Dengue-Fieber – Medikamentöse Therapie

Therapieziel

  • Frühzeitige Erkennung von möglichen Komplikationen (Hämorrhagien, Schock); siehe unter "Symptome – Beschwerden"/ Warnzeichen (red flags)

Therapieempfehlungen

  • Eine kausale Therapie ist bislang nicht möglich.
  • Engmaschige klinische und labormäßige Überwachung (siehe unter Labordiagnostik)
  • Stationäre Aufnahme je nach Allgemeinzustand und immer bei einem Thrombozyten-Abfall (Abfalls der Blutplättchen) auf < 100.000 /μl
  • Symptomatische Therapie (Analgetika/Antipyretika)
  • Cave (Achtung)! Keine Medikamente mit Wirkung auf die Blutgerinnung wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS) einsetzen.
  • Anstieg des Hämatokrits (Volumenanteil der zellulären Elemente im Blut; Erythrozyten machen davon mit 96 % den größten Anteil aus) > 20 % weist auf einen signifikanten extravasalen ("außerhalb der Gefäße") Plasmaverlust hin → Indikation für intravenöse ("in die Vene hinein") Volumengabe (um Schocksyndrom zu vermeiden; siehe unter Schock/Pharmakotherapie)
  • Nach aktuellem Kenntnisstand ist die prophylaktische Gabe von Thrombozyten und Corticosteroiden nicht indiziert.
  • Bei Nierenproblematik kann eine Ribavirin-Therapie erwogen werden (die Methyltransferase, die die 5’-cap Struktur beeinflusst, kann durch Ribavirin inhibiert werden [1]).
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Weitere Hinweise

  • Ein Wirkstoff gegen alle vier Dengue-Virus-Serotypen wurde entdeckt, der in Zellkultur und in Mäusen die Virusreplikation blockieren kann. Die Autoren gehen davon aus, dass der Wirkstoff „JNJ-A07“ sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch verabreicht werden kann [2].

Literatur

  1. Bundesministeriums für Gesundheit: Dengue Fieber Virus (DENV). Stellungnahmen des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit. Bundesgesundheitsbl 2011, 54:892–904. doi10.1007/s00103-011-1297-y
  2. Kaptein SJF et a.: A pan-serotype dengue virus inhibitor targeting the NS3–NS4B interaction. Nature (2021). https://doi.org/10.1038/s41586-021-03990-6