Medizingerätediagnostik
Blasenentzündung (Zystitis)

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Labordiagnostik etc. – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Nierensonographie (Ultraschalluntersuchung der Nieren) inkl. der ableitenden Harnwege – bei Verdacht auf Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung) zum Ausschluss von komplizierenden Faktoren
  • Rektale Prostatasonographie bei Verdacht auf Prostatitis (Prostataentzündung)
  • Uroflowmetrie (Harnflussmessung) – bei chronischen Zystitiden den Nachweis bzw. Ausschluss von Harnblasenentleerungsstörungen
  • Zystometrie (Blasendruckmessung) – bei chronischen Zystitiden den Nachweis bzw. Ausschluss von Harnblasenentleerungsstörungen
  • Miktionszystourethrographie (MZU; Untersuchungsmethode, bei der die Harnblase und die Harnröhre vor und während der Miktion mithilfe von Kontrastmittel im Rahmen einer Röntgenuntersuchung dargestellt werden) oder sonographisch als Miktionsurosonographie (MUS) – zum Ausschluss bzw. Nachweis eines vesikoureteralen Refluxes (VUR; unphysiologischer Rückfluss von Harn aus der Blase über die Ureteren (Harnleiter) in das Nierenbecken)
  • Magnetresonanz (MR)-Urographie – bei Verdacht auf komplexe Fehlbildungen der Niere; ggf. auch zur Beurteilung von Nierenfunktion, Abflussverhältnissen und Narbenbildung im Nierenparenchym
  • Endourologische Untersuchungsverfahren wie Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung), Ureterorenoskopie (Harnleiter- und Nierenspiegelung) – nur bei chronischen bzw. chronisch rezidivierenden Entzündungen angezeigt
  • DMSA-Szintigraphie; statische Radioisotopennephrographie mittels des Radionuklid 99mTc-DMSA (2,3-Dimercaptosuccinsäure); die Untersuchung dient der Darstellung des funktionsfähigen Nierengewebes; Indikationen:
    • bei Auftreten eines fieberhaften Harnwegsinfekts (HWI) bei einem Kind zum Ausschluss von Parenchymnarben, die im Rahmen einer Pyelonephritis auftreten können (frühestens 2 Monate nach dem Auftreten eines fieberhaften HWI); falls Nachweis eines Parenchymschadens → MZU (s. o.) zum Ausschluss eines vesikoureteralen Refluxes (VUR) [„Top-down“-Strategie]
    • positiver Refluxnachweis (vesikoureteraler Reflux, VUR) [„Bottom-up“-Strategie]
    Des Weiteren können durch die DMSA-Szintigraphie auch Nierenanomalien wie eine Doppel- oder Hufeisenniere sichtbar gemacht werden.

Zystitis im Kindesalter

Ziel der Medizingerätediagnostik bei einem Harnwegsinfekt (HWI) im Kindesalter:

  • Nachweis anatomischer Auffälligkeiten, die den Infekt begünstigen:
    • Abflussbehinderungen in den ableitenden Harnwegen (z. B. am pyeloureteralen Übergang oder im terminalen Ureter)
    • vesikoureteraler Reflux (VUR; unphysiologischer Rückfluss von Harn aus der Blase über die Ureteren (Harnleiter) in das Nierenbecken)
    • angeborene Refluxnephropathie; bereits vor der Geburt fällt eine Dilatation (Ausweitung) des oberen Harntrakts auf (Jungen häufiger als Mädchen)
  • eine obere von einer unteren HWI zu unterscheiden
  • Spätfolgen der Infektion (Narbenbildung im Nierenparenchym) zu erkennen

Autoren: Prof. Dr. med. G. Grospietsch, Dr. med. W. G. Gehring

 

     
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