Einleitung
Dickdarmpolypen (Kolonadenom)

Bei den Polypen im Kolon (Synonyme: Adenomatose; Adenomatose des Kolons; Adenomatöse Polyposis des Kolons; Dickdarmpolyp; Dickdarmpolypen; Familiäre Polyposis; Gutartige Neubildung des Dickdarmes; Gutartige Neubildung des Kolons; Hereditäre Polyposis coli; Intestinal adenomatöse Polyposis; Kolonadenom; Kolonpolyp; Kolonpolypen; Polyp des Kolons; Polyposis coli; Sigmapolyp;  Sigmapolypen; ICD 10 K63.5, D12.6) handelt es sich um Neoplasien (Neubildungen) im Kolon (Dickdarm), die sich in das Darmlumen vorwölben.
Etwa die Hälfte dieser Neubildungen sitzen im Rektum (Enddarm). 

Geschlechterverhältnis: Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Häufigkeitsgipfel: Das Wachstum der Polypen im Kolon beginnt circa ab dem 40. Lebensjahr. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit stark zu.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für Adenome im Kolon liegt bei 20-30 % bei den über 60-Jährigen und bei 75 % bei den über 70-Jährigen (in Westeuropa und den USA). In anderen Teilen der Welt sind Darmpolypen eher selten.

Verlauf und Prognose: Da Kolonpolypen in den meisten Fällen beschwerdefrei verlaufen, werden sie eher als Zufallsbefunde während einer Koloskopie (Darmspiegelung) entdeckt. Kolonpolypen wie vor allem das villöse Adenom können Präkanzerosen (Krebsvorstufen) sein. Etwa 90 % der Kolonkarzinome entwickeln sich aus den Kolonadenomen. Die Karzinomrate in Adenomen ist vor allem von der Größe der Adenome abhängig.
Wenn ein Adenom entfernt wurde und es keine Anzeichen für ein Karzinom gibt, sollte die erste Kontrolluntersuchung nach 3 Jahren erfolgen. Wenn das Adenom nicht im Gesunden entfernt wurde, sollte schon nach 3 Monaten eine Kontrolle angesetzt werden. Handelt es sich um nicht neoplastische Polypen reicht eine koloskopische Kontrolle nach 5 Jahren
(siehe dazu unter "Nachsorgeintervalle" unter "Operative Therapie).
Mögliche Komplikationen sind ein Ileus (Darmverschluss), da die Polypen die Stuhlpassage behindern können sowie eine Anämie (Blutarmut), die sich auf Grund von Blutverlusten durch blutende Polypen entwickeln kann.

Polypen im Kolon treten häufig rezidivierend (wiederkehrend) auf. Die Rezidivrate liegt bei 30-50 %.
Sie ist abhängig von adenom-assoziierten Faktoren (villöse Architektur, Dysplasiegrad, Ort, Größe und Anzahl der Adenome) und von drei weiteren Faktoren: Alter, BMI (body mass index; Körpermassen-Index) und Nüchternglucose (Nüchternblutzucker) [1].

Literatur

  1. Taniguchi L, Higurashi T, Uchiyama T, Kondo Y, Uchida E, Uchiyama S, Jono F, Hamanaka J, Kuriyama H, Hata Y, Endo H, Takahashi H, Nagase H, Matsuhashi N, Nakajima A.: Metabolic factors accelerate colorectal adenoma recurrence. BMC Gastroenterol. 2014 Oct 23;14(1):187

Leitlinien

  1. Guidelines for Colonoscopy Surveillance After Polypectomy: A Consensus Update by the US Multi-Society Task Force on Colorectal Cancer and the American Cancer Society, 2006
  2. Laiyemo AO et al.: Postpolypectomy colonoscopy surveillance guidelines: Predictive accuracy for advanced adenoma at 4 years. Ann Intern Med 2008 Mar 18; 148:419
  3. S3-Leitlinie: Kolorektales Karzinom. (AWMF-Registernummer: 021-007OL), Juni 2013 Kurzfassung Langfassung

     
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