Einleitung
Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen (Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz)

Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz (Synonyme: Arzneimittelinduzierte Kopfschmerzen; Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch; Kopfschmerzen durch Arzneimitteleinwirkung; Medikamenteninduzierte Kopfschmerz (MIK);ICD-10 G44.4) bezeichnet einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch (Medication Overuse Headache; MOH).

Medikamentenübergebrauch bezeichnet die Einnahme von Ergotaminen, Opioiden, Analgetika (Schmerzmittel) -Mischpräparaten, Triptanen oder Kombinationen von Akutmedikamenten an ≥ 10 Tagen/Monat.

Bei Analgetika
(z. B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol) liegt der Medikamentenübergebrauch vor, wenn diese ≥ 15 Tage/Monat eingenommen werden.

Hinweise zur Nomenklatur:

  • Medication overuse ‒ häufige Medikamenteneinnahme verschlechtert die primären Kopfschmerzen nicht
  • Medication overuse headache ‒ bei häufiger Medikamenteneinnahme zur Therapie akuter Kopfschmerzen kommt es zur Chronifizierung (sekundäre Kopfschmerzen)

Diagnostische Kriterien für "Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch" sind unter Klassifikation: IHS-Kriterien (International Headache Society).

Grundsätzlich kann jedes Medikament, welches gegen Kopfschmerzen eingesetzt wird, auch Kopfschmerzen auslösen.

Häufig sind Personen mit Migräne vom arzneimittelinduzierten Kopfschmerz betroffen.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) wird auf ca. 0,2-2 % geschätzt (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Die Angaben zu Rückfällen sind sehr unterschiedlich und liegen durchschnittlich bei ca. 32 %.


     
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