Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Medikamentöse Therapie
Prostataentzündung (Prostatitis)

Therapieziel

Ausheilung der Entzündung und somit Vermeidung von Komplikationen.

Therapieempfehlungen

  • Akute Prostatitis: sofortige, hochdosierte Gabe eines Antibiotikums: Chinolone, Dritt-Generations-Cephalosporine oder Piperacillin/Tazobactam.
    • Auswahl des Antibiotikums nach Alter des Patienten
    • Medikament ggf. nach Eintreffen des Antibiogramms wechseln; sollte über die Normalisierung von Körpertemperatur und Laborwerten (Entzündungsparameter: CRP, PCT) hinaus für 2 bis maximal 4 Wochen gegeben werden.
    • Bei Defäkationsbeschwerden (Beschwerden beim Stuhlgang) zusätzlich Laxantien (Abführmittel; bevorzugt Quellstoffe: z. B. Flohsamenschalen) 
  • Chronische bakterielle Prostatitis (Chinolone)
  • Abakterielle Prostatitis (Xanthinoxidasehemmer; Finasterid*, 5α-Reduktase-Inhibitor)
  • Chronisches Schmerzsyndrom des Beckens (CPPS, „chronic pelvic pain syndrom“): intraprostatische Injektionstherapie (" in die Prostata hinein") von Botulinumneurotoxin A (BoNT/A) (signifikanter Nutzen hinsichtlich NIH-CPSI (chronisches Schmerzsyndrom des Beckens) und Miktionsbeschwerden (Blasenentleerungsstörung) gemäß International Prostate Symptom Score  (IPSS)) [5]
  • Siehe auch unter "Weitere Therapie".

Beachte: Vor eine Antibiotikatherapie sollte sichergestellt werden, dass tatsächlich eine bakterielle Infektion vorliegt. In der Literatur werden nur in 5 bis 10 % der Fälle eine bakterielle Infektion für die Ursache der prostatitisähnlichen Beschwerden identifiziert [1, 2].

*Weitere Hinweise

  • Post-Finasterid-Syndrom (PFS): Symptome, die über mindestens 3 Monate nach Absetzen der Behandlung einer androgenetischen Alopezie mit 1 mg Finasterid persistierten [3]
    • Somatische Symptome
      • Gynäkomastie, Lethargie, Müdigkeit, Muskelatrophie, vermehrte Fetteinlagerung,  Libidoverlust, erektiler Dysfunktion und Depression; Orgasmusstörungen,
    • Kognitive Störungen
      • schwerer Gedächtnisverlust, langsamer Denkprozess
    • Psychische Störungen
      • Gesteigerte Angst, Affekthemmung, emotionale Labilität, Schlafstörungen, Insomnie, Suizidgedanken
    Mögliche Ursache: Der Abfall des DHT-Spiegels könnte Auswirkungen auf die Expression der 5α-Reduktase haben.
    Therapie: Transdermale Substitution von Dihydrotestosteron; ggf. Antidepressiva
  • Rote-Hand.Brief [4]:
    • Patienten sollten sich des Risikos einer sexuellen Dysfunktion (wie erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, verminderte Libido) bewusst sein und darüber informiert werden, dass diese auch nach Absetzen der Therapie länger als zehn Jahre fortbestehen können.
    • Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass im Zusammenhang mit einer Behandlung mit Finasterid über Stimmungsänderungen (einschließlich depressiver Verstimmung, Depression, Suizidgedanken) berichtet wurde.

Allgemein gilt, dass weitere Studien folgen müssen, um endgültige Empfehlungen zur medikamentösen Therapie der abakteriellen Prostatitis aussprechen zu können.

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel wg. einer Prostatitis (Prostataentzündung) sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (Vitamin C* (Ascorbinsäure), Vitamin E* (Tocopherole))
  • Spurenelemente (Zink**)
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin* (Provitamin A))

Legende:
Risikogruppe*
Therapie**

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die natürliche Abwehr sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2 B3, B5, B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Omega-3-Fettsäuren (Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (z. B. Beta-Carotin, Flavonoide, Lycopin, Polyphenole)
  • Probiotika

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen. 

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Literatur

  1. de la Rosette JJ, Hubregtse MR, Meuleman EJ, Stolk-Engelaar MV, Debruyne FM: Diagnosis and treatment of 409 patients with prostatitis syndromes. Urology 1993;41(4):301-307 doi: 10.1016/0090-4295(93)90584-w.
  2. Bartoletti R, Cai T, Mondaini N, Dinelli N, Pinzi N, Pavone C et al.: Prevalence, incidence estimation, risk factors and characterization of chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome in urological hospital outpatients in Italy: results of a multicenter case-control observational study. J Urol 2007;178(6):2411-2415 (discussion 2415) doi: 10.1016/j.juro.2007.08.046.
  3. Ganzer CA et al.: Persistent sexual, emotional, and cognitive impairment post-finasteride: a survey of men reporting symptoms. Am J Mens Health 2015 May;9(3):222-8. doi: 10.1177/1557988314538445. Epub 2014 Jun 13.
  4. Rote-Hand-Brief zu Finasterid-haltigen Arzneimitteln (1-mg- und 5-mg-Dosierung) AkdÄ Drug Safety Mail | 37-2018
  5. Falahatkar S, Shahab E, Gholamjani Moghaddam K, Kazemnezhad E: Transurethral intraprostatic injection of botulinum neurotoxin type A for the treatment of chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome: results of a prospective pilot double-blind and randomized placebo-controlled study. BJU Int 2015;116(4):641-649 doi: 10.1111/bju.12951.

     
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