Anamnese
Fehlgeburt (Abort)

Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik des Aborts (Fehlgeburt) dar.

Familienanamnese

  • Gibt es in Ihrer Familie Erbkrankheiten?

Soziale Anamnese

  • Gibt es Hinweise auf psychosoziale Belastungen oder Belastungen auf Grund Ihrer familiären Situation?

Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)

  • Bluten Sie aus der Scheide?*
  • Haben Sie wehenartige Schmerzen?*
  • Haben Sie Abgang von Fruchtwasser verspürt?*
  • Haben Sie Fieber?*

Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese

  • Haben Sie zu Beginn der Schwangerschaft (in den ersten 18 Schwangerschaftswochen) sehr viel Sport getrieben (mehr als sieben Stunden Sport pro Woche)?
  • Wurden Sie im Rahmen der Diagnostik einer Krankheit während der Schwangerschaft geröntgt?
  • Trinken Sie gerne Kaffee, schwarzen oder grünen Tee? Wenn ja, wie viele Tassen pro Tag?
  • Trinken Sie andere bzw. weitere koffeinhaltige Getränke? Wenn ja, wie viel jeweils davon?
  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
  • Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke und wie viele Gläser pro Tag?
  • Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig pro Tag bzw. pro Woche?

Eigenanamnese inkl. Medikamentenanamnese

  • Vorerkrankungen (Stoffwechselerkrankungen, Infektionserkrankungen, Blutungsstörungen)
  • Operationen
  • Strahlentherapie
  • Allergien
  • Daten zur Schwangerschaft (Schwangerschaftswoche, bisherige Komplikationen etc.)
  • Schwangerschaftsanamnese: Wie viele Geburten (Lebendgeburten); wie viele vorausgegangene Aborte?

Medikamentenanamnese

  • Antibiotika – Medikamente wie beispielsweise Tetracycline, Lincosamide oder Aminoglykoside zur Behandlung bakterieller Infektionen
  • Fluconazol (Antimykotikum aus der Gruppe der Triazolderivate), oral; Reproduktionstoxizität (48 % ↑) [2]
  • Nicht-steroidale Entzündungshemmer (nonsteroidal antiinflammatory drugs; NSAID), Acetylsalicylsäure (ASS) ausgenommen, verdoppeln das Abortrisiko; das Risiko war am größten bei Diclofenac, gefolgt von Naproxen, Celecoxib, Ibuprofen und Rofecoxib [1]
  • Impfungen mit Lebendimpfstoffen wie gegen Masern, Mumps, Röteln, Gelbfieber, Varizellen – Windpocken – sollten in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden
  • Zytostatika – Medikamente wie beispielsweise Cyclophosphamid oder Methotrexat zur Bekämpfung von Krebserkrankungen können durch ihre Teratogenität – fruchtschädigende Wirkung – zu Aborten führen

* Falls diese Frage mit "Ja" beantwortet worden ist, ist ein sofortiger Arztbesuch erforderlich! (Angaben ohne Gewähr)

Literatur

  1. Nakhai-Pour HR, Broy P, Sheehy O, Bérard A: Use of nonaspirin nonsteroidal anti-inflammatory drugs during pregnancy and the risk of spontaneous abortion. CMAJ September 6, 2011 First published September 6, 2011, doi: 10.1503/cmaj.110454
  2. Mølgaard-Nielsen D et al.: Association Between Use of Oral Fluconazole During Pregnancy and Risk of Spontaneous Abortion and Stillbirth. JAMA. 2016;315(1):58-67. doi:10.1001/jama.2015.1784
     
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