Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Ursachen
Kachexie

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Der normale Energiebedarf eines Menschen setzt sich aus dem Ruheumsatz, dem Verbrauch unter körperlicher Aktivität und der Thermogenese zusammen.

Bei einer Kachexie wird der Stoffwechsel von der anabolen (aufbauenden) auf die katabole (abbauenden) Seite verschoben, entsprechend kommt es nicht nur zu einem vollständigen Abbau der Speicherfettdepots, sondern auch zu einer generalisierten Atrophie ("Auszehrung") mit einem schrittweisen Funktionsausfall der Organe.


Ursache bei Tumorpatienten sind möglicherweise eine Kombination aus Entzündungsmediatoren und/oder hormonähnlichen Substanzen, die im Zusammenspiel zwischen Tumor und Körper dafür sorgen, dass es in den Endorganen zu diesem extremen Energieverlust kommt.

Diskutiert werden zytotoxische T-Zellen des Immunsystems als zentraler Akteur der Kachexie. In einer Übersichtsarbeit zeigt sich, dass immer mehr Hinweise darauf hindeuten, dass verschiedene Zytokine kontextabhängig bei Kachexie induziert werden und zu ihrer Entwicklung beitragen können [1].

Ätiologie (Ursachen)

Verhaltensbedingte Ursachen

  • Genussmittelkonsum
    • Alkoholabusus
  • Drogenkonsum

Krankheitsbedingte Ursachen

  • Akutes Trauma – wie ein Unfall oder Verbrennungen
  • Anorexia nervosa (Magersucht)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chronischer Alkoholismus
  • Chronische Hepatitis (Leberentzündung)
  • Chronische Infektionen jeder Art
  • Chronische Organinsuffizienz – Einschränkung in der Funktion wie beispielsweise Herzinsuffizienz (Herzschwäche); Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
  • Colitis ulcerosa – chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED)
  • Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Darmischämie – Minderdurchblutung des Darms
  • Demenz
  • Depression
  • Diabetes mellitus Typ 1
  • Diarrhoe (Durchfall)
  • Drogenabhängigkeit
  • Enteritis (Darmentzündung)
  • Finalstadium unheilbarer Erkrankungen
  • Geringe Produktion des Wachstumshormons
  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche) → kardiale Kachexie (unabhängiger Risikofaktor für frühzeitiges Versterben)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Krebserkrankungen
  • Kollagenosen (Gruppe von Bindegewebserkrankungen, die durch Autoimmunprozesse bedingt sind) – systemischer Lupus erythematodes (SLE), Polymyositis (PM) bzw. Dermatomyositis (DM), Sjögren-Syndrom (Sj), Sklerodermie (SSc) und Sharp-Syndrom ("mixed connective tissue disease", MCTD)
  • Leberinsuffizienz (Leberversagen)
  • Leberzirrhose – wurde früher als eine irreversible Schädigung der Leber mit einem ausgeprägten Umbau des Lebergewebes angesehen. Heutzutage versteht man die Pathogenese (Krankheitsentstehung) und Progression (Fortschreiten) fortgeschrittener chronischer Lebererkrankungen als einen prinzipiell reversiblen Prozess, der dynamisch und multidimensional ist.
  • Malaria
  • Malassimilation (Störung der Vorverdauung im Magen, der enzymatischen Aufspaltung der Nahrungsbestandteile (exokrine Pankreasinsuffizienz/Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die mit einer ungenügenden Produktion von Enzymen einhergeht), der Fettemulgierung (z. B.  Gallensäuremangel bei Cholestase/Gallenstau) und der Resorption bzw. des Abtransport der absorbierten Nahrung) – bei Magen-Darm-Erkrankungen
  • Morbus Crohn – chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED); sie verläuft meist in Schüben und kann den gesamten Verdauungstrakt befallen; charakterisierend ist der segmentale Befall der Darmmukosa (Darmschleimhaut), das heißt es können mehrere Darmabschnitte befallen sein, die durch gesunde Abschnitte voneinander getrennt sind
  • Mukoviszidose (Zystische Fibrose, ZF) ‒ genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang, die durch die Produktion von zu zähmen Sekret in verschiedenen Organen gekennzeichnet ist.
  • Ösophagusstenose – Verengung der Speiseröhre
  • Pankreasinsuffizienz – verminderte Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Verdauungssäfte zu produzieren
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Paranoia – psychische Erkrankung
  • Rheumatoide Arthritis (rheumatoide Kachexie)
  • Schmerzen
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Tuberkulose – vor allem die Lunge betreffende Infektionserkrankung
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Zöliakie (gluteninduzierte Enteropathie) – chronische Erkrankung der Dünndarmmukosa (Dünndarmschleimhaut), die auf einer Überempfindlichkeit gegen das Getreideeiweiß Gluten beruht

Labordiagnosen – Laborparameter, die als unabhängige Risikofaktoren gelten

  • Eisenmangelanämie – bei krebsinduzierten Muskelabbau; intravenöse Gabe von Eisen in Form von Eisencarboxymaltose [2]

Medikamente

  • Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen)

Röntgenstrahlen

  • Als Nebenwirkung der Radiatio (Strahlentherapie) bei Tumorerkrankungen

Operationen

  • Kurzdarmsyndrom nach Darmresektion – Entfernung eines Darmabschnittes
  • Nach größeren Operationen als Stressreaktion
  • Nach Magenresektion (Magenentfernung)

Literatur

  1. Baazim H et al.: The interplay of immunology and cachexia in infection and cancer. Nat Rev Immunol (2021). https://doi.org/10.1038/s41577-021-00624-w
  2. Wyart E et al.: Iron supplementation is sufficient to rescue skeletal muscle mass and function in cancer cachexia EMBO Reports (2022)e53746 https://doi.org/10.15252/embr.202153746
     
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