Weitere Therapie
Speicheldrüsenentzündung (Sialadenitis)

Allgemeine Maßnahmen

  • Bei chronisch-rezidivierender Parotitis (Ohrspeicheldrüsenentzündung):
    • regelmäßige Drüsenmassage im Intervall
    • Sialogoga (speichelfördernde Medikamente) im Intervall
    • konservatives (nicht chirurgisches) Vorgehen bei Kindern
  • Bei akuter bakterieller Sialadenitis bzw. Sialolithiasis zur Förderung eines spontanen Steinabgangs:
    • Speichel-fördernde Maßnahmen:
      • zuckerfreie Bonbons
      • zuckerfreie Kaugummis
      • Sialagoga (Pilocarpin, Cevimelin)
      • gesteigerte Flüssigkeitszufuhr
    • Drüsenmassage
  • Bei viraler Sialadenitis:
    •  Parotitis epidemica (Mumps):
      • ausschließlich symptomatisch
        • warme oder kalte Parotis-Umschläge zur Schmerzlinderung
        • bei Fieber Bettruhe und körperliche Schonung; ab 39 °C Wadenwickel zur Temperatursenkung
        • nach Fieber weitere Schonung für einen oder mehrere Tage
      • sorgfältige Mundhygiene zur Vermeidung aszendierender (aufsteigender) bakterieller Infektion
      • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum)
      • Alkoholrestriktion (Verzicht auf Alkohol)
      • begrenzter Koffeinkonsum (max. 240 mg Koffein pro Tag; das entspricht 2 bis 3 Tassen Kaffee bzw. 4 bis 6 Tassen grünen/schwarzen Tee)
  • Bei Xerostomie (Mundtrockenheit), insbesondere bei radiogener (strahlenbedingter) Sialadenitis:
    • symptomatisch
      • Kau-Stimulation
        • z. B. zuckerfreier Kaugummi
      • gustatorische ("den Geschmackssinn betreffend") Stimulation
        • z. B. zuckerfreie saure Lutschtabletten
          • aber: erhöhtes Risiko für Erosionen und Karies – kann reduziert werden durch Fluoridzusatz
      • gesteigerte Flüssigkeitszufuhr
      • Speichelersatzstoffe
    • Kariesprophylaxe
      • regelmäßige zahnärztliche Kontrolle
      • häusliche Fluoridierung
    • bei medikamentös induzierter Xerostomie (Mundtrockenheit):
      • Überprüfung von Dauermedikationen bezüglich möglicher Auswirkungen auf die bestehende Erkrankung
      • ggf. Reduktion der Medikation
      • ggf. Ersatz durch weniger xerogene (Mundtrockenheit bedingende) Präparate

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren

HNO-Therapie

  • Hörprüfung bis zu 8 Wochen nach Ende einer Parotitis epidemica (Mumps)

Internistische Therapie

  • Bei Parotitis epidemica
  • Bei Heerfordt-Syndrom

Ophthalmologische Therapie

  • Bei okulärer (augenbedingte) Symptomatik des Sjögren- bzw. Sicca-Syndroms:
    • Präparate zur Augenbefeuchtung (s. u. Keratoconjunktivitis sicca (Trockene Augen)/Pharmakotherapie)

Rheumatologische Therapie

  • Bei Sjögren-Syndrom

Urologische Therapie

  • Untersuchung männlicher Jugendlicher und Erwachsener bei Parotitis epidemica (Mumps)

Zahnärztliche Therapie

  • Bei Xerostomie (Mundtrockenheit) durch Sialadenitis:
    • Kariesprophylaxe
      • regelmäßige zahnärztliche Kontrollen
      • Fluoridierung
    • Infektionsprophylaxe (Candida)
    • ggf. Kariestherapie

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen während einer fieberhaften Erkrankung:
    • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme! Da es im Verlauf einer fieberhaften Erkrankung zu starken Flüssigkeitsverlusten kommt, sollte die Flüssigkeitsaufnahme nach folgender Faustregel erfolgen: bei jedem Grad Körpertemperatur über 37 °C zusätzlich 0,5-1 Liter pro °C. Am besten geeignet sind Tees.
    • Bei fieberhaften Erkrankungen empfiehlt sich eine leichte Vollkost. Im Rahmen dieser Ernährung sollte auf folgende Lebensmittel und Zubereitungsverfahren verzichtet werden, da sie erfahrungsgemäß häufig Beschwerden verursachen:
      • voluminöse und fettreiche Mahlzeiten 
      • Hülsenfrüchte und Gemüse wie Weißkohl, Grünkohl, Paprika, Sauerkraut, Lauch, Zwiebeln, Wirsing, Pilze
      • rohes Stein- und Kernobst
      • frisches Brot, Vollkornbrot
      • hartgekochte Eier
      • kohlensäurehaltige Getränke
      • frittierte, panierte, geräucherte, sehr stark gewürzte oder sehr süße Lebensmittel
      • zu kalte bzw. zu heiße Lebensmittel
    • Ernährung reich an:
      • Vitaminen C – Auf Grund des Fiebers kann es zu einem Mangel an Vitamin C kommen. Zudem ist Vitamin C wichtig für das Immunsystem. Vitamin C-reiche Lebensmittel sind Gemüse wie Spinat und Obst (Apfelsinen, Erdbeeren, Kiwis, Johannisbeeren), die zudem während einer Infektion gut vertragen werden.
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns.

Physikalische Therapie (inkl. Physiotherapie)

  • Kälteanwendungen bei akuten Schwellungen der Glandula parotidea
  • Drüsenmassagen

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Infekt-Liga e.V.
    Dr. K. F. Bodmann
    Adolf-Ey-Str. 13 A
    30659 Hannover
    kontakt@infektliga.de

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