Einleitung
Clusterkopfschmerz

Der häufigste trigeminoautonome Kopfschmerz ist der Clusterkopfschmerz. Das Wort "Cluster“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Gruppe" oder "Haufen" (Synonyme: Bing-Horton-Neuralgie; Horton-Kopfschmerzen; Horton-Neuralgie; Horton-Syndrom; ICD-10 G44.0: Cluster-Kopfschmerz). Der Schmerz tritt in Attacken auf und ist einseitig und schwer. Meistens befindet er sich hinter dem Auge.

Es handelt sich um phasenweise auftretende Kopfschmerzen. Diese Phasen können von sieben Tagen bis hin zu einem Jahr dauern. Am häufigsten sind jedoch Kopfschmerzphasen von vier bis zwölf Wochen.
In dieser Zeit kommt es bis zu 8-mal täglich zu Kopfschmerzattacken. Geballt kommen die Attacken auch nachts vor. Eine solche Attacke kann zwischen 15 Minuten und drei Stunden andauern.
Zwischen den Kopfschmerzphasen liegen immer inaktive Phasen, die sich mindestens über zwei Wochen erstrecken.

Im Frühjahr oder Herbst treten die Attacken häufiger auf.

Ein Clusterkopfschmerz wird als chronischer Clusterkopfschmerz bezeichnet, wenn ganzjährige Attacken vorliegen, ohne dass es zu einer kopfschmerzfreien Zeit von 4 Wochen Dauer oder länger kommt.

Geschlechterverhältnis: Männer zu Frauen beträgt 3 : 1.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 28. und 30. Lebensjahr auf. In seltenen Fällen kann die Krankheit auch schon in der Kindheit auftreten.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt bei ca. 0,1-0,9 %.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 7-119 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Auftreten von kurzen unilaterale (einseitigen) Kopf- und /oder Gesichtsschmerzattacken (Schmerzen im Bereich von Auge und Schläfe, nur auf einer Gesichtsseite). Die Attacken dauern zwischen 15 Minuten und 3 StundenAuf der betroffenen Seite können Symptome wie ein tränendes oder gerötetes Auge (konjunktivale Rötung), eine verstopfte oder laufende Nase (Rhinorrhoe/Nasenlaufen und/oder Nasenkongestion) und verstärktes Schwitzen im Bereich von Stirn und Gesicht hinzukommen. Überwiegend ist immer dieselbe Gesichtsseite betroffen. Oft zeigen die Betroffenen eine Bewegungsunruhe.
In 12-20 % der Fälle verläuft die Erkrankung chronisch. Im hohen Lebensalter nimmt die Häufigkeit von Attacken jedoch ab. Durch eine frühzeitig begonnene adäquate Therapie können die akuten Schmerzattacken gut behandelt sowie die Häufigkeit und Schwere verringert werden.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie: Unipolare Depression. (AWMF-Registernummer: nvl-005), November 2015 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen. (AWMF-Registernummer: 030-036), Mai 2015 Langfassung
  3. DGS – PraxisLeitlinien Schmerzmedizin. PraxisLeitlinie Primäre Kopfschmerzerkrankungen v2.0 2015. http://dgschmerzmedizin.de/praxisleitlinien/Primaere_Kopfschmerzerkrankungen.pdf
  4. May A et al.: Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Prophylaxe von Cluster- Kopfschmerz, anderen trigeminoautonomen Kopfschmerzen, schlafgebundenem Kopfschmerz und idiopathisch stechenden Kopfschmerzen. Nervenheilkunde 2016; 35: 137-151

     
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