Körperliche Untersuchung
Atemnot (Dyspnoe)

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • Haut, der Schleimhäute und der Skleren (weiße Teil des Auges) [Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe); Zyanose (bläuliche Verfärbung von Haut und zentralen Schleimhäuten, z. B. Zunge) → akuter Notfall]
      • Halsvenen:
        • leer? (→ hypovolämischer oder hämorrhagischer Schock/Volumenmangel oder Blutverlust)
        • gestaut? (→ kardiogener Schock/ Schock, der durch ein Pumpversagen des Herzens ausgelöst wird)
      • Abdomen (Bauch)
        • Form des Abdomens?
        • Hautfarbe? Hautbeschaffenheit?
        • Effloreszenzen (Hautveränderungen)?
        • Pulsationen? Darmbewegungen?
        • Sichtbare Gefäße?
        • Narben? Hernien (Brüche)?
    • Untersuchung der Lunge
      • Auskultation der Lunge [nachfolgend eine Beschreibung der möglichen Auskultationsbefunde:
        • bds. inspiratorische ("beim Einatmen") feuchte RG´s/grobblasige Rasselgeräusche → Lungenödem/Wasseransammlung in der Lunge (wenn: kein Fieber, evtl. Beinödeme/Wassereinlagung in den Beinen, evtl. Herzinsuffizienz/Herzschwäche bekannt)
        • einseitig abgeschwächtes oder aufgehobenes Atemgeräusch → Pneumothorax ("Kollaps der Lunge")
        • einseitig abgeschwächtes oder aufgehobenes Atemgeräusch  → Pleuraerguss
        • einseitig (oder beidseitig) inspiratorische feinblasige RG´s → Pneumone (wenn: Fieber)
        • bds. expiratorisch ("beim Ausatmen") feuchte RG´s/mittelblasige RǴs → Bronchitis
        • verlängertes Expirium ("Ausatmen"), exspiratorisches Giemen, inspiratorisch frei → Asthma bronchiale oder chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
        • verlängertes Expirium, exspiratorisches Giemen, inspiratorisch bds. RG´s → Asthma cardiale (Symptomkomplex aus Dyspnoe und anderen asthma-ähnlichen Symptomen, der im Rahmen einer fortgeschrittenen Linksherzinsuffizienz auftritt; wenn: kein Asthma bronchiale, COPD oder Herzinsuffizienz bekannt)
        • exspiratorischer Stridor → COPD
        • inspiratorischer Stridor → Aspiration (z. B. Einatmen von Fremdkörpern), Epiglottitis (Kehldeckelentzündung), Glottisödem (akute Schwellung (Ödem) der Kehlkopfschleimhaut), Laryngotracheobronchitis (Pseudokrupp; Entzündung von Kehlkopf (Larynx), Luftröhre (Trachea) und Bronchien), Larynx- (Kehl-), Trachealstenose (Verengung der Luftröhre), Vocal Cord Dysfunction/Funktionsstörung der Stimmbänder, bei der sich diese plötzlich eng stellen und sich sogar für eine kurze Zeit verschließen können (inspiratorisch/bei der Einatmung)
        • Falls auskultatorisch o. B. → RR messen]
      • Bronchophonie (Überprüfung der Weiterleitung hochfrequenter Töne; der Patient wird aufgefordert, mehrmals mit spitzer Stimme das Wort "66" auszusprechen, während der Arzt die Lunge abhört)
        [verstärkte Schallleitung durch pulmonale Infiltration/Verdichtung des Lungengewebes (z. B. bei Pneumonie) die Folge ist, die Zahl „66" ist auf der erkrankten Seite besser zu verstehen als auf der gesunden Seite; bei verminderter Schallleitung (abgeschwächt oder fehlend: z. B. bei Pleuraerguss, Pneumothorax, Lungenemphysem). Die Folge ist, die Zahl "66" ist über der erkrankten Lungenpartie kaum hörbar bis fehlend, da die hochfrequenten Töne stark gedämpft werden]
      • Perkussion (Abklopfen) der Lunge [z. B. bei Lungenemphysem ("Lungenüberblähung"); Schachtelton (hypersonor) → Pneumothorax; gedämpft → Pleuraerguss]
      • Stimmfremitus (Überprüfung der Weiterleitung tiefer Frequenzen; der Patient wird aufgefordert, mehrmals mit tiefer Stimme das Wort "99" auszusprechen, während der Arzt seine Hände auf den Brustkorb oder Rücken des Patienten legt)
        [verstärkte Schallleitung durch pulmonale Infiltration/Verdichtung des Lungengewebes (z. B. bei Pneumonie) die Folge ist, die Zahl „99" ist auf der erkrankten Seite besser zu verstehen als auf der gesunden Seite; bei verminderter Schallleitung (abgeschwächt: z. B. Atelektase, Pleuraschwarte; stark abgeschwächt oder fehlend: bei Pleuraerguss, Pneumothorax, Lungenemphysem). Die Folge ist, die Zahl "99" ist über der erkrankten Lungenpartie kaum hörbar bis fehlend, da die tieffrequenten Töne stark gedämpft werden]
    • Auskultation (Abhören) des Herzens [Puls unregelmäßig?, Vorhofflimmern?; ; III. Herzton?: LV-Dysfunktion/Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Myokardinfarkt (Herzinfarkt); Herzgeräusch?: Klappenvitium (Herzfehler), ]Septumdefekte (unvollständiger Verschluss der Herzwand)]
    • Palpation (Abtasten) des Abdomens (Bauch) (Druckschmerz?, Klopfschmerz?, Hustenschmerz?, Abwehrspannung?, Bruchpforten?, Nierenlagerklopfschmerz?)

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.

     
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