Weitere Therapie
Alkoholabhängigkeit

Allgemeine Maßnahmen

  • Erhalt des Normalgewichts anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body-Mass-Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
  • Vermeidung psychosozialer Belastungen:
    • Aktuelle Konflikte
    • Arbeitslosigkeit
    • Soziale Isolation
    • Stress

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren

  • Qualifizierter Entzug: Unter dem qualifizierten Entzug versteht man eine zum körperlichen Entzug begleitende spezifische Therapie, in der dem Patienten und seinen Angehörigen weiterführende Maßnahmen vermittelt werden. Danach sollte der Patient sich auch in Selbsthilfegruppen oder anderen Beratungsstellen integrieren.
    Bis zu 50 % der Betroffenen bleiben nach dieser Maßnahme abstinent.
  • Das Konzept des kontrollierten Trinkens (KT) beginnt sich stärker neben dem Ziel der Abstinenz zu etablieren (Behandlung mit: Opioidantagonisten).

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Bei chronischem Alkoholkonsum sind auf Grund von Aufnahmestörungen im Darm oder ungenügender Zufuhr von Obst und Gemüse die Konzentrationen der meisten Vitamine und Spurenelemente im Blut erniedrigt – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" 
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Sportmedizin

  • Ausdauertraining (Cardiotraining) – zur Therapie
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Psychotherapie

  • Nach der Entgiftungsphase, die stationär erfolgt, sind empfehlenswerte Postakutbehandlungen (Empfehlungsgrad A) [1]:
    • Motivierende („motivational“) Interventionsformen
    • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
    • Kontingenzmanagement
    • Neurokognitives Training (NKT)
    • Psychodynamische Kurzzeittherapie
    • Verhaltenstherapie
    • Angehörigenarbeit
    • Paar- und Familientherapie
  • Psychosoziale Verfahren/Maßnahmen gemäß S3-Leitlinie: Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen 
    • Selbstmanagement als Teil der Krankheitsbewältigung; in diesem Kontext auch Hinweise auf Selbsthilfekontaktstellen
    • Einzelinterventionen
      • Psychoedukative Intervention zur Erweiterung des Krankheitswissens
      • Training von Alltags- und sozialen Fertigkeiten
      • Künstlerische Therapien
      • Ergotherapie – Arbeits- bzw. Beschäftigungstherapie
      • Bewegungs- und Sporttherapien
      • Gesundheitsfördernde Interventionen
    • Ambulante psychiatrische Pflege (APP) als Hilfe in Krisenzeiten zur Herstellung von Selbst- und Krankheitsanamnese sowie zur Förderung individueller wie Erholungsprozesse (Recovery-Prozesse)
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • DIFA Forum e. V.
    Deutsche Initiative zur Förderung verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Genussmitteln
    Franklinstr. 1, 10587 Berlin
    Telefon: 030-390633-60, Fax: 030-390633-66, Internet: www.difa-forum.de

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Gesundheitsportals die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. S3-Leitlinie: Alkoholbezogene Störungen: Screening, Diagnose und Behandlung. (AWMF-Registernummer: 076-001), Juli 2014 Kurzfassung Langfassung

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Alkoholbezogene Störungen: Screening, Diagnose und Behandlung. (AWMF-Registernummer: 076-001), Juli 2014 Kurzfassung Langfassung
  2. S3-Leitlinie: Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen. (AWMF-Registernummer: 038-020), Oktober 2018 Kurzfassung Langfassung
     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag