Muskelzucken (Faszikulationen) – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • Haut, Schleimhäute, Extremitäten [wg. möglicher Ursache der Muskelzuckungen (Faszikulationen)]
  • Neurologische Untersuchung  inklusive Kraftprüfung, Auslösung der Reflexe etc. [wg. Differentialdiagnosen:
    • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ‒ progressive, irreversible Degeneration des motorischen Nervensystems; hier Faszikulationen als Symptom des Untergangs von α-Motoneuronen (Faszikulationen der Muskeln und Defibrillation in der Zunge)
    • Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung – Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu progredienter (fortschreitender) Demenz führt
    • Enzephalitis (Gehirnentzündung)
    • Myasthenia gravis – selten vorkommende Störung der neuromuskulären Reizübertragung, die sich in einer schweren belastungsabhängigen Muskelschwäche und schnell einsetzender Ermüdbarkeit äußert; Faszikulationen äußern sich hier in der cholinerge Krise
    • Neuropathie (Sammelbegriff für viele Erkrankungen des peripheren Nervensystems), neu beginnend: z. B. Faszikulationen in Assoziation mit einer statininduzierten Neuropathie
    • Polyneuropathie, nicht näher bezeichnet – Oberbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die mit chronischen Störungen der peripheren Nerven oder Anteilen von Nerven einhergehen
    • Post-Polio-Syndrom – Muskelschwäche oder atypische Muskelermüdung in geschädigten Muskeln; Auftreten frühestens 15 Jahre nach einer paralytischen Poliomyelitis (Kinderlähmung)
    • Spinale Muskelatrophie (SMA) – Muskelschwund, der durch einen fortschreitenden Untergang von motorischen Nervenzellen im Vorderhorn des Rückenmark verursacht wird; führt meistens zu einer thorakalen Skoliose
      Beachte: Im Kindesalter sind Faszikulationen seltener als bei Erwachsenen mit Vorderhornerkrankungen.]

  • Orthopädische Untersuchung [wg. Differentialdiagnosen:
    • HWS-Syndrom (Synonym: Zervikal-Syndrom) – unangenehme Schmerzen und mitunter auch Funktionsstörungen im Hals- und Nacken-Bereich
    • Orthopädische Erkrankungen mit Nervenreizung]
  • Gesundheitscheck

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.