Einleitung
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Beim Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) (Synonyme: Bauchspeicheldrüsenkarzinom; Pankreaskopfkarzinom; Pankreaskrebs; Pankreasmalignom; Pankreatoblastom; Zystadenokarzinom des Pankreas; ICD-10 C25.-: Bösartige Neubildung des Pankreas) handelt es sich um eine maligne Neoplasie (bösartige Neubildung) im Bereich des Pankreas (Bauchspeicheldrüse), die sich in mehr als zwei Drittel der Fälle im Bauchspeicheldrüsenkopf befindet.

Das Pankreaskarzinom stellt nach dem Kolon- (Dickdarm-) und dem Magenkarzinom den dritthäufigsten bösartigen Tumor des Magen-Darm-Traktes dar und ist bald das dritthäufigste Karzinom in Europa.

Histologisch (feingeweblich) handelt es sich meist um ein duktales Adenokarzinom (> 95 %).

Ca. 70 % aller Pankreaskarzinome befinden sich im Pankreaskopfbereich, 20 % im Pankreaskorpus und 10 % im Pankreasschwanzbereich.

Geschlechterverhältnis: ausgeglichen

Häufigkeitsgipfel: Das Maximum des Auftretens des Pankreaskarzinoms liegt zwischen dem 6. und 8. Lebensjahrzehnt. Das mittlere Erkrankungsalter bei Männern liegt bei 70 Jahren und bei Frauen bei 76 Jahren.

Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) liegt innerhalb der schwarzen Bevölkerung höher als in der weißen Bevölkerung. Stadtbewohner erkranken häufiger als ländliche Bewohner.

Die Inzidenz (Häufigkeit von Neuerkrankungen) beträgt ca. 5-10 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr (in Deutschland). Zusammen mit Deutschland haben die Niederlande, Dänemark und Irland die höchsten Neuerkrankungsraten. 

Verlauf und Prognose: Da das Pankreaskarzinom im frühen Stadium so gut wie keine Beschwerden verursacht, wird es meist spät, in einem bereits fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Typisch für das Pankreaskarzinom ist ein aggressives Wachstum und frühzeitige Metastasierung (Bildung von Tochtergeschwülsten). Nur bei ca. 15 % der Fälle kann es radikal reseziert (operativ entfernt) werden. Das Pankreaskarzinom tritt häufig rezidivierend (wiederkehrend) auf.
Die Mortalität (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population) ist sehr hoch und entspricht annähernd der Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen.

Die 5-Jahres-Überlebensrate ist abhängig von der Karzinomlokalisation: Das Pankreaskopfkarzinom wird durch seine anatomische Nähe zum Gallengang früh symptomatisch. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt deshalb nach vollständiger Resektion bei ca. 75 %.
Bei Lokalisation des Karzinoms in Korpus ("Körper") und Kauda ("Schwanz") beträgt sie nach R0-Resektion (Entfernung des Tumors im Gesunden; in der Histopathologie ist kein Tumorgewebe im Resektionsrand nachweisbar) 15 %.
Unabhängig von der Karzinomlokalisation liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Männern bei acht Prozent und bei Frauen bei sieben Prozent. Dies ist die niedrigste Überlebensrate aller Krebserkrankungen in Deutschland.
Patienten mit einem duktalen Adenokarzinom des Pankreas können fünf bis sechs Jahre nach der Diagnose aufatmen; die krebsbedingte Mortalitätsrate (Sterberate) sinkt unter 10 % pro Jahr, nach neun Jahren ist es sogar wahrscheinlicher, an anderen Ursachen als einem Pankreaskarzinom zu sterben [3]. 

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Exokrines Pankreaskarzinom. (AWMF-Registernummer: 032-010OL), Oktober 2013 Kurzfassung Langfassung
  2. Khorana AA et al.: Potentially Curable Pancreatic Cancer: American Society of Clinical Oncology Clinical Practice Guideline. J Clin Oncol. 2016 Jul 20;34(21):2541-56. doi: 10.1200/JCO.2016.67.5553. Epub 2016 May 31.
  3. Swords DS et al.: Causes of Death and Conditional Survival Estimates of Medium- and Long-term Survivors of Pancreatic Adenocarcinoma. JAMA Oncol. Published online July 12, 2018. doi:10.1001/jamaoncol.2018.2442

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Exokrines Pankreaskarzinom. (AWMF-Registernummer: 032-010OL), Oktober 2013 Kurzfassung Langfassung
     
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