Weitere Therapie
Colitis ulcerosa

Allgemeine Maßnahmen

  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum)
  • Begrenzter Alkoholkonsum (Männer: max. 25 g Alkohol pro Tag; Frauen: max. 12 g Alkohol pro Tag)
  • Normalgewicht anstreben!
    Bestimmung des BMI (Body Mass Index, Körpermassen-Index) bzw. der Körperzusammensetzung mittels der elektrischen Impedanzanalyse und ggf. Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm bzw. Programm für Untergewichtige
    • BMI ≥ 25 → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Abnehmprogramm
    • Unterschreitung der BMI-Untergrenze (ab dem 45. Lebensjahr: 22; ab dem 55. Lebensjahr: 23; ab dem 65. Lebensjahr: 24) → Teilnahme an einem ärztlich betreuten Programm für Untergewichtige
  • Vermeidung psychosozialer Belastungen:
    • Psychosomatische Fehlhaltungen – Mangel an zwischenmenschlichen Kontakten, Konfliktsituationen, Stress
    • Stress – es wird vermutet, dass Stress eine Rolle bei der Entstehung von Colitis ulcerosa spielen könnte. Allerdings sind die Studienergebnisse noch nicht eindeutig

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren

  • Stuhltransplantation (Mikrobiomtransfer; duodenale Infusion von Fäzes/Stuhl Gesunder bzw. per Koloskopie (Darmspiegelung) oder per Einlauf) – zum Wiederaufbau der intestinalen Flora (Darmflora); eine fäkale Bakterientherapie führte in einer randomisierten klinischen Studie (73 Patienten) bei jedem dritten Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa zu einer steroidfreien Remission (vorübergehendes Nachlassen von Krankheitssymptomen ohne Gabe von Steroiden); nach 12 Monaten waren noch 42 % der Patienten in Remission [2].

Impfungen

Die nachfolgenden Impfungen sind angeraten:

  • Pneumokokken-Impfung
  • Grippe-Impfung

Allgemeiner Hinweis: Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CEDV; engl.: inflammatory bowel disease, IBD), die eine Therapie mit Immunsuppressiva erhalten, sprechen deutlich schlechter auf routinemäßige Impfungen an. Es sollte daher der Impftitern nach der Impfung regelmäßig überprüft werden [1].

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen  

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse zur Prävention und Therapie einer Unter- bzw. Mangelernährung
    • Vor allem bei erkrankten Kindern stellt die Mangelernährung ein großes Problem dar. So kann in der Folge die körperliche Entwicklung, das Längenwachstum sowie die Knochenqualität beeinträchtigt sein [3].
    • Bei Erwachsenen nimmt das Risiko für weitere Komplikationen zu. Zudem sprechen sie durch die Unter-/Mangelernährung schlechter auf die Therapie an [3].
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
  • Beachtung folgender spezieller Ernährungsempfehlungen:
    • Im akuten Schub: Schonkost – Durch eine Schonkost kann der Magen-Darm-Trakt im akuten Schub entlastet werden. Allerdings sollte möglichst rasch mit dem Kostaufbau begonnen werden, da eine Schonkost hinsichtlich Kalorien- und Nährstoffmenge nicht bedarfsdeckend ist [3].
    • In der Remissionsphase: Nährstoffspeicher wieder auffüllen und Normalgewicht anstreben [3]
    • Proteinreiche Ernährung – Fleisch, Milch, Soja und Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Ei
    • Ballaststoffreiche Ernährung (vor allem lösliche Ballaststoffe: Psyllium (Flohsamen), Pektine (Bestandteil der meisten Früchte), Pflanzengummis (z. B. Gummi arabicum))
    • Ernährung reich an:
      • Vitaminen (A, D, E, K, Vitamin B-Komplex, Folsäure)
      • Mineralstoffen (Magnesium)
      • Spurenelementen (Eisen, Selen, Zink)
      • Omega-3-Fettsäuren (Meeresfisch) – antiinflammatorischer (antientzündlicher) Effekt
      • Sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Beta-Carotin)
      • Probiotischen Lebensmittel (ggf. Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Kulturen) – sie haben positiven Einfluss auf das Mikrobiom (Darmflora) und wirken sich günstig auf die Remissionsphase aus
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns. 

Sportmedizin

  • Ausdauertraining (Cardiotraining) und Krafttraining (Muskeltraining)
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Psychotherapie

  • ggf. Stressmanagement (z. B. Yoga)
  • Detaillierte Informationen zur Psychosomatik (inkl. Stressmanagement) erhalten Sie von uns.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung – DCCV – e. V.
    Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin
    Telefon: 030 2000 392 0, Telefax: 030 2000 392 87, E-Mail: info@dccv.de, Internet: www.dccv.de

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Literatur

  1. Nguyen DL, Nguyen ET, Bechtold ML: Effect of Immunosuppressive Therapies for the Treatment of Inflammatory Bowel Disease on Response to Routine Vaccinations: A Meta-Analysis. Dig Dis Sci. 2015 Aug;60(8):2446-53. doi: 10.1007/s10620-015-3631-y. Epub 2015 Mar 22.
  2. Costello SP et al.: Effect of Fecal Microbiota Transplantation on 8-Week Remission in Patients With Ulcerative Colitis. A Randomized Clinical Trial JAMA. 2019;321(2):156-164. doi:10.1001/jama.2018.20046
  3. Ulrich-Rückert S: CED: Spezifische Ernährungskonzepte. 01.04.2018, PflegeKolleg, Ausgabe 4/2018

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Klinische Ernährung in der Gastroenterologie (Teil 4) – Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. (AWMF-Registernummer: 073 - 027), Juli 2014 Langfassung
  2. S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Colitis ulcerosa. (AWMF-Registernummer: 021-009), Mai 2018. Langfassung
     
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