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Ganzkörperhyperthermie

Die Hyperthermietherapie (GKHT; Ganzkörperhyperthermie) ist eine Überwärmungstherapie von Krebspatienten, bei der Krebszellen durch Hitzeeinwirkung zerstört werden. 

Wirkmechanismen der Hyperthermie (HT)

Die Wirkung der Hyperthermietherapie basiert im wesentlichen auf eine direkte hyperthermische Zytotoxizität (" Eigenschaft, als Zellgift zu wirken". Des Weiteren wird das Verfahren im Sinne eines Radiosensitizer, was nach seiner Verabreichung selektiv die Empfindlichkeit von malignen (bösartigen) Zellen gegenüber ionisierenden Strahlung erhöht.

Die Immunmodulation (Veränderung des körpereigenen Abwehrsystems) ist eine weitere Wirkung der Hyperthermie: Hitzeschockproteine (z. B. HSP 70) aktivieren natürliche Killerzellen (NK-Zellen), Phagozyten (Fresszellen) wie Granulozyten (weiße Blutkörperchen) und auch dendritischen Zellen (präsentieren Antigene, vor allem den T-Lymphozyten).

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Analkarzinom (Analkrebs) (hier: Tiefen-HT plus Standard-RCT/gleichzeitige Kombination von Radio- und Chemotherapie (RCT))
  • Cervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) (hier: Thermoradiotherapie)
  • Harnblasenkarzinom (Blasenkrebs) (hier: adjuvante Behandlung (prophylaktisch) nach transurethraler Blasenresektion (TURB), um die Wahrscheinlichkeit eines Tumorrezidivs zu senken)
  • Kopf-Halstumoren und deren oftmals sehr große Lymphknotenmetastasen
  • Lokal fortgeschrittenes Mammakarzinom (Brustkrebs), der über die Brust hinaus wächst
  • Malignes Melanom ("schwarzer Hautkrebs")
  • Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
  • Rektumkarzinom (Mastdarmkarzinom) inkl. eines Rektumkarzinom-Rezidiv (Wiederauftreten eines Rektumkarzinoms)
  • Sarkom – Weichteilsarkome (bösartige (maligne) Tumoren (Sarkome), die dem Weichteilgewebe des Körpers entspringen)

Das Verfahren

Voraussetzung für die Entwicklung der Hyperthermietherapie war die Tatsache, dass bei Krebspatienten mit Fieber ein Rückgang der Krebszellen – also eine Wärmeempfindlichkeit der Zellen – festgestellt werden konnte.

Die Wärmeempfindlichkeit von Krebszellen ist die Basis der Hyperthermietherapie: Durch Wasser hindurch geleitetes Halogenlicht erwärmt in mehreren Behandlungsschritten den unter einer leichten Narkose stehenden Körper – im Regelfall mit Ausnahme des Kopfes – über einen längeren Zeitraum auf ungefähr 42 °C. Die Wirkung der Hyperthermie hängt im Wesentlichen von der erreichten Temperatur ab: Ab 42,5 °C wirkt die Überwärmung zytotoxisch, das heißt zellabtötend

Um den Kreislauf durch die hohe, fieberähnliche Wärmezufuhr nicht zu überlasten, bekommt der Patient im Regelfall zusätzlichen Sauerstoff und wird mittels Elektrokardiogramm (EKG) überwacht. Die Hyperthermietherapie ist eine komplementäre Therapie, die neben einer Operation oder Chemotherapie – oder als einzige Therapiemaßnahme – durchgeführt wird.

Die Hyperthermie wird eingesetzt bei lokal fortgeschrittenen, das heißt über das jeweilige Organ hinaus wachsenden, Tumoren, die nicht operabel sind und die durch eine Radiotherapie (Strahlentherapie) oder Chemotherapie nicht ausreichend heilend behandelt werden können.
Die Hyperthermie wird auch in solchen Fällen gemeinsam mit einer Radiotherapie durchgeführt. Man spricht dann von einer Thermoradiotherapie (HTRT; Hyperthermie-Radiotherapie).

Siehe auch unter "Lokale Hyperthermie (lokoregionale Hyperthermie)" – zu diesem Verfahren gibt es zunehmend valide Literatur.

Ihr Nutzen

Wenn bei Ihnen die klassische Krebstherapie fehlgeschlagen ist oder Sie eine komplementäre Behandlungsmethode suchen, bietet Ihnen die Hyperthermietherapie eine weitere gute Möglichkeit.


     
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