Medikamentöse Therapie
Prostataentzündung (Prostatitis)

Therapieziel

Ausheilung der Entzündung und somit Vermeidung von Komplikationen.

Therapieempfehlungen

  • Im Falle einer akuten Prostatitis ist eine sofortige, hochdosierte Gabe eines Antibiotikums erforderlich. Die Auswahl des Antibiotikums (Chinolone, Cephalosporine, Tetracycline) erfolgt nach dem Alter des Patienten. Das Medikament ist ggf. nach Eintreffen des Antibiogramms (Antibiotika-Resistenzbestimmung) zu wechseln und sollte über die Normalisierung von Körpertemperatur und Laborwerten (Entzündungsparameter: CRP, PCT) hinaus für 2 bis maximal 4 Wochen gegeben werden. 
  • Bei schmerzhafter Defäkation (Stuhlgang) können zusätzlich Laxantien (Abführmittel; bevorzugt Quellstoffe: z. B. Flohsamenschalen) verordnet werden.
  • Chronische bakterielle Prostatitis (Chinolone)
  • Wirkstoffe bei der abakteriellen Prostatitis (Xanthinoxidasehemmer; Finasterid*, 5α-Reduktase-Inhibitor)
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

*Weitere Hinweise

  • Post-Finasterid-Syndrom (PFS): Symptome, die über mindestens 3 Monate nach Absetzen der Behandlung einer androgenetischen Alopezie mit 1 mg Finasterid persistierten [1]
    • Somatische Symptome
      • Gynäkomastie, Lethargie, Müdigkeit, Muskelatrophie, vermehrte Fetteinlagerung,  Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und Depression; Orgasmusstörungen,
    • Kognitive Störungen
      • schwerer Gedächtnisverlust, langsamer Denkprozess
    • Psychische Störungen
      • Gesteigerte Angst, Affekthemmung, emotionale Labilität, Schlafstörungen, Insomnie, Suizidgedanken
    Mögliche Ursache: Der Abfall des DHT-Spiegels könnte Auswirkungen auf die Expression der 5α-Reduktase haben.
    Therapie: Transdermale Substitution von Dihydrotestosteron; ggf. Antidepressiva
  • Rote-Hand.Brief [2]:
    • Patienten sollten sich des Risikos einer sexuellen Dysfunktion (wie erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, verminderte Libido) bewusst sein und darüber informiert werden, dass diese auch nach Absetzen der Therapie länger als zehn Jahre fortbestehen können.
    • Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Finasterid über Stimmungsänderungen (einschließlich depressiver Verstimmung, Depression, Suizidgedanken) berichtet wurde.

Allgemein gilt, dass weitere Studien folgen müssen, um endgültige Empfehlungen zur medikamentösen Therapie der abakteriellen Prostatitis aussprechen zu können.

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel wg. einer Prostatitis (Prostataentzündung) sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (Vitamin C* (Ascorbinsäure), Vitamin E* (Tocopherole))
  • Spurenelemente (Zink**)
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin* (Provitamin A))

Legende:
Risikogruppe*
Therapie**

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die natürliche Abwehr sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2 B3, B5, B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Beta-Carotin, Flavonoide, Lycopin, Polyphenole)
  • Probiotika

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen. 

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. Ganzer CA et al.: Persistent sexual, emotional, and cognitive impairment post-finasteride: a survey of men reporting symptoms. Am J Mens Health 2015 May;9(3):222-8. doi: 10.1177/1557988314538445. Epub 2014 Jun 13.
  2. Rote-Hand-Brief zu Finasterid-haltigen Arzneimitteln (1-mg- und 5-mg-Dosierung) AkdÄ Drug Safety Mail | 37-2018

     
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