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Einleitung
Bewusstseinsstörungen (Somnolenz, Sopor und Koma)

Bewusstseinsstörungen (Synonyme: Benommenheit; Bewusstlosigkeit; Bewusstseinstrübung; Coma; Coma cardiale; Coma cerebrale; Coma hypercapnicum; Coma prolonge; Irritations-Syndrom des Mesodienzephalon; Koma; Komaartige Störung; Komaartiger Zustand; Komatöser Zustand; Präkoma; Schläfrigkeit; Somnolenz; Sopor; Stupor; Zerebrales Koma; ICD-10-GM R40.-: Somnolenz, Sopor und Koma) bezeichnen Veränderungen im gewöhnlichen Alltags- oder Normalbewusstsein.

Man kann quantitative von qualitativen Bewusstseinsstörungen unterscheiden.

Es wird zwischen drei Formen der quantitativen Bewusstseinsstörung unterschieden:

  • Somnolenz (ICD-10-GM R40.0) – bezeichnet die Benommenheit mit einer abnormen Schläfrigkeit; sie kennzeichnet die leichteste Form der Verminderung des Bewusstseins.
    In einigen Texten wird die Benommenheit mit verlangsamten Denken/Handeln als eigenständige Bewusstseinsstörung gesehen.
  • Sopor (Präkoma; ICD-10-GM R40.1) – bezeichnet die schwere Bewusstseinseintrübung
  • Koma (ICD-10-GM R40.2: Koma, nicht näher bezeichnet) – bezeichnet die schwere tiefe Bewusstlosigkeit, die durch das Fehlen von Reaktionen auf Ansprache gekennzeichnet ist.

Von einem Koma unklarer Genese/Herkunft (engl. „coma of unknown etiology“ (CUE)) spricht man, wenn eine Vigilanzminderung (tiefe Somnolenz, Sopor oder Koma) vorliegt, die nicht primär auf ein Trauma oder eine kardiale Ursache zurückzuführen ist.
Eine Vigilanzminderung (von lat. vigilantia = „Wachsamkeit“, Synonym: quantitative Bewusstseinsstörung) ist durch eine verminderte Wachheit gekennzeichnet ist.

Man kann bei den quantitativen Bewusstseinsstörungen eine geminderte (Somnolenz, Sopor, Koma) von einer gesteigerten Bewusstseinslage (Bewusstseinshelligkeit) unterscheiden.

Zu den qualitativen Bewusstseinsstörungen zählen unter anderem Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Bewusstseinseinengung. Die normalen psychischen Abläufe sind gestört.

Die Bewusstseinsstörung ist ein Symptom, das viele verschiedene physische (körperliche) oder psychische Ursachen haben kann.

Bewusstseinstörungen können Symptom vieler Erkrankungen sein (siehe unter "Differentialdiagnosen").

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) einer quantitativen Bewusstseinsstörung beträgt bei Notaufnahmepatienten 5 bis 9 %; bis zu 2 % aller Patienten sind bei der Ankunft komatös, bei erhaltener Herz-Kreislauffunktion [1, 2].

Verlauf und Prognose: Verlauf und Prognose sind abhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung.
Ein Koma ist mit einer hohen durchschnittlichen Mortalität assoziiert, die höher ist als für Polytrauma, Myokardinfarkt (Herzinfarkt) oder Apoplex (Schlaganfall) (25-50 % in verschiedenen Studien [3].
Als 
Polytrauma bezeichnet man in der Medizin mehrere gleichzeitig erlittene Verletzungen verschiedener Körperregionen, wobei mindestens eine Verletzung oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist (Definition: Harald Tscherne).

Beachte: Bei mehr als 30 % der Patienten liegen mehrere, die Bewusstseinsstörung erklärende Erkrankungen vor [4].

Literatur

  1. Kanich W, Brady WJ, Huff JS, Perron AD, Holstege C, Lindbeck G, Carter CT: Altered mental status: evaluation and etiology in the ED. Am J Emerg Med 2002;20:613-617 doi: 10.1053/ajem.2002.35464.
  2. Royl G, Ploner CJ, Mockel M, Leithner C: Neurological chief complaints in an emergency room. Nervenarzt 2010;81:1226-1230
  3. Horsting MW, Franken MD, Meulenbelt J, van Klei WA, de Lange DW: The etiology and outcome of non-traumatic coma in critical care: a systematic review. BMC Anesthesiol 2015;15:65 doi: 10.1186/s12871-015-0041-9.
  4. Schmidt WU, Ploner CJ, Lutz M, Möckel T, Lindner T, Braun M: Causes of brain dysfunction in acute coma: a cohort study of 1027 patients in the emergency department. Scand J Trauma Resusc Emerg Med 2019;27:101

Leitlinien

  1. S1-Leitlinie: Akute Bewusstseinsstörung jenseits der Neugeborenenperiode. (AWMF-Registernummer: 022 - 016), Dezember 2020 Langfassung

     
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