Labordiagnostik
Nahrungsmittelallergie

Zur Diagnostik einer Nahrungsmittelallergie werden unterschiedliche Verfahren herangezogen:

Hauttests

  • Prick-Test (Nachweis von Typ-1-Allergien) – ein Tropfen eines Allergenextraktes wird auf die Haut des Patienten aufgebracht und dann mit einer Lanzette etwa 1 mm in die Haut gestochen; nach circa 10 Minuten wird dann das Ergebnis abgelesen
  • Scratch-Test – hier werden auch Allergenextrakte auf die Haut des Patienten aufgetragen, die dann mit einer Lanzette wenige Millimeter lang oberflächlich angeritzt wird
  • Reibtest (Einreiben des Allergens) – das vermutliche Allergen wird auf die Innenseite des Unterarmes gerieben; bei positivem Ausfall zeigt sich nach wenigen Minuten ein Erythem (flächenhafte Hautrötung) oder Quaddeln
  • Intrakutantest (Nachweis von Typ-1-Allergien) – ähnlich dem Prick-Test, jedoch sensibler! Bei diesem Test wird eine definierte Menge eines Allergenextraktes intrakutan injiziert und ebenfalls nach 20 Minuten gegen einen Leertest abgelesen.
    Cave! Es besteht bei diesem Test die Gefahr einer hochgradigen allergischen Reaktion.[Fertigallergenlösungen zur Intrakutantestung stehen wahrscheinlich in Deutschland nicht mehr zur Verfügung]

Beachte: "Nur bei passender Anamnese und/oder positiver Nahrungsmittelprovokation lässt sich aus den Hauttests die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie (NMA) ableiten. Eine fehlende Sensibilisierung schließt dagegen eine IgE-vermittelte NMA meistens aus" [1].

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

Serologische Tests

  • RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test) – Messung der allergenspezifischen IgE-Antikörper (Einzelallergene) im Serum; bevorzugt im Säuglings- und Kleinkindalter [1] [führt zu einer Verdachtsdiagnose]
  • EAST (Enzym-Allergo-Sorbent-Test)

Nahrungsmittelprovokation zur Bestätigung einer Verdachtsdiagnose [1]

Vorgehen: Eliminationsdiät für maximal zwei Wochen
Falls Symptombesserung: orale Provokation – idealerweise doppelblind und placebokontrolliert [= Goldstandard in der Diagnostik IgE-vermittelter NMA]
Beachte: Als gesicherte Risikofaktoren für eine anaphylaktische Reaktion im Rahmen einer oralen Nahrungsmittelprovokation ("oral food challenge", OFC) gelten höheres Alter und bereits durchgemachte anaphylaktische Reaktionen auf das verdächtige Nahrungsmittel.
Gemäß einer Studie soll ein erhöhter sIgE-Spiegel (spezifische IgE) gegen Nahrungsmittelallergene ein wichtiger Prädiktor für eine anaphylaktische Reaktion in einer offenen Nahrungsmittelprovokation sein [2].

Literatur

  1. S2k-Leitlinie: IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien, Management. (AWMF-Registernummer: 061-031), Februar 2016 Langfassung
  2. Yanagida N et al.: Increasing specific immunoglobulin E levels correlate with the risk of anaphylaxis during an oral food challenge. Pediatr Allergy Immunol 2018; 29: 417-24 doi:https://doi.org/10.1111/pai.12896

Literatur

  1. S2k-Leitlinie: IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien, Management. (AWMF-Registernummer: 061-031), Februar 2016 Langfassung

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergien, Management. (AWMF-Registernummer: 061-031), Februar 2016 Langfassung
  2. S1-Leitlinie: In-vitro-Allergiediagnostik. (AWMF-Registernummer: 061 - 017), Januar 2009 Langfassung

     
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