Differentialdiagnosen
Lymphknotenvergrößerung (Lymphadenopathie)

Atmungssystem (J00-J99) 

  • Infektionen des oberen Atmungstrakts (z. B. Tonsillitis/Mandelentzündung)

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Autoimmunologisches lymphoproliferatives Syndrom
  • Hämophagozytäre Lymphohistiozytose – seltene Erkrankung, die durch hohes Fieber, Milz-, Leber- und Lymphknotenvergrößerung
  • Immundefekte, nicht näher bezeichnet
  • Rosai-Dorfman-Syndrom (Synonym: Sinushistiozytose mit massiver Lymphadenopathie; engl.: Rosai-Dorfman disease) – seltene Erkrankung aus der Gruppe der Histiozytosen (Gruppe von Erkrankungen, welche auf die erhöhte Proliferation von gewebsständigen Makrophagen (Histiozyten) zurückzuführen ist); ausgeprägte, beidseitige Vergrößerung der zervikalen Lymphknoten (Halslymphknoten); sporadisches Auftreten
  • Sarkoidose (Synonyme: Morbus Boeck; Morbus Schaumann-Besnier) – systemische Erkrankung des Bindegewebes mit Granulombildung (Haut, Lunge und Lymphknoten)

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Amyloidose – extrazelluläre ("außerhalb der Zelle") Ablagerungen von Amyloiden (abbauresistente Proteine), die u. a. zu einer Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung), Neuropathie (Erkrankung des peripheren Nervensystems) und Hepatomegalie (Lebervergrößerung) führen können.
  • Hypertriglyzeridämie (Erhöhung der Triglyceride im Blut)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Lipoproteinmangel, nicht näher bezeichnet
  • Morbus Fabry (Synonyme: Fabry-Krankheit oder Fabry-Anderson-Krankheit) – X-chromosomal vererbte lysosomale Speicherkrankheit, die auf einem Defekt im Gen für das Enzym Alpha-Galaktosidase A beruht, die zu einer progredienten Akkumulation des Sphingolipids Globotriaosylceramid in den Zellen führt; mittleres Manifestationsalter: 3-10 Jahre; Frühsymptome: intermittierende Brennschmerzen, eine verminderte oder fehlende Schweißproduktion sowie gastrointestinale Probleme; unbehandelt kommt es im weiteren Verlauf zu einer zunehmenden Nephropathie (Nierenerkrankung) mit Proteinurie (erhöhte Ausscheidung von Eiweiß mit dem Urin) und fortschreitender Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) sowie einer hypertrophen Kardiomyopathie (HCM; Erkrankung des Herzmuskels, der durch eine Verdickung der Herzmuskelwände gekennzeichnet ist).
  • Morbus Gaucher – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; Lipidspeicherkrankheit durch den Defekt des Enzyms Beta-Glukozerebrosidase, die zu einer Speicherung von Cerebrosiden vor allem in der Milz und den markhaltigen Knochen führt
  • Morbus Niemann-Pick (Synonyme: Morbus Niemann Pick, Niemann-Pick-Syndrom oder Sphingomyelinlipidose) – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; gehört zur Gruppe der Sphingolipidosen, die wiederum zu den lysosomalen Speicherkrankheiten gerechnet werden; Hauptsymptome des Morbus Niemann-Pick Typ A sind eine Hepatosplenomegalie (Leber- und Milzvergrößerung) und ein psychomotorischer Abbau; beim Typ B werden keine zerebralen Symptome beobachtet
  • Morbus Tangier (Synonym: Tangier-Krankheit) – seltene genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang; Lipidstoffwechselsstörung; hierbei ist die Freisetzung von Cholesterin aus der Zelle gestört; die Krankheit geht einher mit einer verminderten Bildung von High Density Lipoproteinen (HDL) sowie einer vermehrten Cholesterinspeicherung in Zellen des retikulohistiozytären Systems; Leitsymptom sind gelb-orange Flecken auf vergrößerten Tonsillen (Mandeln); Hepatosplenomegalie (Leber- und Milzvergrößerung)
  • Speicherkrankheiten, nicht näher bezeichnet

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Lymphomatoide Granulomatose – ggf. generalisiertes Auftreten von Granulomen (gutartige Tumoren)
  • Serumkrankheit – Immunkomplexkrankheit, die nach meist einmaliger Zufuhr artfremden Eiweißes auftritt

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Angioimmunoblastische Lymphadenopathie (Lymphknotenerkrankung)
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Kikuchi-Fujimoto-Krankheit – gutartige, selbstbegrenzte Krankheit mit den Symptomen einer umschriebenen, empfindlichen Lymphknotenschwellung des Halses und in der Regel auch leichtem Fieber und Nachtschweiß; weniger häufige Symptome sind Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen und Halsschmerzen; vor allem in Südostasien und Japan vorkommend (s. u. orpha.net).
  • Unspezifische Lymphadenitis – entzündliche Lymphknotenschwellung

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Bakterielle Infektionen wie:
    • Bartonella henselae (Katzenkratzkrankheit)
    • Chlamydia trachomati, Serotyp L1-L3 /Lymphogranuloma venereum
    • Klebsiella granulomatis (früher Callymmatobacterium granulomatis) / Granuloma inguinale (Granuloma venereum)
    • Mycobacterium tuberculosis-Komplex /Tuberkulose
    • Spirochäten
    • Staphylokokken (Staphylococcus aureus)
    • Streptokokken (β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A)
    • Treponema pallidum / Syphilis
    • Tropheryma whippelii
  • Infektionen mit Parasiten wie:
    • Filarien (tropische Würmer)
    • Toxoplasmose
  • Infektionen mit Mykosen (Pilzen) wie:
    • Blastomykose
    • Histoplasmose
  • Virale Infektionen wie:
    • Adenoviren
    • Coxsackie
    • Enteroviren
    • Epstein-Barr-Virus (EBV) / Pfeiffer-Drüsenfiebers (infektiöse Mononukleose)
    • Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) / AIDS
    • Influenza
    • Masernvirus
    • Rhinovirus
    • Rötelnvirus
    • Virushepatitiden
    • etc.
  • Tropische Infektionserkrankungen: Filariose, Lepra, Trypanosomiasis, Tularämie

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Primär biliäre Cholangitis (PBC, Synonyme: nichteitrige destruierende Cholangitis; früher primär biliäre Zirrhose) – relativ seltene Autoimmunerkrankung der Leber (betrifft in ca. 90 % der Fälle Frauen); beginnt primär biliär, d. h. an den intra- und extrahepatischen ("innerhalb und außerhalb der Leber")  Gallenwegen, die durch eine Entzündung zerstört werden (= chronisch nichteitrige destruierende Cholangitis). Im längeren Verlauf greift die Entzündung auf das gesamte Lebergewebe über und führt schließlich zu einer Vernarbung bis hin zur Zirrhose; Nachweis antimitochondrialer Antikörper (AMA); PBC ist häufig assoziiert mit Autoimmunerkrankungen (Autoimmunthyreoiditis, Polymyositis, systemischer Lupus erythematodes (SLE), progressive systemische Sklerose, rheumatoider Arthritis); in 80 % der Fälle mit einer Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmerkrankung) assoziiert; Langzeitrisiko für ein cholangiozelluläres Karzinom (Gallengangskarzinom, Gallengangskrebs) liegt bei 7-15 %

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Dermatomyositis – Erkrankung aus dem Formenkreis der Kollagenosen, die zu Bewegungsschmerzen und Muskelbeteiligung führt
  • Juvenile idiopathische Arthritis – Gelenkentzündung, die vor dem 16. Lebensjahr auftritt
  • Kawasaki-Syndrom – akute, fieberhafte, systemische Erkrankung, die durch eine nekrotisierende Vaskulitis (Gefäßentzündung) der kleinen und mittleren Arterien gekennzeichnet ist
  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
  • Sharp-Syndrom – Bindegewebserkrankung, die die Symptome verschiedener Autoimmunerkrankungen zeigt wie beispielsweise systemischer Lupus erythematodes (SLE), Sklerodermie, chronische Polyarthritis etc.
  • Sjögren-Syndrom (Gruppe der Sicca-Syndrome) – Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, die zu einer chronisch entzündlichen Erkrankung der exokrinen Drüsen, am häufigsten der Speichel- und Tränendrüsen, führt; typische Folgeerkrankungen bzw. Komplikationen des Sicca-Syndroms sind:
    • Keratokonjunktivitis sicca (Syndrom des trockenen Auges) aufgrund fehlender Benetzung von Horn- und Bindehaut mit Tränenflüssigkeit
    • erhöhte Kariesanfälligkeit durch Xerostomie (Mundtrockenheit) aufgrund verminderter Speichelsekretion
    • Rhinitis sicca (trockene Nasenschleimhäute), Heiserkeit und chronischer Hustenreiz sowie eine gestörte Sexualfunktion durch Störung der Schleimdrüsenproduktion des Respirationstraktes und der Genitalorgane
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE) – Autoimmunerkrankung mit Bildung von Autoantikörpern v.a. gegen Antigene der Zellkerne (sog. antinukleäre Antikörper = ANA), unter Umständen auch gegen Blutzellen und andere Körpergewebe (besonders charakteristisch für SLE ist das sogenannte Schmetterlingserythem)

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Histiozytose/Langerhans-Zell-Histiozytose (Abkürzung: LCH; früher: Histiozytose X; engl. histiocytosis X, langerhans-cell histiocytosis) – systemische Erkrankung mit Proliferation von Langerhans-Zellen in unterschiedlichen Geweben (Skelett 80 % der Fälle; Haut 35 %, Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) 25 %, Lunge und Leber 15-20 %); in seltenen Fällen können auch neurodegenerative Zeichen auftreten; in 5-50 % der Fälle tritt bei Befall der Hypophyse ein Diabetes insipidus (Hormonmangel-bedingte Störung im Wasserstoffwechsel, die zu einer extrem hohen Harnausscheidung) auf; die Erkrankung tritt disseminiert ("über den ganzen Körper oder bestimmte Körperregionen verteilt") häufig bei Kindern zwischen 1-15 Jahren auf, bei Erwachsenen seltener, hier vorwiegend mit einem isolierten pulmonalen Befall (Lungenbefall); Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) ca. 1-2 pro 100.000 Einwohner 
  • Leukämie (Blutkrebs)
  • Lymphknotenmetastasen bei jeder Art von malignem Tumor (Krebs)
  • Lymphome – bösartig verlaufende Erkrankung, die vom lymphatischen System ausgeht
  • Lymphoproliferative Erkrankungen wie der Morbus Castleman (Hypertrophie der Lymphknoten mit angiofollikulärer Lymphhyperplasie) – gutartige Lymphknotenvergrößerung
  • Maligne Histiozytose
  • Metastasen (Tochtergeschwülste) verschiedenster maligner (bösartiger) Tumoren
  • Plasmozytom (multiples Myelom) – zählt zu den Non-Hodgkin-Lymphomen der B-Lymphozyten

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Graft-versus-Host-Krankheit (GvHR; deutsch: Transplantat-Wirt-Reaktion) – immunologische Reaktion, welche in der Folge einer allogenen Knochenmark- oder Stammzelltransplantation auftreten kann

Weiteres

  • Periodische Fiebersyndrome
  • Silikon-assoziiert
  • Vaskuläre Sinustransformation – Bezeichnung aus der Pathologie, die eine Umwandlung der Lymphknotenstruktur bezeichnet

Medikamente

  • Allopurinol – Medikament, welches bei Gicht eingesetzt wird
  • Antiepileptika – Medikamente gegen Epilepsie wie Carbamazepin, Phenytoin oder Primidon
  • Dapson – Chemotherapeutikum, welches vor allem bei Lepra oder primär chronischer Polyarthritis eingesetzt wird
  • Gold
  • Hydralazin – Medikament gegen Bluthochdruck (Antihypertensivum)
  • Isoniazid – Medikament gegen Tuberkulose (Tuberkulostatikum)
  • Procainamid – Medikament gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmikum)

Nachtrag – Lymphknotenvergrößerung und Dignität*

Lymphknotenvergrößerung 
 Benigne (gutartig)  Maligne (bösartig)
 < 30. Lebensjahr
 80 %
 20 %
 > 50. Lebensjahr
 40 %
 60 %

*biologisches Verhalten von Tumoren; also ob sie benigne (gutartig) oder maligne (bösartig) sind

     
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