Medikamentöse Therapie
Nahrungsmittelallergie

Therapieziel

Beschwerdefreiheit

Therapieempfehlungen

  • Eine medikamentöse Therapie der Nahrungsmittelallergie gibt es nicht!
  • Bei Vorliegen eines anaphylaktischen Schocks – siehe unter "Schock/Medikamentöse Therapie“
  • Bei einem begründeten Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie (s. u. Labordiagnostik) wird eine sogenannte Eliminationsdiät für maximal 2 Wochen durchgeführt. Dabei handelt es sich um ein völliges Weglassen aller Nahrungsbestandteile, die im Zusammenhang mit der Allergie stehen können. Tritt dabei keine Verbesserung des Befindens auf, so handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine Nahrungsmittelallergie.
    Tritt jedoch eine Verbesserung des Zustandes des Betroffenen auf, so werden alle zuvor weggelassenen Nahrungsmittel einzeln wieder zugeführt, um das Allergen herauszufinden. Dies wird als Provokation bezeichnet.
  • Eine orale Immuntherapie bei Nahrungsmittelallergie, die durch spezifische Immunglobuline E (IgE)-Antikörper vermittelt werden, wird diskutiert (s. u. "Weitere Hinweise").
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Weitere Hinweise

  • Orale Immuntherapie
    • Erdnussallergie: Die Ergebnisse einer Phase-3-Studie konnte zeigen, dass eine  orale Immuntherapie (OIT) bei Kindern und Jugendlichen (Teilnehmer: 551 Patienten im Alter von 4 bis 55 Jahren; 496 waren jünger als 18 Jahre) mit Erdnuss, dass diese vor schweren Reaktionen nach einer versehentlichen Exposition schützen kann:  In der Gruppe der 4- bis 17-jährigen Patienten (250 von 372 Patienten) waren diese nach Abschluss der Therapie in der Lage, eine Dosis von 600 mg Erdnussproteinen (entspricht mindestens 2 Erdnüssen) zu tolerieren [2].
      Beachte: Die OIT mit Erdnuss erhöhte das Risiko und die Häufigkeit der Anaphylaxie um etwa das Dreifache im Vergleich zum Verzicht auf diese Therapie (22, 2 vs. 7,1 Prozent); OIT-Kinder benötigten etwa doppelt so häufig Adrenalin als Notfallmedikation wie die Kinder aus der Kontrollgruppe ohne die orale Immuntherapie [3].
    • Weizenallergie: In einer ersten kleinen Studie, bei der die Weizenallergie zuvor durch eine doppelblinde placebokontrollierte orale Nahrungsmittelprovokation bestätigt wurde, konnte gezeigt werden, dass eine spezifische Immuntherapie wirksam ist: In der Gruppe, die die hochdosierte orale ,spezifische Immuntherapie (1.445 mg Weizenprotein) begonnen hatte, erreichten 12 von 21 Patienten (57,1 %) das Ziel, 7.443 mg Weizenprotein zu tolerieren. Wie lange die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie anhält, ist noch unklar [1].

Literatur

  1. Nowak-Węgrzyn A et al.: Multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial of vital wheat gluten oral immunotherapy. JACI October 30, 2018 doi: https://doi.org/10.1016/j.jaci.2018.08.041
  2. Vickery BP et al.: AR101 Oral Immunotherapy for Peanut Allergy New Engl J Med November 18, 2018 doi: 10.1056/NEJMoa1812856
  3. Chu DK et al.: Oral immunotherapy for peanut allergy (PACE): a systematic review and meta-analysis of efficacy and safety. Lancet Published: April 25, 2019 doi:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30420-9

     
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