Symptome – Beschwerden
Durchfall (Diarrhoe)

Durchfälle sind meist übel riechend, von wässriger oder breiiger Konsistenz, können auch fettig öder ölig sein und Beimengungen von Blut enthalten.

Weitere Beschwerden, die oftmals mit Diarrhoe (Durchfall) einhergehen sind:

  • Anorexie (Appetitlosigkeit)
  • Nausea (Übelkeit)
  • Erbrechen
  • Meteorismus (Blähungen)
  • Bauchschmerzen, dumpf oder kolikartig
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Exsikkose (Austrocknung)
  • Hautveränderungen wie umschriebene Hautrötungen
  • Kopfschmerzen

Warnzeichen (red flags) für somatische Krankheitsursachen

Folgende anamnestische Angaben bzw. Symptome bedürfen der weiteren Diagnostik zum Ausschluss einer somatischen (körperlichen) Erkrankung:

  • Anamnestische Angaben:
    • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Familie (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Im Basislabor: Anämie (Blutarmut) und Entzündungszeichen
  • Paradoxe Diarrhoe; Diarrhoe im Wechsel mit Obstipation → Verdacht auf Kolonkarzinom (Dickdarmkrebs)
  • Blut im Stuhl (Hämatochezie)
  • Bleistiftstuhl → denken an: Rektumkarzinom (Mastdarmkrebs)
  • Fettstühle (Steatorrhoe)
  • Fieber
  • Fieber und Diarrhoe länger als zwei Wochen:
    • Bei Kindern → denken an: Darminfektionen mit Yersinien, Lamblien und Parasiten
    • Immunsupprimierte Patienten → denken an: Cryptosporidien, Cytomegalievirus (CMV) und Mykobakterien
  • Gewichtsverlust > 10 % bei unveränderter Nahrungszufuhr
  • Leistungsknick
  • Schmerzen lokalisieren sich
  • Nächtliche Beschwerden bzw. Aufwachen wg. Schmerzen oder Symptome
  • Schmerzen abseits des Nabels (bei Kindern)
  • Tastbare Resistenzen

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass loser Stuhl nach der Bristol-Stuhlform-Skala – im Vergleich zur traditionellen Definition von chronischer Diarrhoe (≥ 3 Stuhlgänge/Tag mit einem Stuhlgewicht von über 200 g und einer Dauer von mindestens 4 Wochen) – der beste Prädiktor einer organischen Ursache von Diarrhoe zu sein scheint [3].

Säuglinge und Kleinkinder

Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und Schock [1, 2]

Folgende Kinder haben ein erhöhtes Risiko:

  • Kleinkinder mit geringem Geburtsgewicht
  • Kinder, mit Zeichen einer Mangelernährung
  • Kinder unter einem Jahr, besonders Kinder unter 6 Monaten
  • Kinder, die innerhalb der letzten 24 Stunden > 5 diarrhoische Stühle hatten
  • Kinder, die innerhalb der letzten 24 Stunden mehr als zweimal erbrochen haben
  • Kinder, die bisher keine Zusatzflüssigkeiten erhielten oder diese nicht vertrugen
  • Kinder, bei denen das Bruststillen während der Erkrankung eingestellt wurde

Warnzeichen (red flags) bei Kindern (= mögliche Indikatoren für andere Diagnosen) [NICE-Empfehlungen; 1, 2 ]

  • Fieber > 38 °C bei Kindern unter 3 Monaten
  • Fieber > 39 °C bei Kindern über 3 Monaten
  • Kurzatmigkeit oder Tachypnoe ("Schnellatmung")
  • Bewusstseinsveränderungen
  • Meningismus (schmerzhafte Nackensteifigkeit)
  • vorgewölbte Fontanelle bei Säuglingen
  • nicht wegdrückbarer Hautausschlag
  • Blut- oder Schleimbeimengung im Stuhl
  • galliges (grünliches) Erbrechen
  • schwerer oder lokalisierter Bauchschmerz
  • aufgetriebenes Abdomen oder Loslassschmerz

Literatur

  1. Guideline des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE): Diarrhoea and vomiting caused by gastroenteritis in under 5s: diagnosis and management. April 2009. www.nice.org.uk/CG084
  2. Rajesh Khanna et al.: Diarrhoea and vomiting caused by gastroenteritis in children under 5 years: a summary of NICE guidance. BMJ 2009; 338: b1350. DOI: 10.1136/bmj.b1350
  3. Stotzer PO et al.: Are the definitions for chronic diarrhoea adequate? Evaluation of two different definitions in patients with chronic diarrhoea. United European Gastroenterol J. 2015 Aug; 3(4): 381–386. doi: 10.1177/2050640615580219

Leitlinien

  1. Guideline des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE): Diarrhoea and vomiting caused by gastroenteritis in under 5s: diagnosis and management. April 2009. www.nice.org.uk/CG084
     
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