Kernspinresonanztherapie

Die Kernspinresonanztherapie (KRT) (Synonyme: MBST-Kernspin-Resonanz-Therapie, Kernspin-Resonanz-Therapie, Multibiosignaltherapie, Multi-Bio-Signal-Therapie, MBST-Kernspin) ist eine Behandlungsmethode, bei der die aus der Diagnostik bekannte Magnetresonanztomographie (MRT; Kernspintomographie; kurz: Kernspin) therapeutisch eingesetzt wird. Das Verfahren zielt auf die Reaktivierung von Stoffwechselprozessen in den Zellen, um auf diese Weise die Regeneration von defektem Knorpel- und Knochengewebe zu ermöglichen.

Die Kernspinresonanztherapie wurde aufgrund von Beobachtungen entwickelt, bei denen Patienten nach einer Untersuchung im MRT von nachlassenden Schmerzen in den Gelenken berichteten. Forscher entwickelten daraufhin die Behandlung, bei der mit einer wesentlich geringeren Feldstärke als in der MRT-Diagnostik gearbeitet wird. 

Das Verfahren findet ohne Operation oder Eingriff durch Injektionen (Spritzen) oder Ähnliches statt. Eine Behandlung kann sinnvoll sein, wenn vorherige Maßnahmen keinen Erfolg zeigten oder ein operativer Einsatz aufgrund eines vorhandenen Komplikationsrisikos vermieden werden soll. Weiterhin kann die Methode eine Alternative bei Arthrose-Formen sein, für die momentan kaum Behandlungsmöglichkeiten existieren. 

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Arthrose – Anwendung bei allen Gelenken möglich
  • Osteoporose
  • Stoffwechselstörungen im Bereich des Knochens
  • Sport- und Unfallverletzungen mit Sehnen- oder Bänderschäden

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • aktive Implantate (Herzschrittmacher, Defibrillatoren, Schmerz- und Insulinpumpen) im Behandlungsbereich
  • Schwangerschaft
  • Tumoren
  • bakteriellen Entzündungen im Behandlungsbereich
  • Leukämie, HIV-Erkrankungen und rheumatischen Erkrankungen in der Schubphase abzuraten.

Behandlungsdauer

Die Behandlung wird, je nach Indikation und Schwere der Erkrankung, in fünf bis zehn einstündigen Sitzungen durchgeführt.

Das Verfahren

Bei der Kernspinresonanztherapie werden über ein statisches Feld, ein Sweepfeld sowie ein Radiofrequenzfeld dreidimensionale Behandlungsfelder erzeugt. Diese ergeben in der Summe einen homogenen Behandlungsraum. Das erzeugte Kernspinfeld ist etwa 10.000mal schwächer als das, was zur Untersuchung des Körpers bei der Magnetresonanztomographie notwendig ist. Während der Behandlung treten keine unerwünschten Nebenwirkungen auf.

Wissenschaftliche Studien

In bisherigen Studien wurde die Therapie vordergründig bei Arthrose-Patienten getestet, ihr Effekt wurde aber auch bei chronischem Low back pain und Osteoporose untersucht.

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie mit über 4.500 Teilnehmern zeigen, dass die Anwendung der Kernspinresonanztherapie zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt. Ebenso wurde erwiesen, dass die Bewegungsfähigkeit nach der Behandlung deutlich verbessert ist [1]. In einer Untersuchung zur Langzeitwirkung der Therapie bei Gonarthrose-Patienten wurde noch bis zu vier Jahre nach der Behandlung eine anhaltende Schmerzlinderung festgestellt [2]. Eine Zellstudie zeigte, dass sich nach der Anwendung der Kernspinresonanztherapie die Zellteilungsrate in menschlichen Knorpel- und Knochenzellen im Vergleich zum Placebo erhöhte [3]. Welche Effekte die Therapie bei Osteoporose hat, wurde in einer weiteren Studie untersucht. Dabei wurden nach der Therapie ein erhöhter Knochenmineralisationsgehalt sowie eine deutliche Verringerung der Beschwerden festgestellt [4].

Ihr Nutzen

Die Kernspinresonanztherapie ist ein Verfahren, das bei degenerativen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates eingesetzt werden kann. Es kann nachweislich Schmerzen lindern und die Bewegungsfähigkeit verbessern. Das Verfahren ist nebenwirkungsfrei und schonend für den Körper.

Literatur

  1. Kullich W et al.: One year survey with multicenter data of more than 4.500 patients with degenerative rheumatic diseases treated with therapeutic nuclear magnetic resonance. Journal of Back and Musculoskeletal Rehabilitation 26 (2013) 93-104
  2. Levers A, Staat M, van Laack W: Analyse der Langzeitwirkung der MBST-Kernspinresonanztherapie bei Gonarthrose. Orthopädische Praxis 47, 11/2011
  3. Temiz-Artmann A et al.: NMR In Vitro Effects on Proliferation, Apoptosis, and Viability of Human Chondrocytes and Osteoblasts. Methods and Findings in Experimental and Clinical Pharmocology, 27 (6): 391-394
  4. Handschuh T, Melzer C: Behandlung der Osteoporose mit MBST-Kernspin. Orthodoc 5/2008

     
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