Photoplethysmographie (PPG)

Bei dem Verfahren der Photoplethysmographie handelt es sich um eine hämodynamische Untersuchungsmethode, die der Diagnostik und Verlaufskontrolle der sogenannten chronischen venösen Insuffizienz (CVI) dient. Bei dieser Erkrankung sind die venösen Gefäße so beschädigt, dass das Blut nicht ausreichend effektiv zum Herzen transportiert wird und sich das Blut zurückstaut. Dies kann zu vielen Folgeerkrankungen wie z. B. einer Thrombose (Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß bildet) führen.

Die Photoplethysmographie ist eine apparative diagnostische Methode, die auf der Erfassung der Reflexion ausgesendeter Infrarotlicht-Strahlen basiert. Neben der PPG gibt es Varianten wie die Lichtreflexionsrheographie (LRR) oder die digitale Photoplethysmographie (DPPG), die sich nur durch wenige Details unterscheiden. Da die Photoplethysmographie eine nicht invasive Methode ist, eignet sie sich für eine Screening-Untersuchung (präventive Untersuchung von gesunden Patienten zur rechtzeitigen Erkennung einer Erkrankung).

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • der Diagnostik der chronischen venösen Insuffizienz (CVI, Synonyme: chronisch-venöses Stauungssyndrom,  chronische Veneninsuffizienz)

Das Verfahren

Die Photoplethysmographie beruht auf dem folgenden Prinzip: Das Messgerät befindet sich über dem zu untersuchenden Areal und sendet Infrarotlicht aus, das reflektiert und anschließend von einem Sensor registriert wird. Das Infrarotlicht hat eine spezielle Wellenlänge und wird besonders gut vom Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) in den oberflächlichen Venenplexus (Venengeflechte) absorbiert.

Während der Untersuchung wird der Patient angewiesen, einfache Bewegungen wie z. B. eine Dorsalflexion (Beugung) im Sprunggelenk oder eine Kniebeugung durchzuführen. Infolgedessen wird das venöse Blut durch die Muskelpumpe mobilisiert und die Venen entleeren sich (bei Anspannung der Wadenmuskulatur werden zeitgleich die Venen gequetscht und das Blut wird in Richtung Herz gepumpt, dieser Mechanismus heißt Muskelpumpe). Bei der anschließenden Bewegungspause füllen sich die Gefäße wieder. Die Volumenschwankungen in den Venen verursachen parallel Schwankungen in der Lichtreflexion, die aufgezeichnet und ausgewertet werden. Daraus resultiert die Wiederauffüllungszeit, die Auskunft über den Funktionszustand der Venen gibt: Je kürzer die Wiederauffüllungszeit, desto stärker die Schädigung der Gefäßgeflechte. Normalerweise ist diese Zeitspanne größer als 25 Sekunden.

Der Untersuchungsablauf ist wie folgt: Der Patient bekommt das Messgerät angelegt, dass in einen Aufkleber (ähnlich einer EKG-Elektrode) oder in eine Manschette integriert ist. Während der Untersuchung sitzt der Patient und führt ein Bewegungsprogramm durch (Kniebeugen, Fußkippen etc.), das er mehrmals wiederholt. Anschließend entspannt der Patient und die Wiederauffüllungszeit wird gemessen. Die Messergebnisse werden folgendermaßen beurteilt:

 Wiederauffüllungszeit
 Bewertung
  > 25 Sekunden  Normalbefund
 20-25 Sekunden  Venöse Funktionsstörung I. Grades (leichte chronische venöse Insuffizienz – CVI)
 10-19 Sekunden  Venöse Funktionsstörung II. Grades (mittelschwere CVI)
 < 10 Sekunden  Venöse Funktionsstörung III. Grades (schwere CVI)

 
Die Ergebnisse werden in der Regel digital dokumentiert und sind sehr gut reproduzierbar.


Literatur

  1. Hach W: Venenchirurgie: Leitfaden für Gefäßchirurgen, Angiologen, Dermatologen und Phlebologen. Schattauer Verlag 2007
  2. Gerlach HE: Praktische Phlebologie. Georg Thieme Verlag 2006

     
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