Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Initialtherapie
Parodontitis

Erster Schritt der zahnärztlichen Behandlung ist die Initialtherapie, die unter anderem eine Intensivierung der Mundhygiene und Zahnstein- und Plaqueentfernung beinhaltet. Außerdem wird der Betroffene dazu ermutigt, mit dem Rauchen aufzuhören.

Die Initialtherapie besteht aus:

  • Mundhygieneschulung inkl. Schulung
    • mechanische Plaquekontrolle – dazu zählen Zahnpasta und ihre Bestandteile
    • Zahnbürstentechnik
    • Interdentalraumhygiene (Zahnzwischenraumhygiene)
  • Professionelle Zahnreinigung (PZR), d. h. professionelle mechanische Plaqueentfernung
  • Aufnahme des Attachmentstatus, d. h. Feststellung von:
    • Sondierungstiefen als Distanz zwischen der marginalen Gingiva (Zahnfleisch) und dem Taschenboden
    • Rezessionen (sichtbarer Rückgang des Zahnfleisches um einen Zahn) als Abstand zwischen der Schmelz-Zement-Grenze bzw. bei überkronten Zähnen der Restaurationsrand und der marginalen Gingiva 
  • Subgingivales Debridement (Beseitigung aller Anlagerungen an die Zahnhartsubstanz) [S3-Leitlinie]
    • Subgingivale Kürettage – zur Entfernung von Belägen oder Konkrementen unter dem Zahnfleischrand
    • Supra- und subgingivales Scaling – zur Entfernung von Belägen über und auch unter dem Zahnfleischrand
    • Die Durchführung der subgingivalen Instrumentierung kann mittels Erbium-YAG-Laser erwogen werden.
    • Zum Zeitpunkt der subgingivalen Instrumentierung sollte keine adjuvante subgingivale Anwendung von Chlorhexidin (0,12 %) oder PVP-Jod-Spüllösung, Chlorhexidin-Gel oder Chlorhexidin-Chips erfolgen.
    • Beachte: Das subgingivale Débridement ("Wundtoilette") ist erst ab einer Taschensondierungstiefe von > 3 mm indiziert.

Nach drei Monaten erfolgt eine Reevaluation (erneute Bewertung des Befunden bzw. der Situation im Verlauf der Erkrankung). Dann ggf. subgingivales Reinstrumentieren (s. o.) oder parodontalchirurgische Therapie (s. u. "Operative Therapie"). Unabhängig vom weiteren Vorgehen muss der Patient angehalten werden, alle individuellen Risikofaktoren zu eliminieren (s. u. Prävention). 

Beachte: Das Ergebnis einer aufwendigen Parodontitistherapie lässt sich nur dann dauerhaft stabilisieren, wenn sich der Patient im Anschluss langfristig dem Programm einer unterstützenden Parodontitistherapie (UPT; Synonyme: Unterstützende parodontale Therapie; Parodontale Erhaltungstherapie; PET) unterzieht.

Ziel der Parodontitistherapie, Kategorie „A“ [1]

Keine Resttaschen > 5 mm
Kein Pusaustritt (Austritt von Eiter)
Gelegentliches Bluten bei Sondierung (< 25 %)
Niedriger Plaquebefall (< 20 %)
Geringfügige Beeinträchtigung der Ästhetik
Schmerzfreiheit
Befriedigend der Funktion

Literatur

  1. Mombelli A, Décaillet F, Almaghlouth A, Wick P, Cionca N: Efficient, minimally invasive periodontal therapy. An evidence- based treatment concept (in German). Schweiz Monatsschr Zahnmed 2011;121:145-151

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Subgingivale Instrumentierung. (AWMF-Registernummer: 083 - 030), Oktober 2019 Kurzfassung Langfassung
     
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