Ernährungsempfehlungen bei Strahlentherapie
Die gezielte Strahlentherapie (Synonyme: Radiotherapie, Radiatio) wird aus therapeutischen oder palliativen (lindernd) Gründen durchgeführt. In circa 90 % der Fälle erfolgt eine lokoregionäre Therapie, d. h. Operation und/oder Strahlentherapie.
Durch eine Strahlentherapie sollen Krebszellen gezielt abgetötet werden. Allerdings schadet die Therapie auch den angrenzenden gesunden Körperzellen, nur können sich gesunde Körperzellen eher regenerieren. Besonders sensibel reagieren die Körperzellen, die sich oft teilen, wie die Zellen der Schleimhäute, des blutbildenden Knochenmarks (Anämie), des Immunsystems und der Haarwurzeln (Alopecia).
Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind in den meisten Fällen:
- Appetitlosigkeit
- Bei Mund-, Rachen- und Speiseröhrentumoren führen begleitend auftretende Schleimhautschwellungen und -entzündungen zu Schluckstörungen
- Bei Bestrahlungen im Bauchbereich: Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle
- Bewegungsstörungen des Darms
- Entzündung des Dünn- und Dickdarmes
- Gewichtsverlust
- Infektanfälligkeit (Immundefizienz)
- Malabsorption – verminderte Aufnahme zuvor schon aufgespaltener (vorverdauter) Nahrungsbestandteile durch die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn
Die Verträglichkeit einer Strahlentherapie hängt stark von der Ausgangssituation – körperliche Fitness, allgemeine Lebensweise und Einstellung zur Therapie – ab.
Die Ernährung während einer Strahlentherapie muss bestimmte Anforderungen erfüllen, um dem geschwächten Organismus gerecht zu werden:
- Sie muss leicht verdaulich und gut verträglich sein, denn durch die Therapie ist das Verdauungssystem ohnehin belastet.
- Sie sollte mikronährstoff- (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) und eiweißreich sein.
- Um das durch die Therapie angegriffene Immunsystem zu stärken, sollten vermehrt Antioxidantien und bioaktive Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen werden.
- Die Ernährung muss an Begleitsymptome der Strahlentherapie wie Mundtrockenheit, entzündete Schleimhäute und Durchfallerkrankungen angepasst werden.
Diese Ratschläge und Rezepte sollen helfen, die bei einer Strahlentherapie auftretenden Nebenwirkungen zu lindern und eine Gewichtsabnahme so weit wie möglich zu begrenzen.
Mundtrockenheit
Wenn der Kopf oder der Hals bestrahlt werden, kommt es aufgrund einer Schädigung der Speicheldrüsen zu einer verminderten Speichelproduktion, die bis zu einem Jahr andauern kann. Das daraus resultierende Problem ist: Die Nahrung kann nicht mehr ausreichend eingespeichelt werden, sie wird nicht gleitfähig und kann folglich nicht gut geschluckt werden. Zudem ist die bereits im Mund einsetzende Verdauung gestört.
- Häufig kleine Mengen trinken (Zitronen- oder Pfefferminztee), wodurch der Speichelfluss gefördert wird.
- Buttermilch und Kefir fördern die Schleimbildung (mit Wasser nachspülen). Frische Milch ist ungeeignet.
- Fördernd auf den Speichelfluss wirken auch Kaugummi und saure Bonbons.
- Bei Mundtrockenheit kann das Lutschen von gefrorenen Obst- und Joghurtstückchen Abhilfe verschaffen.
- Bevorzugen: saftige Speise, Soßen, Suppen, püriertes Gemüse, Kartoffelpüree.
- Meiden: Krümeliges, Trockenes, Faseriges, scharfe und salzige Gerichte, sehr kalte bzw. heiße Speisen, Tomaten und Obst mit einem hohen Fruchtsäuregehalt wie Orangen, kohlensäurehaltige Getränke, klebrige Speisen.
Kau- und Schluckbeschwerden
Durch die Strahlentherapie kann es zu Verhärtungen und Verengungen der Speiseröhre kommen, wodurch die Nahrung schlechter vom Mund in den Magen rutscht.
- Die Nahrung sollte gut gekaut werden.
- Feste Speisen mit dem Mixer pürieren, eventuell unter Zugabe einer leichten Soße. Zum Pürieren von gegartem Gemüse ist es empfehlenswert, Milch anstelle einer Bouillon zu verwenden. Durch die Zugabe gekochter Kartoffeln lässt sich die pürierte Mahlzeit in ihrer Festigkeit variieren. Die pürierte Speise kann mit eiweißreichen Nahrungsmitteln wie Ei, Reibe- oder Weichkäse, Tofu, püriertem Hähnchenfleisch oder püriertem Fisch ergänzt und mit Rahm oder etwas Butter verfeinert werden.
- Breiige und flüssige Kost wie Suppen, Kartoffelbrei und Gemüsepürees bevorzugen.
- Häufig kleine Mengen trinken (Pfefferminz-, Kräutertee, Mineralwasser, Buttermilch oder Kefir).
- Ggf. hochkalorische, flüssige Nahrungssupplemente einnehmen.
Entzündungen der Mundschleimhaut und der Speiseröhre
- Scharfe Gewürze wie Pfeffer, Curry und Paprika sowie stark gesalzene Speisen meiden.
- Auf säurehaltige Lebensmittel wie Essig, Obst (Zitrusfrüchte, Kiwi, saure Äpfel), Rhabarber, Sauerkraut oder saure Gurken und Tomaten verzichten. Johannisbeersaft reizt im Mund, Orangensaft auch noch im After.
- Geeignet sind Cremesuppen, Brei, Kartoffelbrei, Nudeln, Gemüsepüree, Apfelmus, Pudding. Verzichtet werden sollte auf Trockenes oder Krümeliges.
- Speisen nicht zu heiß verzehren.
- Zu den Mahlzeiten Flüssigkeit, wie stilles Mineralwasser oder Kräutertees (Kamillen- und Leinsamentee) trinken.
- Kohlensäurehaltige Getränke, saure Fruchtsäfte und Alkohol meiden.
- Ggf. Supplemente (Mikro- und Makronährstoffe/Vitalstoffe) einnehmen.
Nach jeder Mahlzeit gründlich die Zähne putzen und die Zahncreme sorgfältig ausspülen. Zudem sollte zwischen den Mahlzeiten der Mund häufiger mit einer entzündungshemmenden Lösung ausgespült werden.
Die Zutaten für eine entzündungshemmende Lösung erhält man in jeder Apotheke:
| Natriumbicarbonat (NaHCO3) | 300 mg |
| A-Mulsin® forte | 10 Tropfen |
| Physiologische Kochsalzlösung | 100 ml |
Veränderung der Geschmacksempfindung
Im Anschluss an eine Strahlentherapie kann das Geschmacksempfinden gestört sein. Oft schmeckt vieles bitter oder hat einen Metallgeschmack:
- Die Geschmacksschwelle für Bitter ist herabgesetzt.
- Die Geschmacksschwelle für Süß ist erhöht: stärker süßen.
- Bei Abneigung gegen Fleisch und Wurst: Wechsel auf Eier, Fisch und fettarme Milch, Milchprodukt wie Joghurt, Kefir und Frischkäse mit einem Fettgehalt von höchstens 30 % in der Trockenmasse (F. i. Tr.) sowie Sojaprodukte. Sauermilchprodukte, wie Joghurt, Kefir und Dickmilch, sind meist besser verträglich, weil ein Teil des Milchzuckers, der eine Unverträglichkeit verursachen kann, durch bestimmte Bakterienkulturen zu Milchsäure vergoren ist. Bei Milchzuckerunverträglichkeit ist die Einnahme eines probiotischen Nahrungsergänzungsmittels empfehlenswert – gerne wird dazu eine Empfehlung gegeben.
- Bei schlechtem Geschmack im Mund haben sich Zitronenwasser, ungesüßte Tees, Fruchtsäfte, Tonic Water und Bitter Lemon bewährt.
Appetitlosigkeit
- Nahrungsaufnahme nur bei vorhandenem Appetit.
- Geruchsintensive Speisen meiden.
- Kleine Portionen bevorzugen, alle 2 bis 3 Stunden essen.
- Bei der Zubereitung der Speisen beachten: Auch das Auge isst mit, eine schöne Dekoration des Tisches und des Tellers wirken appetitanregend.
Magendruck, Übelkeit, Widerwillen gegen Essen
Es sollten die Nahrungsmittel verzehrt werden, auf die Appetit besteht. Stark gewürzte Speisen meiden. Die Kost sollte leicht verdaulich sein. Sie verursacht weniger Verdauungsbeschwerden. Beim Garen von Speisen Dämpfen, Dünsten sowie die Zubereitung in Back- oder Alufolie im Backofen bevorzugen . Möglichst wenig Fett bei der Zubereitung der Mahlzeiten verwenden.
Gegen Übelkeit hilft:
- Viel trinken: 2,5 bis 3 Liter pro Tag, in kleinen Schlucken. Hierzu eignen sich Pfefferminz-, Kamillen- oder Fencheltee sowie stilles Wasser.
- Alle zwei Stunden kleine Portionen essen.
- Unangenehme Essensgerüche vermeiden.
Erfahrungsgemäß werden bei Verdauungsbeschwerden bestimmte Nahrungsmittel besser vertragen als andere.
Liste der empfehlenswerten Nahrungsmittel bei Magendruck, Übelkeit und Widerwillen gegen Essen:
- Fettarme Milch, fettarmer Frischkäse und Quark, fettarmer Schnittkäse, Joghurt
- Mageres Fleisch – Pute und Hähnchen (ohne Haut!), Kaninchen
- Magerer Fisch – Seelachs, Schellfisch, Kabeljau
- Weichgekochte Eier
- Getreideflocken und Getreideschleime (Reis, Hirse, Hafer, Gerste, Grieß)
- Nudeln mit etwas Diätmargarine oder Butter
- Kartoffeln, Kartoffelbrei
- Altbackenes Weißbrot, Knäckebrot, Zwieback
- Gegartes, nicht blähendes Gemüse – Karotten, Sellerie, Artischocken, Salate, Spargel, Kürbis, Zucchini, Fenchel, Schwarzwurzel
- Rohe oder gekochte, gut gereifte Früchte, verdünnte Fruchtsäfte
- Butter, Margarine, Diätmargarine, Pflanzenöl in kleinen Mengen (es sollte nicht erhitzt werden)
- Honig, Konfitüre, trockene Biskuits
Liste der nicht empfehlenswerten Nahrungsmittel bei Magendruck, Übelkeit und Widerwillen gegen Essen:
- Fermentierte Käsesorten (sie sind sehr würzig), Doppelrahmfrischkäse oder Doppelrahmquark
- Fettes Fleisch, Innereien, Wurstwaren, fetter Fisch
- Gebratene Eier
- Vollkorngetreide und Vollkornbrot, frisches Brot
- Nudeln mit angedickten Soßen
- Hülsenfrüchte (Erbsen, Linsen, Bohnen)
- Blähendes Gemüse (Kohl), rohes Gemüse
- Unreife Früchte, Dörrobst
- Nüsse
- Schmalz und andere tierische Fette (mit Ausnahme von Butter)
- Backwaren mit Rahm oder Buttercreme, Blätterteig, Mürbeteig
Erbrechen
- Auf frisches Obst verzichten.
- Keine blähenden Gemüse und Salate essen.
- Reichlich trinken: 2,5-3 Liter in Form von nicht zu starken Kräutertees, fettfreien, gesalzenen Fleisch- und Gemüsebrühen, Mineralwasser ohne Kohlensäure; kohlensäurehaltige Getränke, insbesondere Limonaden und Colagetränke meiden.
- Die Flüssigkeit nicht zu, sondern zwischen den Mahlzeiten aufzunehmen. Häufig werden kalte Getränke besser vertragen als warme oder heiße.
- Oft und in kleinen Mengen leicht verdauliche Mahlzeiten verzehren.
- Empfehlenswert sind Zwieback, trockene Biskuits und gesalzene Cracker (keine Kartoffelchips!).
- Zu einer Mahlzeit keine Nahrungsmittel mit sehr unterschiedlichen Temperaturen essen. Große Temperaturunterschiede führen zu Schleimhautreizungen, die den Brechreiz verstärken können.
- Ggf. Mikronährstoff-Supplemente und Mineralsalze einnehmen.
Durchfallerkrankung
Diarrhöen (Durchfälle) zählen zu den häufigen Nebenwirkungen einer Tumortherapie. Schwere bzw. länger andauernde Diarrhöen können zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen. Zu den Risikopatienten zählen ältere Patienten, Untergewichtige bzw. Mangelernährte und Patienten mit Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) wie Reizdarmsyndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Zöliakie. Auch ein schlechter Allgemeinzustand erhöht das Risiko für Tumortherapie-induzierte Diarrhöen [1].
Folgende Empfehlungen sollten beachtet werden:
- Auf frisches Obst verzichten. Empfehlenswert sind allerdings feinst geriebener Apfel und Bananenmus.
- Keine blähenden Gemüse und Salate essen.
- Reichlich trinken: 2,5-3 Liter.
- Eisgekühlte und kohlensäurehaltige Getränke vermeiden.
- Häufig kleine Mengen leicht verdaulicher Nahrungsmittel über den Tag verteilt essen.
- Möglichst wenig Fett zum Zubereiten von Speisen verwenden.
- Die Ernährung sollte ballaststoffarm sein.
- Vorsicht bei Milch und Milchprodukten, individuelle Verträglichkeit berücksichtigen.
- Es gilt striktes Alkoholverbot!
- Ggf. Mikronährstoff-Supplemente und Mineralsalze einnehmen .
Empfehlenswerte Nahrungsmittel bei Erbrechen und Durchfall:
- Kleinere Mengen magerer Frischkäse und magerer Quark
- Sehr mageres Fleisch: Hähnchen oder Pute (ohne Haut!)
- Magerer Fisch: Seelachs, Schellfisch, Kabeljau
- Reis, Reisschleim, Hirse, Grieß
- Weichgekochte Nudeln
- Salzkartoffeln
- Zwieback
- Gekochte Karotten
- Reife Bananen, geschälte, geriebene Äpfel, Fruchtgelee, Heidelbeersaft
Bei unkomplizierten Diarrhöen mit zusätzlichen Risikofaktoren (Alter, Untergewicht etc.) wird zur symptomatischen Therapie der Wirkstoff Loperamid empfohlen. Dabei handelt es sich um einen Arzneistoff aus der Gruppe der Peristaltikhemmer (Verlangsamung der Darmbewegung). Die Anfangsdosis beträgt 4 mg Loperamid. Anschließend können 2 mg Loperamid alle zwei bis vier Stunden bzw. nach Bedarf verabreicht werden [1].
Diese Ernährungsempfehlungen sollten in den ersten zwei bis drei Tagen einer Durchfallerkrankung eingehalten werden. Danach werden die in der akuten Phase nicht empfehlenswerten Nahrungsmittel allmählich wieder in den täglichen Speiseplan eingebaut.
Zum Kostaufbau nach einer Durchfallerkrankung empfehlen sich zunächst Fruchtkompott (mit Ausnahme von Pflaumen), gekochte ganze Früchte, Frischkäse und Weißbrot.
Danach kann auch püriertes Gemüse, anfangs mit Reis oder Nudeln, gegessen werden. Schließlich werden auch wieder rohes Obst und Gemüse, eventuell nach vorherigem Genuss von fein geriebenen Karotten, und fein gehackter grüner Salat in den Kostplan aufgenommen. Wie schnell der Kostaufbau erfolgen kann, muss in jedem Einzelfall ausprobiert werden. Es ist empfehlenswert, den Kostaufbau nicht zu überstürzen und nicht zu schnell zur gewohnten Ernährung zurückzukehren.
Verstopfung
Die Verstopfung (Obstipation) kann bedingt sein durch falsche Essgewohnheiten, durch die Krankheit an sich oder durch die Therapie. Bei Tumoren im Bauchraum werden Hormone ausgeschüttet, die die Darmtätigkeit lähmen. Tumoren im Bauchraum können den Darm auch direkt mechanisch durch Kompression beeinflussen, wodurch er in seiner Funktion behindert wird. Bei Aszites (Bauchwassersucht) wird der gesamte Darm in seiner Funktion durch den Druckanstieg im Bauchraum gestört.
- Morgens auf nüchternen Magen 1-2 Glas Wasser trinken, dem Milchzucker oder 1-2 Teelöffel Apfelessig zugefügt werden können.
- Täglich insgesamt 2 bis 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.
- Viele Fruchtsäfte trinken, wie Pflaumensaft und Orangensaft sowie Feigensirup.
- Die Kost sollte ballaststoffreich sein, das heißt viel Rohkost und gegartes Gemüse, Vollkornbrot und Müsli mit Getreideflocken und Kleie oder Branflakes. Weißmehlprodukte durch Vollkornprodukte ersetzen und geschälten (weißen) Reis durch (braunen) Naturreis.
- Verdauungsfördernd wirken Lein- und Senfsamen, Trockenobst wie Feigen oder Pflaumen. Achtung: Weizenkleie wirkt stopfend, wenn nicht ausreichend getrunken wird.
- Ausreichende körperliche Aktivität ist erforderlich. Dazu genügen bereits 30 Minuten spazieren gehen, Fahrradfahren oder Schwimmen pro Tag.
- Ein tägliches „Darmregime“ einführen: Jeden Tag zur gleichen Zeit, beispielsweise morgens nach dem Aufstehen, auf die Toilette gehen und 5 bis 10 Minuten sitzen bleiben, auch wenn kein Stuhldrang zu verspüren ist und es nicht zur Darmentleerung kommt. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Darm an dieses Regime, und eine regelmäßige Darmentleerung wird möglich.
Strahlenbedingte Dünndarm- und Enddarmentzündung
Besonders nach einer Strahlentherapie der weiblichen Geschlechtsorgane, bei Mastdarm-, Blasen- und Prostatakrebs kann es zu lang andauernden Entzündungen der strahlungsbetroffenen Darmanteile kommen. Die Folgen sind ständiger Stuhldrang, Schmerzen beim Stuhlgang, Verdauungsstörungen mit Blähungen und Durchfall.
- Meiden: Frisches Obst, blähende Gemüse und Salate
- In kleinen Mengen Karottensaft mit Mango oder Heidelbeer-Vollfrucht (erhältlich im Reformhaus) trinken
- In kleinen Portionen Porridge von feinen Dinkelflocken oder Dinkelschrot essen. Es wirkt beruhigend und heilend.
Gewichtsverlust
Bei Gewichtsverlust können die Mahlzeiten durch die Zugabe eiweißreicher Nahrungsmittel aufgewertet werden:
- Magermilchpulver zur Milch, in Suppen, Soßen, Kartoffel- und Gemüsepürees, Joghurt, Buttermilch geben.
- Kleine Stücke Hähnchen- oder Putenfleisch, Fisch, Käse oder Eigelb in Suppen, Gemüsegerichten, zu Nudeln, zu Reis dazu mischen.
- Reibekäse in Soßen, Suppen, zu Gemüsegerichten und Nudeln geben.
- Salatsoße mit hartgekochtem Eigelb verfeinern.
Folgende Nahrungsmittel sind energiereich und bieten sich daher ebenfalls zur Beeinflussung eines Gewichtsverlustes an:
- Butter oder Margarine auf Nudeln, Gemüsegerichte, Brot, in Suppen und Reis, in Kartoffelpüree geben.
- Gemüsegerichte, Soßen, Suppen, Milchgetränke, Kompott, Fruchtsalat, mit Rahm verfeinern.
- Milch anstelle von Wasser zum Kochen von Kartoffeln, Getreide und Suppen verwenden.
In einigen Fällen müssen zusätzlich zum täglichen Ernährungsplan eiweiß- und kalorienreiche Fertiggetränke zu sich genommen werden. Es kann eine Zusatznahrung eingesetzt werden, die aufbauende Nähr- und Vitalstoffe (Makro- und Mikronährstoffe) in konzentrierter Form liefert.
Ein Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diät) sollte zum Diätmanagement bei Untergewicht und Mangelernährung eingesetzt werden.
Beim Genuss eiweißreicher Getränke sollten folgende Hinweise beachtet werden:
- Diese Getränke zunächst nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.
- Die Tagesration allmählich steigern.
- Die Tagesration über den Tag verteilt in mehreren Portionen zu sich nehmen.
- Diese Getränke zu den gewohnten Mahlzeiten und als Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen.
- Diese Getränke sehr langsam trinken.
Literatur
- S3-Leitlinie: Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen – interdisziplinäre Querschnittsleitlinie. (AWMF-Registernummer: 032 - 054OL), Februar 2020 Langfassung
Leitlinien
- S3-Leitlinie: Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen – interdisziplinäre Querschnittsleitlinie. (AWMF-Registernummer: 032 - 054OL), Februar 2020 Langfassung