Trommelschlegelfinger – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Körpergewicht und Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung) von Haut, zentralen Schleimhäuten und Skleren (Lederhäuten der Augen)
    • Beurteilung des Allgemein- und Ernährungszustands
    • Inspektion auf periphere bzw. zentrale Zyanose (bläuliche Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten)
  • Untersuchung der Hände und Füße
    • Inspektion aller Finger und Zehen im Seitenvergleich; Dokumentation der Verteilung (einseitig oder beidseitig; einzelne oder alle Finger bzw. Zehen)
    • Beurteilung der Endphalangen (Finger- bzw. Zehenendglieder) und Nägel [kolbenförmige Auftreibung der Endphalangen; vermehrte konvexe Krümmung (nach außen gewölbte Krümmung) der Nagelplatten im Sinne von Uhrglasnägeln]
    • Palpation (Abtasten) des Nagelbetts [vermehrte Weichheit bzw. spongiöse Beweglichkeit (schwammartig erhöhte Beweglichkeit) des proximalen Nagelbetts]
    • Bestimmung des Lovibond-Winkels zwischen proximalem Nagelwall und Nagelplatte [Aufhebung des physiologischen Winkels (normalen Winkels) bzw. Lovibond-Winkel > 180°]
    • Schamroth-Zeichen: Die dorsalen Flächen (rückseitigen Flächen) der Endphalangen zweier korrespondierender Finger werden mit aneinanderliegenden Nägeln gegeneinandergehalten; physiologisch entsteht zwischen den Nagelbetten ein rautenförmiges Fenster [positives Schamroth-Zeichen mit fehlendem rautenförmigen Fenster]
    • Bestimmung des Verhältnisses von distaler Phalangentiefe (Tiefe des Finger- bzw. Zehenendglieds) zu interphalangealer Tiefe (Tiefe im Bereich zwischen zwei Fingergliedern) (phalangeal depth ratio) [Verhältnis > 1,0]
  • Untersuchung auf Zeichen einer hypertrophen Osteoarthropathie (Erkrankung mit Knochenneubildung und Gelenkbeteiligung)
    • Inspektion und Palpation von Unterarmen und Unterschenkeln auf periostale Verdickungen (Verdickungen der Knochenhaut) bzw. Druckschmerzhaftigkeit
    • Untersuchung insbesondere von Hand-, Knie- und Sprunggelenken auf Schwellungen, Ergüsse (Flüssigkeitsansammlungen im Gelenk) und Bewegungsschmerzen
    • Inspektion der Haut auf Pachydermie (Hautverdickung), Seborrhoe (vermehrte Talgproduktion) und Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen) bei Verdacht auf eine primäre hypertrophe Osteoarthropathie
  • Untersuchung der Lunge und des Thorax (Brustkorbs)
    • Inspektion des Thorax und Beurteilung von Atemfrequenz, Atemtiefe und Atemarbeit
    • Palpation und Perkussion (Abklopfen) des Thorax
    • Auskultation (Abhören) der Lunge, insbesondere hinsichtlich fokaler (örtlich begrenzter) oder diffuser (weitverbreiteter) Atemgeräuschveränderungen
  • Untersuchung des Herzens und des Gefäßsystems
    • Auskultation des Herzens, insbesondere hinsichtlich Herzgeräuschen
    • Beurteilung der peripheren Pulse (Pulse an Armen und Beinen) und der Hautperfusion (Hautdurchblutung)
    • Inspektion auf klinische Zeichen einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) bzw. eines zyanotischen Herzvitiums (Herzfehlers mit Sauerstoffmangel) bei entsprechendem Verdacht
  • Untersuchung des Abdomens (Bauchs)
    • Inspektion, Auskultation, Perkussion und Palpation des Abdomens
    • Beurteilung der Leber- und Milzgröße
    • Inspektion auf klinische Zeichen einer chronischen Lebererkrankung bzw. portalen Hypertension (Bluthochdruck im Pfortadersystem)
  • Lymphknotenstatus (Untersuchung der Lymphknoten) – Palpation der zervikalen (am Hals gelegenen), supraklavikulären (oberhalb des Schlüsselbeins gelegenen), axillären (in der Achsel gelegenen) und inguinalen (in der Leiste gelegenen) Lymphknoten

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.