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Symptome – Beschwerden
Zittern (Tremor)

Tremor bezeichnet unwillkürliche rhythmische Zuckungen von Muskelgruppen. Häufig sind die Hände betroffen, es kann jedoch auch der ganze Körper betroffen sein.

Der Tremor wird klinisch eingeteilt nach:

  • Aktivierungsbedingung (Ruhe, Aktion, Halten, ungerichtete Bewegung, Zielbewegung)
  • Frequenz (niederfrequent: 2-4 Hz, mittelfrequent: 4-7 Hz, hochfrequent: > 7 Hz)
  • Intensität bzw. Amplitude
    • feinschlägiger Tremor
    • mittelschlägiger Tremor
    • grobschlägiger Tremor

Im Rahmen einer Tremoranalyse werden folgende Tremorformen unterschieden:

  • Aktionstremor
    • Haltetremor – Tremor, der bei gegen die Schwerkraft ausgeübter Haltearbeit auftritt; betroffen ist meist die obere Extremität; beim Armvorhalteversuch setzt ohne Verzögerung ein Tremor mittlerer Frequenz (5-8 Hz) ein; jahrelanger Krankheitsverlauf ist typisch; Familienanamnese in ca. 60% positiv
    • Intentionstremor – Zittern der Gliedmaßen bei einer zielgerichteten Bewegung; häufigste Ursache ist die Multiple Sklerose (MS)
    • Isometrischer Tremor – Tremor, der bei isometrischer Muskelarbeit auftritt; auslösend wirkt dabei eine starre Willkürbewegung
    • Kinetischer Termor (Bewegungstremor)
  • Bewegungstremor
  • Dystoner Tremor (mittelschlägiger, mittelfrequenter Halte- und Bewegungstremor um 5-8 Hz) – Tremor im Rahmen einer Dystonie (Vorhandensein anhaltender oder zeitweise auftretender unwillkürlicher Muskelanspannungen); der Tremor ist gekennzeichnet durch eine Fehlfunktion bei der Kontrolle von Bewegungen
  • Essentieller Tremor (mittelschlägiger, mittelfrequenter Halte- und Aktionstremor/Bewegungstremor um 5-8 Hz) – tritt ohne erkennbare neurologische Grunderkrankung auf; wird als multiätiologisches Syndrom betrachtet, dessen Ursachen mit Ausnahme einiger assoziierter Risikogene bislang nicht geklärt sind; häufigste Tremorform 
    • Beachte: Ein Teil der Patienten weist zusätzliche Symptome unklarer Signifikanz auf, wie Ataxie (Gangstörung), Dystonie (Störung des Spannungszustandes der Muskulatur) oder einen Ruhetremor.
  • Holmes-Tremor (Synonyme: rubraler Tremor, Mittelhirntremor, Myorhythmie, Bendikt-Syndrom) (niedrige Frequenz (2-5 Hz) und grobschlägige Amplitude) – meist einseitiger Ruhe-, Halte- und Intentionstremor
  • Neuropathischer Tremor (4-8 Hz und grobschlägige Amplitude)
  • Orthostatischer Tremor (OT; Tremor im Stehen; nicht-sichtbarer, hochfrequenter Tremor (12-20 Hz) – führt bei Anspannung der Beinmuskulatur im Stehen zu einer deutlichen Standunsicherheit; Patienten klagen über Schwächegefühl in den Beinen nach dem Aufstehen, über Gummibeine, Standunsicherheit und Gleichgewichtsprobleme; das Gehen ist im Regelfall davon kaum beeinträchtigt
  • Parkinson-Tremor (mittelfrequent: 4 - 7 Hz); tritt vornehmlich in Ruhe auf (Ruhetremor) und ist einseitig; typisches Bewegungsmuster ("Pillendreher-Tremor") und langsamer als der essentielle Tremor; der Tremor bei Morbus Parkinson wird historisch in drei Typen unterteilt: 
    • Typ I: Ruhetremor oder Ruhe- und Halte-/Bewegungstremor der selben Frequenz
    • Typ II: Ruhe- und Halte-/Bewegungstremor unterschiedlicher Frequenz
    • Typ III: reiner Halte-/Bewegungstremor
  • Pathologischer Tremor
  • Physiologischer (ohne Krankheitswert) Tremor (feinschlägiger, hochfrequenter (7-12 Hz) – Tremor mit Frequenzreduktion unter Gewichtsbelastung; ist nicht oder nur minimal sichtbar; wird meist nicht als störend empfunden; kann ausgelöst werden durch ein aktives Vorhalten der Extremitäten
  • Psychogener Tremor
  • Ruhetremor
  • Verstärkter (gesteigerter) physiologischer Tremor – im Gegensatz zum physiologischen Tremor meist sichtbar und störend; fein- bis mittelschlägiger Tremor
  • Zerebellärer Tremor (langsame Frequenz (2-5 Hz) und große Amplitude) – ist ein zerebellärer Bewegungs- und Intentionstremor; manifestiert sich als Rumpf- oder Extremitätentremor

Warnzeichen (red flags)

  • Anamnestische Angaben:
    • Chronischer Alkoholkonsum
    • Drogenkonsum
  • Intentionstremor (Zittern der Gliedmaßen bei einer zielgerichteten Bewegung) + Nystagmus (unkontrollierbare, rhythmische Bewegungen der Augen) oder Dysarthrie (Beeinträchtigung des Sprechens) → denken an: Kleinhirnstörung

 

     
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