Einleitung
Legasthenie

Bei der Legasthenie (ICD-10 F81.0) handelt es sich um die Lese- und Rechtschreibstörung (LRS).
Die Legasthenie zählt zu den "umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten".

Weltweit leiden ca. 3-11 % der Kinder und Jugendlichen unter einer Lese- und/oder Rechtschreibstörung (LRS) [1-3]

Geschlechterverhältnis: Jungen sind im Verhältnis 3:1 häufiger als Mädchen betroffen

Häufigkeitsgipfel: Die Legasthenie wird im Vorschul- bzw. im Grundschulalter am häufigsten diagnostiziert.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei einer kombinierten Lese- und Rechtschreibstörung bei ca. 8 % und bei einer isolierten Rechtschreibstörung bei ca. 7 %. Eine isolierte Lesestörung liegt bei ca. 6 %.
Bis zu 6,4 % der Erwachsenen in Deutschland erreichen nicht das Lese-/Rechtsschreibniveau von Viertklässlern.

Verlauf und Prognose: Die Fähigkeiten von Schülern mit Legasthenie werden wegen ihrer Rechtschreibstörung häufig unterschätzt, sodass es zu Fehlentscheidungen über Schullaufbahnen kommt. Dadurch bedingt führt die Legasthenie häufig zu einem niedrigeren Berufsausbildungsniveau sowie zu einer erhöhten Arbeitslosenquote unter den Betroffenen.
Eine fachgerecht behandelte Legasthenie kann jedoch zu einer erfolgreichen schulischen Entwicklung und einer positiven Persönlichkeitsentwicklung beitragen.

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) bei der Lese- und/oder Rechtschreibstörung sind häufig Angststörungen (ca. 20 %), depressive Symptome (ca. 40,5 %), hyperkinetische Störung bzw. Aufmerksamkeit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).

Literatur

  1. Moll K, Kunze S, Neuhoff N, Bruder J, Schulte-Körne G: Specific learning disorder: prevalence and gender differences. PloS One 2014; 9: e103537
  2. Katusic SK, Colligan RC, Barbaresi WJ, Schaid DJ, Jacobsen SJ: Incidence of reading disability in a population-based birth cohort, 1976-1982, Rochester, Minn. Mayo Clin Proc 2001; 76: 1081-92 
  3. Smythe I, Everatt J, Salter R: International book of dyslexia: a guide to practice and resources. Chichester: John Wiley & Sons 2004 

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Lese- und/oder Rechtschreibstörung bei Kindern und Jugendlichen, Diagnostik und Behandlung. (AWMF-Registernummer: 028 - 044), April 2015 Langfassung

     
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