Einleitung
Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Beim Ovarialkarzinom (Synonyme: bösartige Neubildung des Ovars; bösartiger Granulosazell-Tumor; bösartiger Leydigzell-Tumor bei der Frau; bösartiges Androblastom bei der Frau; bösartiges Arrhenoblastom bei der Frau; Carcinoma ovarii; Dermoidtumor mit maligner Transformation; Dermoidzyste mit maligner Transformation; Dysgerminoma ovarii; Eierstockkrebs; Endometrioides Zystadenokarzinom bei der Frau; extraovariales Ovarialkarzinom; Granulosazellkarzinom; kolloides Zystadenom; maligner Brenner-Tumor; maligner Ovarialtumor; malignes Follikulom; papilläres Zystadenokarzinom; papilläres Zystadenom des Ovars mit Borderline-Malignität; papillozystisches Adenokarzinom; papillozystisches Karzinom; pseudomuzinöses Adenokarzinom; pseudomuzinöses Zystadenokarzinom; seröses Zystadenokarzinom; seröses Zystadenom des Ovars mit Borderline-Malignität; Sertoli-Zell-Karzinom bei der Frau; Struma ovarii maligna; Thecoma malignum; Thekazellkarzinom; weibliches Dysgerminom; ICD-10 C56: Bösartige Neubildung des Ovars) handelt es sich um eine maligne (bösartige) Neubildung im Bereich der Ovarien (Eierstöcke). Ausgangspunkt des Entstehens sind die unterschiedlichen Strukturen des Eierstocks (Epithel, Keimstrangstroma, Keimzellen) (s. Klassifikation).

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man vom Ovarialkarzinom, wenn der häufige epitheliale Tumor gemeint sind. Er macht 60-80 % aller Ovarialkarzinome aus und ist der dritthäufigste maligne (bösartige) Tumor der Frau.

Etwa 10 % der Ovarialkarzinome sind genetisch bedingt. Charakteristisch für erblich bedingte Ovarialkarzinome ist ein gehäuftes Auftreten innerhalb der Familie, meist assoziiert mit einem gehäuften Auftreten des Mammakarzinoms (Brustkrebs). Wurde eine Keimbahn-Mutation in einem verantwortlichen Gen, z. B. BRCA1, BRCA2, MLH1, MSH2 oder TP53 nachgewiesen, ist das Lebenszeitrisiko für ein Ovarialkarzinom 3 bis 50-fach erhöht. Dies entspricht einem Lebenszeitrisiko von bis zu 60 % an einem Ovarialkarzinom zu erkranken.

Häufigkeitsgipfel: Das Risiko, an einem Ovarialkarzinom zu erkranken, steigt ab dem 60. Lebensjahr stark an, jedoch sind in ca. 10 % der Fälle auch Frauen unter dem 40. Lebensjahr betroffen.

Die 5-Jahres-Prävalenz (Krankheitshäufigkeit der vorangegangenen fünf Jahre) im Jahr 2006 lag bei 26.000 Frauen in Deutschland.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 14-15 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Europa. Hier existiert ein Nord-Süd-Gefälle: Skandinavien hat eine Inzidenz von 13,9-15,3/100.000 Einwohner pro Jahr und für die Länder England, Frankreich, Schweiz und Deutschland liegt die Inzidenz bei 7,8-13,2/100.00 Einwohner pro Jahr. In ländlichen Regionen Japans beträgt die Inzidenz 2-4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
Ungefähr 1-2 % aller Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran.

Verlauf und Prognose: Patientinnen mit Eierstockkrebs haben im Vergleich zu Patientinnen mit anderen Krebserkrankungen eher schlechte Überlebensaussichten. Das liegt unter anderem daran, dass diese Tumorart meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Weniger als 40 der Ovarialkarzinome werden heute im Stadium I oder II erkannt, in dem eine Heilung noch möglich ist.
Das Ovarialkarzinom kann rezidivierend (wiederkehrend) auftreten. 
Die Rezidivrate liegt beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom bei 65 %. Tritt das Rezidiv früh auf, ist die Prognose schlecht.

Die Mortalität (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population) beträgt 5.500 Frauen pro Jahr in Deutschland.

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei ca. 45 %, die 10-Jahres-Überlebensrate bei 35 %.
70 % der Ovarialkarzinome werden in den fortgeschrittenen Stadien (FIGO IIB-IV) diagnostiziert; die 5-Jahres-Überlebensrate dieser Patienten liegt unter 40 % – dagegen haben frühe Tumorstadien (FIGO I-IIA) eine 5-Jahres-Überlebensrate von > 80 %!

Komorbiditäten (Begleiterkrankungen): Das Ovarialkarzinom ist vermehrt mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depression (35 %) vergesellschaftet.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. (AWMF-Registernummer: 032-035OL), Oktober 2016 Kurzfassung Langfassung

     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag