Morbus Crohn – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Rasche Remissionsinduktion (Einleitung einer beschwerdefreien Krankheitsphase): Abklingen der klinischen Beschwerden und Normalisierung der Entzündungsaktivität
  • Steroidfreie Remission: Glucocorticoide sind ausschließlich zur zeitlich begrenzten Remissionsinduktion vorgesehen.
  • Langfristige Krankheitskontrolle: Vermeidung von Schüben, Hospitalisierungen (Krankenhausaufenthalten), Fisteln (unnatürlichen Verbindungsgängen), Stenosen (Verengungen), Abszessen (abgekapselten Eiteransammlungen), Operationen und irreversiblen Strukturschäden
  • Treat-to-Target: Die Therapie wird anhand klinischer Beschwerden und objektiver Entzündungsparameter gesteuert. Langfristige Ziele sind die steroidfreie klinische Remission und die endoskopische Heilung (Abheilung der Darmschleimhaut); eine Normalisierung von C-reaktivem Protein und fäkalem Calprotectin sind intermediäre Ziele. Die transmurale Heilung (Abheilung aller Darmwandschichten) kann mittels intestinaler Sonographie, Magnetresonanz-Enterographie oder Computertomographie-Enterographie ergänzend erfasst werden, ist derzeit jedoch kein formal verbindliches Therapieziel [1] [LL1].
  • Normalisierung der Lebensqualität: Erhalt von Arbeitsfähigkeit, Ernährung, Wachstum, Fertilität und psychosozialer Teilhabe

Therapieempfehlungen

Grundsatz: Die Therapie richtet sich nach Krankheitsaktivität, Befallsmuster, entzündlichem, stenosierendem (verengendem) oder penetrierendem (die Darmwand durchdringendem) Phänotyp (Erscheinungsform der Erkrankung), perianaler Beteiligung (Erkrankung im Bereich um den After), prognostischen Risikofaktoren, Vorbehandlungen, Begleiterkrankungen, Sicherheitsprofil und Patientenpräferenz. Chirurgische Optionen sind auf jeder Eskalationsstufe mitzubeurteilen [LL1] [LL2] [LL3].

Beachte: Vor einer Therapieeskalation müssen objektive Entzündungsaktivität, Diagnosesicherheit, Therapieadhärenz (Therapietreue), infektiöse Ursachen der Verschlechterung, Abszesse, relevante Stenosen und andere Komplikationen überprüft werden.

Therapiestrategie

  • Frühzeitige wirksame Therapie:
    • Eine schematische Step-up-Therapie ist nicht für jeden Patienten der geeignete Standard.
    • Bei prognostischen Risikofaktoren sollte frühzeitig eine Biologika- oder Upadacitinib-Therapie erwogen werden.
    • Risikofaktoren sind insbesondere junges Erkrankungsalter, ausgeprägte endoskopische Läsionen (Gewebeschäden), langstreckiger Dünndarmbefall, Befall des oberen Gastrointestinaltraktes, perianale Erkrankung, stenosierender oder penetrierender Verlauf, hoher Steroidbedarf und bereits eingetretene Strukturschäden.
    • Die PROFILE-Studie zeigte bei neu diagnostiziertem aktivem Morbus Crohn (chronisch-entzündlicher Darmerkrankung) eine höhere anhaltende steroidfreie Remissionsrate unter einer frühen Top-down-Therapie mit Infliximab und Immunmodulator als unter einer beschleunigten Step-up-Strategie [2]. Eine generelle Kombinationstherapie für jeden neu diagnostizierten Patienten lässt sich daraus nicht ableiten.
  • Therapiekontrolle:
    • Klinische Kontrolle innerhalb von etwa 3 Monaten
    • Kontrolle von C-reaktivem Protein und fäkalem Calprotectin nach etwa 3-6 Monaten
    • Endoskopische Kontrolle üblicherweise nach etwa 6-12 Monaten; bei Dünndarmbefall ergänzend intestinale Sonographie oder Magnetresonanz-Enterographie
    • Bei fehlendem objektivem Ansprechen soll die Therapie zeitgerecht optimiert oder gewechselt werden.

Remissionsinduktion

  • Leichter, auf Ileum (letzter Abschnitt des Dünndarms) und/oder rechtsseitiges Kolon begrenzter Morbus Crohn:
    • Budesonid 9 mg/d p.o. ist Mittel der ersten Wahl.
    • Mesalazin besitzt bei luminalem (das Darminnere betreffendem) Morbus Crohn nur eine geringe und inkonsistente Wirksamkeit und wird zur routinemäßigen Remissionsinduktion nicht empfohlen [6] [LL1] [LL2].
    • Bei distalem Kolonbefall können rektale Mesalazin- oder Steroidpräparate im Einzelfall ergänzend eingesetzt werden; ein gesicherter Wirksamkeitsnachweis speziell für Morbus Crohn fehlt.
  • Mittlere bis hohe Krankheitsaktivität:
    • Systemisch wirkende Glucocorticoide können zur raschen Remissionsinduktion eingesetzt werden.
    • Bei ungünstigem Risikoprofil, Steroidabhängigkeit (erneutem Aufflammen der Erkrankung beim Reduzieren der Glucocorticoide), Steroidrefraktärität (fehlendem Ansprechen auf Glucocorticoide) oder relevanter Vorschädigung sollte frühzeitig eine fortgeschrittene Therapie begonnen werden.
    • Geeignete Wirkstoffe sind TNF-α-Antikörper, Vedolizumab, Ustekinumab, Risankizumab, Guselkumab, Mirikizumab oder Upadacitinib.
    • Die Auswahl erfolgt ohne starre Sequenz anhand von Wirksamkeit, Sicherheitsprofil, extraintestinalen Manifestationen (Krankheitserscheinungen außerhalb des Darms), Applikationspräferenz und Vortherapien.
  • Ausgedehnter Dünndarmbefall oder Befall des oberen Gastrointestinaltraktes:
    • Initial systemisch wirkende Glucocorticoide
    • Frühzeitige Einleitung einer immunsuppressiven oder fortgeschrittenen Therapie
    • Bei gastroduodenalem Befall (Befall von Magen und Zwölffingerdarm) zusätzlich Protonenpumpeninhibitor bei säureassoziierten Beschwerden oder Schleimhautläsionen
    • Frühzeitige ernährungsmedizinische Mitbehandlung bei Gewichtsverlust oder Mangelernährung (unzureichender Versorgung mit Energie und Nährstoffen)
  • Steroidrefraktärer oder steroidabhängiger Verlauf:
    • TNF-α-Antikörper, Vedolizumab, Ustekinumab, Risankizumab, Guselkumab, Mirikizumab oder Upadacitinib
    • Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder parenterales Methotrexat können zur Steroideinsparung und Remissionserhaltung eingesetzt werden, sind wegen des verzögerten Wirkeintritts jedoch nicht als alleinige Therapie eines akut schweren Schubs geeignet.
    • Bei Infliximab kann insbesondere bei zuvor biologikanaiven Patienten eine zeitlich begrenzte Kombination mit einem Thiopurin die Wirksamkeit erhöhen und die Immunogenität (Bildung von Antikörpern gegen den Wirkstoff) vermindern.
  • Kinder und Jugendliche:
    • Primär exklusive enterale Ernährungstherapie zur Remissionsinduktion
    • Bei mildem ileozökalem Befall und unzureichendem Ansprechen kann Budesonid eingesetzt werden.
    • Bei mittelschwerem bis schwerem Verlauf, Wachstumsverzögerung oder prognostischen Risikofaktoren frühzeitige immunsuppressive beziehungsweise Anti-TNF-Therapie
    • Mesalazin wird zur Remissionsinduktion bei pädiatrischem Morbus Crohn nicht empfohlen [LL5].

Remissionserhaltung

  • Fortführung der wirksamen Induktionstherapie:
    • Nach erfolgreicher Remissionsinduktion mit einem Biologikum oder Upadacitinib wird grundsätzlich derselbe Wirkstoff zur Remissionserhaltung fortgeführt.
    • Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat können bei geeigneter Nutzen-Risiko-Konstellation zur Remissionserhaltung eingesetzt werden.
    • Systemische Glucocorticoide und Budesonid dürfen nicht zur langfristigen Remissionserhaltung eingesetzt werden.
  • Milder Verlauf:
    • Bei ausgewählten Patienten ohne prognostische Risikofaktoren kann nach gemeinsamer Entscheidung ein kontrolliertes Abwarten ohne remissionserhaltende Medikation erwogen werden.
  • Therapiedauer:
    • Eine allgemein verbindliche Höchstdauer der Therapie mit Immunmodulatoren oder Biologika kann nicht angegeben werden.
    • Eine Deeskalation kommt nur bei länger bestehender steroidfreier klinischer, biochemischer und möglichst endoskopischer Remission nach individueller Rezidiv-Risiko-Abwägung infrage.
    • Nach Absetzen eines TNF-α-Antikörpers besteht ein relevantes Rezidivrisiko (Rückfallrisiko); eine erneute Behandlung mit demselben Wirkstoff kann häufig wieder wirksam sein [9].
  • Probiotika:
    • Für Präbiotika oder Probiotika ist weder zur Remissionsinduktion noch zur Remissionserhaltung oder postoperativen Rezidivprophylaxe eine ausreichende Wirksamkeit belegt [LL1].

Therapieversagen und sekundärer Wirkverlust

  • Reevaluation:
    • Objektive Bestätigung der Entzündungsaktivität
    • Ausschluss von Clostridioides-difficile-Infektion (bakterieller Darminfektion), Cytomegalievirus-Infektion (Virusinfektion) und anderen Infektionen entsprechend der klinischen Situation
    • Ausschluss eines Abszesses, einer symptomatischen Stenose oder anderer chirurgisch behandelbarer Komplikationen
    • Prüfung von Applikation, Dosierungsintervallen und Therapieadhärenz
  • Therapeutisches Drug Monitoring:
    • Bei sekundärem Wirkverlust unter einem TNF-α-Antikörper wird ein reaktives therapeutisches Drug Monitoring empfohlen.
    • Bei niedriger Wirkstoffkonzentration ohne relevante Anti-Drug-Antikörper kann eine Dosissteigerung oder Intervallverkürzung erfolgen.
    • Bei hohen Anti-Drug-Antikörpern ist ein Wechsel innerhalb der Wirkstoffklasse oder in eine andere Wirkstoffklasse zu erwägen.
    • Bei ausreichender Wirkstoffkonzentration und weiterhin aktiver Entzündung sollte in der Regel der Wirkmechanismus gewechselt werden.

Perianaler fistulierender Morbus Crohn

  • Interdisziplinäre Behandlung:
    • Magnetresonanztomographie des Beckens beziehungsweise endosonographische Beurteilung, chirurgische Exploration sowie Drainage von Abszessen und gegebenenfalls Seton-Einlage
    • Infliximab besitzt die beste Evidenz zur Induktion und Erhaltung eines Fistelverschlusses.
    • Adalimumab kann als Alternative eingesetzt werden.
    • Ustekinumab, Risankizumab oder Vedolizumab können nach Versagen oder bei Kontraindikationen gegen TNF-α-Antikörper erwogen werden; die Evidenz zur Fistelheilung ist geringer.
    • Antibiotika können die Fistelsekretion und akuten Beschwerden kurzfristig vermindern, bewirken allein jedoch keine dauerhafte Fistelheilung.

Postoperative Rezidivprophylaxe

  • Ohne wesentliche Risikofaktoren:
    • Kontrolliertes Abwarten mit Ileokoloskopie nach etwa 6 Monaten ist möglich.
    • Mesalazin kann nach isolierter Ileumresektion bei niedrigem Rezidivrisiko erwogen werden; der Nutzen ist gering und die Evidenz heterogen.
  • Bei erhöhtem Rezidivrisiko:
    • Risikofaktoren sind insbesondere fortgesetztes Rauchen, penetrierender Verlauf, perianale Erkrankung, vorangegangene Darmresektionen, ausgedehnter Befall und hohe präoperative Krankheitsaktivität.
    • Frühzeitige postoperative Prophylaxe vorzugsweise mit einem TNF-α-Antikörper oder Thiopurin
    • Vedolizumab oder Ustekinumab können bei Vorbehandlung, Unverträglichkeit oder Kontraindikationen gegen die besser etablierten Optionen erwogen werden.
    • Ileokoloskopie nach etwa 6 Monaten und Anpassung der Therapie anhand des endoskopischen Befundes [LL1] [LL3]

Glucocorticoide

Wirkstoff Besonderheiten
Budesonid Bei leichtem bis mäßigem Befall des terminalen Ileums und/oder rechtsseitigen Kolons; geringere systemische Glucocorticoidbelastung; nicht zur langfristigen Remissionserhaltung [6] [LL1]
Prednison/Prednisolon Bei mittlerer bis hoher Krankheitsaktivität; keine Dauertherapie; bei fehlendem Ansprechen frühzeitige Eskalation
Methylprednisolon Bei schwerem, stationär behandlungsbedürftigem Schub oder fehlender Möglichkeit einer oralen Therapie; frühzeitige chirurgische Mitbeurteilung bei Komplikationsverdacht.
  • Wirkweise: Hemmung zahlreicher proinflammatorischer Signalwege und Zytokine
  • Indikationen: Zeitlich begrenzte Remissionsinduktion bei aktivem Morbus Crohn
  • Kontraindikationen: Unkontrollierte systemische Infektionen; relative Kontraindikationen und Risikofaktoren sind unter anderem schlecht eingestellter Diabetes mellitus, schwere Osteoporose (Knochenschwund), Glaukom (grüner Star) und floride Ulkuserkrankung (akute Geschwürerkrankung).
  • Nebenwirkungen: Infektionen, Hyperglycämie (Überzuckerung), arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Osteoporose, Myopathie (Muskelerkrankung), psychische Veränderungen, Katarakt (grauer Star), Glaukom, Wundheilungsstörungen und Nebennierenrindensuppression (Unterdrückung der körpereigenen Cortisolbildung)

Aminosalicylate

  • Mesalazin: Keine routinemäßige Empfehlung zur Remissionsinduktion oder Remissionserhaltung bei luminalem Morbus Crohn; eine lokale Anwendung bei distalem Kolonbefall oder eine postoperative Anwendung bei niedrigem Rezidivrisiko kann im Einzelfall erwogen werden [6] [LL1] [LL2].
  • Sulfasalazin: Wegen begrenzter Wirksamkeit keine Standardtherapie des luminalen Morbus Crohn; gegebenenfalls bei gleichzeitig bestehender peripherer Arthritis. Bei Männern mit Kinderwunsch ist wegen möglicher reversibler Oligospermie (verminderter Anzahl von Samenzellen) eine Umstellung zu prüfen.

Immunmodulatoren

Wirkstoff Besonderheiten
Azathioprin Verzögerter Wirkeintritt; nicht als alleinige Remissionsinduktion eines akuten Schubs; vor Therapiebeginn Bestimmung der Thiopurin-S-Methyltransferase-Aktivität beziehungsweise Genotypisierung und gegebenenfalls NUDT15-Genotypisierung; regelmäßiges Differentialblutbild sowie Kontrolle von ALT (GPT), AST (GOT), γ-GT, Bilirubin und Lipase
6-Mercaptopurin Alternative bei geeigneter Konstellation; gleiche pharmakogenetische und laborchemische Sicherheitsstrategie wie bei Azathioprin
Methotrexat Parenterale Anwendung bei Morbus Crohn besser belegt als die orale Anwendung; regelmäßige Kontrolle von Differentialblutbild, Transaminasen und Nierenfunktion; strikte Kontraindikation in Schwangerschaft
  • Wirkweise: Thiopurine hemmen die Purinsynthese und Lymphozytenproliferation; Methotrexat wirkt als Folsäureantagonist und immunmodulatorisch.
  • Indikationen: Steroideinsparung und Remissionserhaltung; Thiopurin gegebenenfalls in Kombination mit Infliximab zur Verminderung der Immunogenität
  • Kontraindikationen: Schwere aktive Infektionen, ausgeprägte Knochenmarkdepression (verminderte Bildung von Blutzellen) und schwere Leberfunktionsstörung; Methotrexat zusätzlich bei Schwangerschaft, Stillzeit und relevanter Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
  • Nebenwirkungen: Knochenmarkdepression, Infektionen, Hepatotoxizität (Leberschädigung), Übelkeit und Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) bei Thiopurinen; bei Langzeittherapie erhöhtes Risiko für Nicht-Melanom-Hautkrebs und Lymphome (Krebserkrankungen des lymphatischen Systems); Methotrexat zusätzlich Mukositis (Schleimhautentzündung), Pneumonitis (Entzündung des Lungengewebes) und Teratogenität (fruchtschädigende Wirkung)

TNF-α-Antikörper

Wirkstoff Besonderheiten
Infliximab Sehr gute Evidenz bei luminalem und perianal fistulierendem Morbus Crohn; bei geeigneten, biologikanaiven Patienten Kombination mit einem Thiopurin erwägen [FI1]
Adalimumab Subkutane Selbstapplikation; auch bei perianaler Erkrankung einsetzbar; keine gesicherte generelle Überlegenheit einer Kombination mit Thiopurinen gegenüber der Monotherapie [FI2]
  • Wirkweise: Neutralisation von löslichem und membrangebundenem Tumornekrosefaktor alpha
  • Indikationen: Mittelschwerer bis schwerer luminaler Morbus Crohn, Steroidrefraktärität, Steroidabhängigkeit und perianal fistulierender Morbus Crohn
  • Kontraindikationen: Aktive schwere Infektion, aktive Tuberkulose und mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (Herzschwäche); Vorsicht bei demyelinisierenden Erkrankungen (Erkrankungen mit Schädigung der Nervenisolation) und anamnestischem Malignom (bösartiger Erkrankung)
  • Nebenwirkungen: Schwere und opportunistische Infektionen (Infektionen bei geschwächter Abwehrlage), Tuberkulosereaktivierung, Hepatitis-B-Reaktivierung, Infusions- oder Injektionsreaktionen, paradoxe Psoriasis (Schuppenflechte), Lupus-ähnliches Syndrom (lupusähnliches Krankheitsbild), selten demyelinisierende Erkrankungen und Herzinsuffizienz; unter Kombination mit Thiopurinen erhöhtes Risiko für hepatosplenische T-Zelllymphome (seltene Lymphdrüsenkrebsform mit Beteiligung von Leber und Milz), besonders bei jungen Männern [8]

Integrin-, Interleukin-12/23- und Interleukin-23p19-Antikörper

Wirkstoff Besonderheiten
Vedolizumab Darmselektiver α4β7-Integrin-Antikörper; bei fehlendem therapeutischem Nutzen bis Woche 14 Beendigung erwägen; bei sekundärem Wirkverlust kann eine intravenöse Intervallverkürzung auf alle 4 Wochen erwogen werden [7] [FI3]
Ustekinumab Antikörper gegen die gemeinsame p40-Untereinheit von Interleukin 12 und 23; keine Kombination mit einem Immunmodulator zur Wirksamkeitssteigerung erforderlich [FI4]
Risankizumab Selektiver Interleukin-23p19-Antikörper; bei fehlendem therapeutischem Nutzen bis Woche 24 Beendigung erwägen. Bei Patienten mit vorausgegangenem Versagen einer TNF-α-Therapie war Risankizumab in der SEQUENCE-Studie Ustekinumab hinsichtlich der klinischen Remission nicht unterlegen und hinsichtlich der endoskopischen Remission überlegen [4] [FI5].
Mirikizumab Selektiver Interleukin-23p19-Antikörper; seit 2025 in der Europäischen Union für mittelschweren bis schweren aktiven Morbus Crohn bei unzureichendem Ansprechen, Wirkverlust oder Unverträglichkeit einer konventionellen oder biologischen Therapie zugelassen; Wirksamkeit in VIVID-1 belegt [5] [FI7]
Guselkumab Selektiver Interleukin-23p19-Antikörper; Dosierungsregime nach Krankheitslast, Vorbehandlungen und individuellem Nutzen-Risiko-Profil; seit 2025 in der Europäischen Union für mittelschweren bis schweren aktiven Morbus Crohn zugelassen [FI8]
  • Wirkweise: Vedolizumab hemmt die α4β7-Integrin-vermittelte Lymphozytenmigration in den Darm; Ustekinumab hemmt Interleukin 12 und 23 über p40; Risankizumab, Mirikizumab und Guselkumab hemmen selektiv Interleukin 23 über die p19-Untereinheit.
  • Indikationen: Mittelschwerer bis schwerer aktiver Morbus Crohn zur Remissionsinduktion und Remissionserhaltung, insbesondere bei Steroidabhängigkeit, Steroidrefraktärität oder Versagen anderer Therapien
  • Kontraindikationen: Klinisch relevante aktive Infektionen einschließlich aktiver Tuberkulose; während der Therapie keine Lebendimpfstoffe
  • Nebenwirkungen: Infektionen, Infusions- oder Injektionsreaktionen, Kopfschmerzen und Überempfindlichkeitsreaktionen; bei Interleukin-23p19-Antikörpern zusätzlich mögliche Transaminasenerhöhungen

Januskinase-Inhibitor

Wirkstoff Besonderheiten
Upadacitinib Oraler selektiver Januskinase-1-Inhibitor; 30 mg zur Erhaltung insbesondere bei hoher Krankheitslast oder unzureichendem Ansprechen auf 15 mg; bei Patienten ab 65 Jahren grundsätzlich 15 mg zur Erhaltung; bei fehlendem therapeutischem Nutzen bis Woche 24 Beendigung; nicht mit Biologika oder potenten Immunsuppressiva kombinieren [3] [B1] [FI6]
  • Wirkweise: Hemmung der Januskinase-1-abhängigen intrazellulären Zytokinsignalübertragung
  • Indikationen: Mittelschwerer bis schwerer aktiver Morbus Crohn bei unzureichendem Ansprechen, Wirkverlust oder Unverträglichkeit einer konventionellen oder biologischen Therapie
  • Kontraindikationen: Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen, schwere Leberinsuffizienz (Leberschwäche) und Schwangerschaft; keine gleichzeitige Anwendung anderer Januskinase-Inhibitoren, Biologika oder potenter Immunsuppressiva
  • Nebenwirkungen: Schwere Infektionen, Herpes zoster (Gürtelrose), Neutropenie, Lymphopenie, Anämie (Blutarmut), Transaminasen- und Creatinkinaseanstieg, Hyperlipidämie, venöse Thromboembolien (Blutgefäßverschlüsse durch verschleppte Blutgerinnsel), schwere kardiovaskuläre Ereignisse, Malignome und gastrointestinale Perforationen (Durchbrüche der Magen- oder Darmwand); bei Patienten ab 65 Jahren, aktuellen oder ehemaligen Langzeitrauchern sowie bei erhöhtem kardiovaskulärem oder malignem Risiko nur anwenden, wenn keine geeignete Behandlungsalternative verfügbar ist [B1].

Antibiotika bei perianaler Erkrankung oder septischen Komplikationen

Wirkstoff Besonderheiten
Metronidazol Kurzfristig bei symptomatischen perianalen Fisteln oder anaerober Infektion; keine alleinige definitive Fisteltherapie; bei längerer Anwendung Risiko einer peripheren Neuropathie (Schädigung außerhalb von Gehirn und Rückenmark gelegener Nerven)
Ciprofloxacin Kurzfristig bei symptomatischen perianalen Fisteln, häufig zusammen mit einer chirurgischen Drainage und fortgeschrittener Therapie; Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz
  • Wirkweise: Antibakterielle Behandlung anaerober beziehungsweise gramnegativer Erreger
  • Indikationen: Perianale Fistelsekretion, begleitende bakterielle Infektion und septische Komplikationen; ein Abszess muss drainiert werden.
  • Kontraindikationen: Wirkstoffspezifische Überempfindlichkeit; bei Fluorchinolonen unter anderem relevante Sehnenerkrankungen nach früherer Fluorchinolontherapie; individuelle Interaktionen und Organfunktion beachten
  • Nebenwirkungen: Metronidazol kann Übelkeit, metallischen Geschmack und periphere Neuropathie verursachen; Ciprofloxacin kann Tendinopathien (Sehnenerkrankungen), Sehnenrupturen (Sehnenrisse), Neuropathien, QT-Verlängerung, Dysglycämien und zentrale Nebenwirkungen verursachen.

Behandlung extraintestinaler Manifestationen und Mangelzustände

  • Anämie:
    • Ursache anhand von Blutbild, Ferritin, Transferrinsättigung, C-reaktivem Protein, Vitamin B12, Folsäure und gegebenenfalls weiteren Parametern differenzieren.
    • Orales Eisen bei leichter Eisenmangelanämie, klinisch inaktiver Erkrankung und guter Verträglichkeit
    • Intravenöses Eisen bevorzugt bei aktiver Erkrankung, Hämoglobin < 10 g/dl, Unverträglichkeit oder unzureichender Wirkung der oralen Therapie sowie bei notwendiger rascher Eisensubstitution
    • Parenterale Vitamin-B12-Substitution bei nachgewiesenem Vitamin-B12-Mangel, insbesondere nach ausgedehnter Ileumresektion
  • Periphere Arthritis (Gelenkentzündung an Armen oder Beinen):
    • Primär wirksame Behandlung der intestinalen Krankheitsaktivität
    • Bei persistierender peripherer Arthritis gegebenenfalls Sulfasalazin, Methotrexat oder TNF-α-Antikörper
    • Nichtsteroidale Antirheumatika oder selektive COX-2-Hemmer nur kurzfristig und unter sorgfältiger Beobachtung der intestinalen Krankheitsaktivität
  • Axiale Spondyloarthritis (entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule und Kreuzdarmbeingelenke):
    • Monoklonale TNF-α-Antikörper oder bei geeigneter Nutzen-Risiko-Konstellation Upadacitinib
    • Sulfasalazin und Methotrexat sind bei axialer Manifestation nicht ausreichend wirksam.
  • Erythema nodosum (schmerzhafte entzündliche Knoten im Unterhautfettgewebe):
    • Behandlung der intestinalen Aktivität; bei schwerem Verlauf kurzzeitig systemische Glucocorticoide
  • Pyoderma gangraenosum (entzündliche Hauterkrankung mit schmerzhaften Geschwüren):
    • Systemische Glucocorticoide oder Ciclosporin zur raschen Induktion; bei schwerem oder refraktärem Verlauf insbesondere Infliximab

Therapiesicherheit und Kontrollen

  • Vor Biologika oder Upadacitinib:
    • Ausschluss einer aktiven oder latenten Tuberkulose
    • Hepatitis-B-Serologie; Hepatitis-C- und HIV-Diagnostik entsprechend Risikoprofil
    • Vervollständigung der empfohlenen Impfungen einschließlich Varizella-zoster-Impfung bei fehlender Immunität beziehungsweise Herpes-zoster-Impfung entsprechend Alter und Risikoprofil
    • Keine Lebendimpfstoffe während einer relevanten immunsuppressiven Therapie
    • Differentialblutbild, ALT (GPT), AST (GOT), γ-GT, Bilirubin und Nierenfunktionsparameter
  • Unter Thiopurinen:
    • Engmaschige Kontrollen von Differentialblutbild und Leberparametern zu Therapiebeginn, anschließend regelmäßige Verlaufskontrollen
    • Bei Oberbauchschmerzen Kontrolle der Lipase zum Ausschluss einer Thiopurin-induzierten Pankreatitis
    • Konsequenter Sonnenschutz und regelmäßiges Hautkrebsscreening
  • Unter Upadacitinib:
    • Differentialblutbild, Transaminasen, Creatinkinase und Lipidprofil vor und während der Therapie
    • Individuelle Bewertung von venösem thromboembolischem, kardiovaskulärem und malignem Risiko
  • Unter TNF-α-Antikörpern:
    • Überwachung auf schwere Infektionen, Hepatitis-B-Reaktivierung, Herzinsuffizienz, demyelinisierende Symptome und Hautveränderungen
    • Bei Wirkverlust reaktives therapeutisches Drug Monitoring

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Grundsatz:
    • Eine stabile Remission vor und während der Schwangerschaft ist für Mutter und Kind günstiger als eine unbehandelte aktive Erkrankung.
    • Eine wirksame Therapie soll nicht allein wegen einer Schwangerschaft unkritisch abgesetzt werden [LL4].
  • Fortführbare Therapien:
    • Mesalazin, Sulfasalazin mit ausreichender Folsäuresubstitution, Glucocorticoide bei entsprechender Indikation, Thiopurine bei bereits etablierter Therapie sowie TNF-α-Antikörper
    • Vedolizumab und Ustekinumab können bei bestehender Indikation fortgeführt werden.
  • Kontraindizierte beziehungsweise zu vermeidende Therapien:
    • Methotrexat ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.
    • Upadacitinib ist in der Schwangerschaft kontraindiziert und soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.
    • Für Risankizumab, Mirikizumab und Guselkumab liegen weniger Schwangerschaftsdaten vor; die Anwendung erfordert eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unter Beachtung der Fachinformation.

Weitere Hinweise

  • Rauchstopp: Aktive Raucher sollen konsequent zur Tabakabstinenz motiviert und bei Bedarf durch ein strukturiertes Entwöhnungsprogramm unterstützt werden. Rauchen erhöht insbesondere das postoperative Rezidivrisiko.
  • Chirurgische Alternative: Bei isoliertem, kurzstreckigem ileozökalem Morbus Crohn kann eine elektive laparoskopische Ileozökalresektion eine gleichwertige Alternative zur medikamentösen Eskalation darstellen.
  • Abszess oder mechanische Stenose: Eine alleinige Intensivierung der Immunsuppression ist bei unkontrollierter Sepsis (lebensbedrohlicher Reaktion auf eine Infektion) kontraindiziert; frühzeitige interventionelle oder chirurgische Behandlung.
  • Thromboseprophylaxe: Bei stationär behandelten Patienten mit aktivem Morbus Crohn ist grundsätzlich eine medikamentöse venöse Thromboembolieprophylaxe zu prüfen.

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Darmgesundheit sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, K, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Mineralstoffe (Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Fluorid, Jod, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) – antiinflammatorischer Effekt; Omega-6-Fettsäuren: Linolsäure)
  • Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien; Fruchtsäuren – Citrat (gebunden in Magnesium-, Kalium- und Calciumcitrat))

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Abkürzungsverzeichnis

  • ALA: Alpha-Linolensäure
  • ALT: Alanin-Aminotransferase
  • AST: Aspartat-Aminotransferase
  • COX-2: Cyclooxygenase 2
  • DHA: Docosahexaensäure
  • EMA: European Medicines Agency
  • EPA: Eicosapentaensäure
  • FI: Fachinformation
  • GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
  • GPT: Glutamat-Pyruvat-Transaminase
  • HIV: Humanes Immundefizienz-Virus
  • IBD: Inflammatory Bowel Disease
  • i.m.: intramuskulär
  • i.v.: intravenös
  • JAKi: Januskinase-Inhibitoren
  • KBE: koloniebildende Einheiten
  • KG: Körpergewicht
  • LL: Leitlinie
  • NUDT15: Nudix-Hydrolase 15
  • p.o.: per os
  • QT: QT-Intervall
  • s.c.: subkutan
  • TNF-α: Tumornekrosefaktor alpha
  • γ-GT: Gamma-Glutamyltransferase

Literatur

  1. Turner D, Ricciuto A, Lewis A et al.: STRIDE-II: An Update on the Selecting Therapeutic Targets in Inflammatory Bowel Disease Initiative of the International Organization for the Study of IBD: Determining Therapeutic Goals for Treat-to-Target Strategies in IBD. Gastroenterology. 2021;160(5):1570-1583. doi: 10.1053/j.gastro.2020.12.031 
  2. Noor NM, Lee JC, Bond S et al.: A biomarker-stratified comparison of top-down versus accelerated step-up treatment strategies for patients with newly diagnosed Crohn's disease (PROFILE): a multicentre, open-label randomised controlled trial. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2024;9(5):415-427. doi: 10.1016/S2468-1253(24)00034-7
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  5. Ferrante M, Panaccione R, Baert F et al.: Efficacy and safety of mirikizumab in patients with moderately-to-severely active Crohn's disease: a phase 3, multicentre, randomised, double-blind, placebo-controlled and active-controlled, treat-through study. Lancet. 2024;404(10470):2423-2436. doi: 10.1016/S0140-6736(24)01762-8 
  6. Moja L, Danese S, Fiorino G et al.: Systematic review with network meta-analysis: comparative efficacy and safety of budesonide and mesalazine (mesalamine) for Crohn's disease. Aliment Pharmacol Ther. 2015;41(11):1055-1065. doi: 10.1111/apt.13190 
  7. Hui S et al.: Vedolizumab for induction and maintenance of remission in Crohn's disease. Cochrane Database Syst Rev. 2023;7:CD013611. doi: 10.1002/14651858.CD013611.pub2 
  8. Andersen NN, Pasternak B, Basit S et al.: Association between tumour necrosis factor-α inhibitors and risk of serious infections in people with inflammatory bowel disease: nationwide Danish cohort study. BMJ. 2015;350:h2809. doi: 10.1136/bmj.h2809 
  9. Casanova MJ, Chaparro M, Mínguez M et al.: Evolution After Anti-TNF Discontinuation in Patients With Inflammatory Bowel Disease: A Multicenter Long-Term Follow-Up Study. Am J Gastroenterol. 2017;112(1):120-131. doi: 10.1038/ajg.2016.569 

Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn. (AWMF-Registernummer: 021-004), März 2024 Langfassung [LL1]
  2. Gordon H, Minozzi S, Kopylov U et al.: ECCO Guidelines on Therapeutics in Crohn's Disease: Medical Treatment. J Crohns Colitis. 2024;18(10):1531-1555. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjae091 [LL2]
  3. Adamína M, Minozzi S, Warusavitarne J et al.: ECCO Guidelines on Therapeutics in Crohn's Disease: Surgical Treatment. J Crohns Colitis. 2024;18(10):1556-1582. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjae089 [LL3]
  4. Torres J, Chaparro M, Julsgaard M et al.: European Crohn's and Colitis Guidelines on Sexuality, Fertility, Pregnancy, and Lactation. J Crohns Colitis. 2023;17(1):1-27. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjac115 [LL4]
  5. van Rheenen PF, Aloi M, Assa A et al.: The Medical Management of Paediatric Crohn's Disease: an ECCO-ESPGHAN Guideline Update. J Crohns Colitis. 2021;15(2):171-194. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjaa161 [LL5]

Behördliche und regulatorische Quellen

  1. European Medicines Agency: Janus kinase inhibitors (JAKi) – referral. Maßnahmen zur Verminderung des Risikos schwerer Infektionen, kardiovaskulärer Ereignisse, venöser Thromboembolien und Malignome. EMA-Sicherheitsinformation [B1]

Fachinformationen

  1. European Medicines Agency: Remicade – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI1]
  2. European Medicines Agency: Humira – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI2]
  3. European Medicines Agency: Entyvio – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI3]
  4. European Medicines Agency: Stelara – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI4]
  5. European Medicines Agency: Skyrizi – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI5]
  6. European Medicines Agency: Rinvoq – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI6]
  7. European Medicines Agency: Omvoh – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI7]
  8. European Medicines Agency: Tremfya – Produktinformation. EMA-Produktseite [FI8]