Symptome – Beschwerden
Gastroösophageale Refluxkrankheit

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) hinweisen (Refluxsymptome):

Leitsymptome

  • Sodbrennen
  • Regurgitation von Mageninhalt (Zurückströmen von Speisebrei aus der Speiseröhre in den Mund)
  • Saures oder nichtsaures Aufstoßen

Beschwerden treten häufig im Liegen auf.

Begleitsymptome

  • Brennen im Rachen; ggf. auch der Zunge*
  • Reizhusten/chronischer Husten*
  • Dysphagie (Schluckstörung) 
  • Odynophagie (Schmerz beim Schlucken, selten)
  • Gefühl der verstopften Nase (nasale Kongestion)*
  • Globusgefühl ("Gefühl ein Kloß im Halse zu haben"/Kloßgefühl)*
  • Häufiges Räuspern/Räusperzwang* (bes. morgens)
  • Morgendliche Heiserkeit* (Dysphonie wg. Laryngitis gastrica)
  • Belegte Stimme*
  • Häufige Halsschmerzen
  • Mundgeruch* (Halitosis, Foetor ex ore)
  • Oberbauchschmerzen (epigastrische Schmerzen)
  • Stridor (lat., Plural Stridores, wörtlich „Zischen“, „Pfeifen“) – krankhafte Atemgeräusche durch Verengung der Luftwege
  • Thoraxschmerz (Brustschmerzen/Brustwandschmerzen) bzw. retrosternaler Druck/Schmerzen (ca. 30 % der Fälle; DD ischämische Herzkrankheit):
    • Reflux-Thorax-Schmerz-Syndrom: Kernsymptom ist der isolierte (nichtkardiale) Thoraxschmerz; das klinische Beschwerdebild kann eine koronare Herzkrankheit (KHK) imitieren

*Typische Symptome des laryngopharyngealen Refluxes (LPR)

Weitere Hinweise

  • Viele Patienten, die eine gastroösophageale Refluxerkrankung haben, sind asymptomatisch und suchen erst bei Komplikationen einen Arzt auf.
  • Bei Kindern (< 8-12 Jahre) ist die Symptombeschreibung unzuverlässig!
  • Beim laryngopharyngealen Reflux (LPR), dem "stillen Reflux", fehlen die Kardinalsymptome des gastroösophagalen Refluxes, wie Sodbrennen und Regurgitation (Zurückströmen von Speisebrei aus der Speiseröhre in den Mund). Des Weiteren begünstigt der LPR-Erkrankungen wie Asthma bronchiale (Refluxasthma), Rhinosinusitis (gleichzeitige Entzündung der Nasenschleimhaut („Rhinitis“) und der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen ("Sinusitis")) und rezidivierende Paukenergüsse bei Kindern.
    Beachte: Probleme bei der Exspiration (Ausatmung) sind ein typisches Zeichen von „normalem“ Asthma, während Probleme bei der Inspiration (Einatmung) eher auf einen stillen Reflux hindeuten.

Gender-Unterschiede (Gendermedizin)

  • Männer leiden häufiger an der erosiven Verlaufsform der gastroösophageale Refluxkrankheit. Die Entstehung GERD-assoziierter Komplikationen, wie Barrett-Ösophagus und Adenokarzinom des Ösophagus (Speiseröhre), ist bei Männern höher als bei Frauen.
  • Frauen leiden häufiger an einer nichterosiven Refluxkrankheit.

Warnzeichen (red flags) und Risikofaktoren* [1]

  • Familienanamnese für Malignome des oberen Verdauungstrakts
  • Unfreiwilliger Gewichtsverlust (> 5 %)
  • Dysphagie (Schluckstörungen) → denken an: Ösophaguskarzinom
  • Odynophagie (Schmerz beim Schlucken)
  • Langjährige (schwere, insb. auch nächtliche) Symptome: Barrett-Läsion?
  • Klinische bzw. apparative Hinweise auf ösophageale/epigastrische Raumforderung, Striktur oder ein Ulkus
  • Anämie (insb. bei Hinweisen auf gastrointestinale Blutung)

*In allen Fällen ist eine unverzügliche Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) erforderlich!

Literatur

  1. Koop H, Fuchs KH, Labenz J, Lynen Jansen P, Messmann H, Miehlke S et al (2014) S2k-Leitlinie: Gastroösophageale Refluxkrankkheit unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Z Gastroenterol 52(11):1299-1346
     
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