Mahlzeitenplanung an Trainings- und Ruhetagen – optimale Energieversorgung
Eine gut abgestimmte Mahlzeitenplanung zählt zu den zentralen Säulen einer erfolgreichen Trainingsstrategie. Sie stellt sicher, dass dem Körper jederzeit ausreichend Energie, Mikronährstoffe und Regenerationsbausteine zur Verfügung stehen. Entscheidend ist dabei, zwischen Trainings- und Ruhetagen zu unterscheiden, denn der Bedarf an Energie und Nährstoffen variiert abhängig von Belastung, Erholung und sportlichem Niveau.
Energiebedarf richtig einschätzen
Der tägliche Energiebedarf wird durch Grundumsatz und Leistungsumsatz bestimmt. An Trainingstagen steigt der Energieverbrauch durch muskuläre Aktivität deutlich. Bei Freizeitsportlern fällt dieser Anstieg moderat aus, während Leistungssportler je nach Trainingsintensität bis zu mehreren tausend Kilokalorien zusätzlich benötigen. Ruhetage dienen hingegen der Erholung, sodass der Energiebedarf eher dem Grundumsatz entspricht, aber dennoch überdurchschnittlich hoch sein kann, wenn Trainingszyklen sehr belastend waren.
Kohlenhydrate strategisch einsetzen
Kohlenhydrate sind der wichtigste Energielieferant für intensive Belastungen.
- Freizeitsport: Eine ausgewogene Zufuhr über den Tag deckt den Bedarf meist problemlos ab. An Trainingstagen darf der Kohlenhydratanteil leicht erhöht werden, insbesondere vor und nach der Einheit.
- Leistungssport: Hier spielt eine periodisierte Kohlenhydratzufuhr eine größere Rolle. Vor intensiven Einheiten sollten gut verfügbare Kohlenhydrate (z. B. Haferflocken, Bananen, Vollkornprodukte) eingeplant werden. Nach dem Training unterstützt eine Kombination aus schnellen Kohlenhydraten und Proteinen die Glykogenauffüllung und Regeneration.
Proteinversorgung konstant halten
Proteine sind essenziell für Muskelreparatur und -aufbau.
- Freizeitsportler profitieren von einer gleichmäßigen Proteinzufuhr über den Tag (etwa 1,2-1,6 g/kg Körpergewicht). Diese kann an Ruhe- und Trainingstagen ähnlich ausfallen.
- Leistungssportler haben einen höheren Bedarf (1,6-2,2 g/kg). Eine proteinreiche Mahlzeit nach intensiven Einheiten beschleunigt die muskuläre Erholung. Auch an Ruhetagen ist eine ausreichende Proteinzufuhr wichtig, um den Trainingsadaptationen genügend Bausteine bereitzustellen.
Fettzufuhr: wichtig, aber gut verteilt
Fette liefern Energie und sind für hormonelle Prozesse sowie die Resorption fettlöslicher Vitamine essenziell.
- An Trainingstagen sollten größere, fettreiche Mahlzeiten nicht direkt vor intensiven Belastungen eingeplant werden, da sie die Verdauung verlangsamen.
- An Ruhetagen können hochwertige Fettquellen etwas großzügiger eingeplant werden (z. B. Nüsse, Samen, Avocado, Olivenöl), da sie zur allgemeinen Regeneration beitragen.
Mikronährstoffe nicht vergessen
Mikronährstoffe wie Magnesium, Vitamin D, Eisen, B-Vitamine und Zink spielen für Energieproduktion, Muskelfunktionen und Immunabwehr eine zentrale Rolle. Bei Leistungssportlern steigt der Bedarf durch Schweißverluste, erhöhten Stoffwechsel und muskuläre Mikroverletzungen. Eine mikronährstoffreiche Ernährung – insbesondere mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen – ist an beiden Tagen wichtig. Ruhetage eignen sich besonders gut, um Nährstoffspeicher gezielt aufzufüllen.
Flüssigkeitsmanagement
Der Flüssigkeitsbedarf richtet sich stark nach Schweißverlust und Trainingsintensität.
- Freizeitsportler sollten über den Tag verteilt ausreichend trinken, besonders nach Trainingseinheiten.
- Leistungssportler benötigen eine gezielte Trinkstrategie mit Elektrolytzufuhr, insbesondere an intensiven Trainingstagen. Ruhetage dienen dem Ausgleich der Flüssigkeitsspeicher.
Beispielhafte Tagesstruktur
Trainingstag:
- Energiedichte, kohlenhydratbetonte Mahlzeit 2-3 Stunden vor dem Training
- Kleine, leicht verdauliche Snackoption kurz vorher (z. B. Banane)
- Post-Workout-Mahlzeit mit Proteinen und Kohlenhydraten
- Über den Tag ausgewogene Mahlzeiten mit moderatem Fettanteil
Ruhetag:
- Ausgewogene Mahlzeiten mit Fokus auf Proteinen und Mikronährstoffen
- Kohlenhydratmenge leicht reduzieren
- Hochwertige Fette in moderatem Umfang einplanen
- Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme beibehalten
Fazit
Eine zielgerichtete Mahlzeitenplanung an Trainings- und Ruhetagen ermöglicht eine optimale Energie- und Nährstoffversorgung, unterstützt die Regeneration und steigert langfristig die Leistungsfähigkeit. Während Trainings- und Wettkampftage vor allem auf schnelle Energie und effektive Regeneration ausgerichtet sind, stehen an Ruhetagen Mikronährstoffversorgung und Erholung im Vordergrund. Die Anpassung der Ernährung an das individuelle Leistungsniveau sorgt dafür, dass sowohl Freizeitsportler als auch Leistungssportler bestmöglich von ihrem Training profitieren.
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