Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Ursachen
Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Die Pathogenese von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft ist multifaktoriell und umfasst, genetische, endokrine sowie gastrointestinale Faktoren.

Bei der Hyperemesis gravidarum kommt es zum übermäßigen Erbrechen. Die Ursache ist noch unklar. Man geht davon aus, dass ein Zusammenhang mit dem Hormon HCG (humanes Choriongonadotropin; Schwangerschaftshormon) besteht.

Jedoch haben viele Frauen mit einem erhöhten HCG keine Nausea (Übelkeit) und Erbrechen. Zudem verspüren Patientinnen mit einem Chorionkarzinom, die ebenfalls erhöhte HCG-Werte aufweisen, keine Übelkeit.

Da die Hyperemesis gravidarum häufiger mit einem weiblichen Fetus ("Nachkommenschaft") assoziiert ist, könnte dieses ein Hinweis für einen erhöhten Östrogenspiegel in utero (in der Gebärmutter") darstellen. Möglicherweise reagieren Patientinnen mit Hyperemesis sensibler auf Östrogenwirkungen als asymptomatische Schwangere.

Neue Daten weisen auf Folgendes hin: Das Hormon GDF15 („growth differentiation factor 15“), für das in einer großen genetischen Studie eine Assoziation mit Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft sowie Hyperemesis gravidarum (HG) festgestellt wurde, soll dabei eine bedeutende Rolle spielen. Erhöhte GDM15-Werte sollen dem Gehirn Appetitlosigkeit um Geschmacksverlust sowie Übelkeit und Erbrechen signalisieren.
Einzelnukleotidpolymorphismen (SNPs), die mit höheren GDF15-Spiegeln verbunden sind, sind in HG-Familien mit Krankheit getrennt. Das GDF15-Risiko-Allel, rs16982345, war mit einem 8-fach höheren Risiko für ein Wiederauftreten von HG assoziiert [1].

Des Weiteren vermutet man, dass auch psychologische Faktoren eine Rolle spielen. In jüngerer Zeit wird zunehmend auch eine chronische Helicobacter-pylori-Infektion (mit 80-90 % die häufigste Ursache der chronischen Gastritis) in das mehr oder weniger multimediale Auslösungsspektrum mit einbezogen.

Ätiologie (Ursachen)

Biographische Ursachen

  • Genetische Belastung (Hyperemesis gravidarum ist hoch vererbbare und tritt bei 80 % der Frauen erneut auf)
    • Genetisches Risiko abhängig von Genpolymorphismen:
      • Gene/SNPs (Einzelnukleotid-Polymorphismus; engl.: single nucleotide polymorphism):
        • Gene: GDF15
        • SNP: rs16982345 im Gen 
          • Allel-Konstellation: AA (leicht protektiv)
          • Allel-Konstellation: GG (1,5-fach) (8-fach höheres Risiko des Wiederauftretens einer Hyperemesis gravidarum [1])
  • Mehrlingsgravidität (Mehrlingsschwangerschaften)
  • Migrationshintergrund

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Psycho-soziale Situation
    • Stress, starke Belastungssituationen
  • Übergewicht (BMI ≥ 25, Adipositas)

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Depression/depressive Verstimmung
  • Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimia nervosa (Essbrechsucht)
  • Helicobacter-pylori-Infektion, chronische 
  • Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Leberfunktionsstörungen, nicht näher bezeichnet
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Störungen im Fettstoffwechsel, nicht näher bezeichnet
  • Trophoblastenerkrankungen (komplette, partielle und invasive Blasenmole) – Störungen in der Entwicklung der Frucht

Literatur

  1. Fejzo MS et al.: Evidence GDF15 Plays a Role in Familial and Recurrent Hyperemesis Gravidarum. Geburtshilfe Frauenheilkd. 2018;78(9): 866-870. Published online 2018 Sep 14. doi: 10.1055/a-0661-0287
     
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