Medikamentöse Therapie
Vorzeitiger Samenerguss (Ejaculatio praecox)

Therapieziel

  • Verbesserung der Symptomatik

Therapieempfehlungen

  • Vor Einsatz von Medikamenten sollte auf jeden Fall eine Psycho- bzw. Verhaltenstherapie durchgeführt werden
  • Zur symptomatischen Therapie kommen folgende Wirkstoffgruppen zur Anwendung:
    • Antihypotonika (Arzneimittel, die zur Behandlung von hypotonen Kreislaufstörungen eingesetzt werden); 30 Min vor der Ejakulation; bei retrograder Ejakulation
    • Antidepressiva: SSRI (Selective Serotonin Reuptake Inhibitor);  mehrere Stunden vor dem Koitus einnehmen, Einnahme bedarfsweise
    • Lokalaanästhetika/Arzneimittel zur örtlichen Betäubung (anästhetische Cremes und Sprays; beschichtete Kondome); kann auch die Empfindung der Partnerin verringern
    • Phosphodiesterase-5-Hemmer; Einnahme bedarfsweise
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Antidepressiva

Antidepressiva sind Medikamente wie Amitriptylin oder Venlafaxin, die bei Depressionen eingesetzt werden. Amitriptylin zählt zu den trizyklischen Antidepressiva. Diese Medikamente wirken stimmungsaufhellend.
Venlafaxin zählt zu den Selektiven Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme Hemmern (SSNRI) und wirkt antidepressiv ohne gleichzeitig sedierend (müde) zu wirken. Die häufigste Nebenwirkung dieses Medikaments ist Übelkeit. Bei der Ejaculatio praecox werden Antidepressiva eingesetzt, um die Zeitspanne beim Geschlechtverkehr bis zur Ejakulation zu verlängern.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer sind Medikamente, die zu den Mitteln der ersten Wahl bei Depressionen zählen. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Gruppe zählen die Wirkstoffe Citalopram und Fluoxetin. Sie scheinen den gleichen Effekt wie die trizyklischen Antidepressiva aufzuweisen, jedoch bei besserer Verträglichkeit. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt mit Appetitlosigkeit und Übelkeit. Des Weiteren führen sie zu Schlafstörungen und sexuellen Funktionsstörungen. Gefürchtet ist aber vor allem das Serotonin-Syndrom, welches zu Krämpfen und Störungen des Bewusstseins führen kann. Bei der Ejaculatio praecox werden vor allem die Stoffe Fluoxetin, Sertralin, Paroxetin und Dapoxetin eingesetzt. 

Trizyklische Antidepressiva

Die trizyklischen Antidepressiva zählen zu den klassischen Medikamenten in der Therapie der Depression. Zu ihnen zählen unter anderem Amitriptylin und Desipramin. Alle Wirkstoffe der Gruppen sind stimmungsaufhellend. So können nach weiteren Wirkungstypen unterteilt werden in dämpfende und aktivierende Medikamente. Zu den Nebenwirkungen zählen vor allem die Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie und sexuelle Funktionsstörungen. Bei der Ejaculatio praecox wird das Medikament Clomipramin eingesetzt.

Phosphodiesterasehemmer

Phosphodiesterasehemmer bezeichnet eine Medikamentengruppe, die zu einer Vasodilatation (Gefäßweitstellung) führt. Man unterscheidet mehrere Untergruppen, wobei die Gruppe V mit ihren Wirkstoffen Sildenafil und Vardenafil bei der Ejaculatio praecox eingesetzt wird. Nebenwirkungen sind Blutdruckanfälle, Sehstörungen und die Gefahr von Herzkreislaufstörungen.

Lokalanästhetika

Lokalanästhetika sind Medikamente, die verabreicht werden, um in einem begrenzten Körperareal die Schmerzen auszuschalten. Sie werden meist vor kleineren operativen Eingriffen verabreicht. Bei der Ejaculatio praecox werden vor allem Lidocain oder Prilocain eingesetzt. Lokalanästhetika werden auf den Penis aufgetragen und verzögern die Erregung.


     
Die auf unserer Homepage für Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.
DocMedicus Suche

 
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
   -
ArztOnline.jpg
 
DocMedicus                          
Gesundheitsportal

Unsere Partner DocMedicus Verlag