN (keratinocytic intraepidermal neoplasia)) des Plattenepithelkarzinoms (PEK) der Haut ist, sind regelmäßige dermatologische Nachuntersuchungen erforderlich. Das Progressionsrisiko wird mit bis zu 16 % pro Jahr angegeben. In bis zu 10 % der Fälle entwickelt sich aus der aktinischen Keratose innerhalb von 10 Jahren ein Plattenepithelkarzinom der Haut (Synonyme: kutanes Plattenepithelkarzinom (SCC); Spinaliom; spinozelluläres Karzinom; Stachelzellkrebs)

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Behandlung der aktinischen Keratosen C44.x. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. (AWMF-Registernummer: 013-041), Dezember 2011 Langfassung
  2. International League of Dermatological Societies + European Dermatology Forum: Neue evidenz- und konsensusbasierte S3-Leitlinie der ILDSa und EDFb zur Behandlung der Aktinischen Keratose. Update 2015.
  3. Werner RN, Stockfleth E, Connolly SM et al.: Evidence- and consensus-based (S3) Guidelines for the Treatment of Actinic Keratosis – International League of Dermatological Societies in cooperation with the European Dermatology Forum – Short version. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2015 Nov;29(11):2069-79. doi: 10.1111/jdv.13180.

     
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